Digitalisierung im Maler-Handwerk

Anna Schwirten 17.09.2021

Die Digitalisierung ist mittlerweile in nahezu allen Lebensbereichen angekommen. So auch im Handwerk. Aber was meint Digitalisierung im Maler-Handwerk eigentlich? Lesen Sie hier, was digitales Arbeiten als Maler oder Lackierer in der Praxis bedeutet, welche Chancen und Hürden sich daraus für Ihren Malerbetrieb ergeben und welche Trends in den nächsten Jahren von Bedeutung im Maler-Handwerk sind.

Bild: Digitalisierung um Maler-Handwerk
Die Digitalisierung macht auch vorm Maler-Handwerk keinen Halt | © RossHelen / shutterstock.com

Inhalt

Digitalisierung als Maler?

Digitalisierung im Handwerk heißt nicht, dass bald Maschinen und Roboter komplett die Handwerksarbeiten übernehmen. Vielmehr geht es darum, alle Geschäftsprozesse durch digitale Werkzeuge und Schnittstellen miteinander zu verbinden und wiederkehrende Prozesse zu automatisieren. So lässt sich Zeit einsparen und Fehlerquellen werden minimiert.

In den meisten Fällen bedeutet Digitalisierung in den Handwerksbetrieben aktuell daher eher Prozessoptimierung durch den Einsatz von Branchen-Software. Aber auch die Erschließung ganz neuer Geschäftsmodelle und Aspekte wie digitale Kundengewinnung und Kundenbindung spielen eine Rolle.

Im Maler-Handwerk arbeiten schon relativ viele Betriebe mit branchenspezifischer Software. Das liegt unter anderem daran, dass viele Softwareanbieter vergleichsweise früh spezialisierte Lösungen für dieses Gewerk angeboten haben. Zumindest die Zeiterfassung und die Lagerverwaltung per Barcode-Scanner sind in den allermeisten Malerbetrieben digitalisiert. Und auch das digitale Aufmaß kommt schon lange bei Malern und Lackieren zum Einsatz.

Paradebeispiel Kolorat - digitale Beratung und Farbkonfigurator

Das junge Unternehmen Kolorat ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich das traditionelle Handwerk mit neuester Technik verbinden lässt. Die Ansprüche der Kunden heutzutage sind hoch, insbesondere bei der Beratung. Das haben sich die Gründer Monja Weber und Sebastian Alt zunutze gemacht und einen Online-Farbkonfigurator entwickelt. Auf der Firmen-Webseite können sich ambitionierte Heimwerker ein an sie angepasstes Farbkonzept entwerfen lassen, dazu benötigte Farben und Materialien erwerben, sowie sich beraten lassen. Mit diesem digitalen Geschäftsmodell entspricht Kolorat dem Zeitgeist und erreicht eine junge, digitale Zielgruppe.

Beispiele für digitalisierte Malereibetriebe

Nachfolgend möchten wir Ihnen noch zwei weitere Beispiele für Digitalisierung im Maler-Handwerk zeigen, die nicht gleich ein gänzlich neues Geschäftsmodells entwickelt haben und trotzdem von den Vorteilen des digitalen Arbeitens profitieren. In beiden Beispielen geht es um die Vernetzung von Prozessen durch die Nutzung einer Handwerker-Software.

Bild: Digitales Arbeiten für Maler
Maler profitieren von mobiler Zeiterfassung, digitalem Lager, und vielem mehr © shutterstock.com

Smarte Abläufe im Maler-Handwerk

Der Malereibetrieb John Raumgestaltung aus Lichtenfels hat bereits relativ viele seiner Geschäftsprozesse digitalisiert und profitiert von der deutlichen Zeitersparnis. Daneben sieht Geschäftsführer Christian John die Hauptvorteile im Controlling, in der verbesserten Kommunikation und der Übersichtlichkeit.

Die Firma arbeitet mit einer Handwerker-Software, die speziell für Maler und Lackierer entwickelt wurde. Mit dieser funktioniert die Auftragsverwaltung um einiges schneller und transparenter. Mit einem Klick kann an einer Stelle eingesehen werden, welche Aufträge gerade laufen und wo sich die einzelnen Projekte aktuell befinden. So können alle Aufträge von der Anfrage bis zum Auftragsabschluss digital abgebildet werden und es lässt sich auf einen Blick erkennen, wo z.B. noch Rechnungen gestellt oder weitere Materialien bestellt werden müssen.

Durch die Maler-Software wird außerdem die Angebots- und Rechnungserstellung um einiges vereinfacht. Mithilfe von strukturierten Stammdaten, in denen z.B. die Arbeitszeiten und Materialverbräuche hinterlegt sind, erstellt das Programm automatisiert die entsprechenden Dokumente. Durch die Anbindung an die Datanorm Preisliste werden die Materialkosten pro Position automatisch aktualisiert.

Die Malerei John nutzt außerdem in Verbindung mit der Software ein Bluetooth-Laser-Distanzmessgerät für das digitale Aufmaß. Dieses ermöglicht es, Räume digital zu erfassen und abzubilden. Gegenüber der händischen Erfassung und manuellen Eingabe ist das digitale Aufmaß schneller, einfacher und weniger fehleranfällig.

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Quelle: YouTube / Kompetenzzentrum Digitales Handwerk

Weniger Zeit im Büro, mehr zeit auf der Baustelle

Ähnlich sieht es beim Malereibetrieb Steuernagel & Lampert aus. Geschäftsführer Jörg Held hat früh angefangen wiederholende Prozesse zu automatisieren und freut sich jetzt über mehr Zeit für Kunden und Mitarbeiter. Auch hier wird eine Maler-Software eingesetzt, die alle nötigen Informationen zu den einzelnen Aufträgen zentral an einem Ort zusammenführt. So sind Helds Mitarbeiter schneller, zuverlässiger und transparenter informiert und es kann auch nichts zwischen Baustelle und Büro verloren gehen.

Bereits vor 14 Jahren hat der Maler mit digitaler Arbeitszeiterfassung begonnen und sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Anderen Handwerksbetrieben rät er in punkto Digitalisierung erst einmal zu schauen, was zum jeweiligen Betrieb passt und nicht zuviel auf einmal umzusetzen.

Held und seine Mitarbeiter arbeiten innerhalb der Software mit einem Status Management, indem sich die verschiedenen Stati automatisiert anpassen. Sobald ein Auftrag eingeht, ändert sich der Status und das Programm bestellt automatisch benötigte Komponenten wie etwa Gerüst, mobiles WC oder Container. Nach Auftragsende werden die Komponenten dann genauso automatisch wieder abbestellt.

Einen weiteren großen Vorteil sieht Held in der digitalen Baustellenakte. In dieser befinden sich unter anderem digitale Baustellenprotokolle mit Fotos und nötigen Informationen. Diese digitale Dokumentation hilft Mitarbeitern, die noch nicht vor Ort waren, sich schnell in das Projekt einzufinden und stellt darüber hinaus eine ordentliche Vergütung sicher. Denn es kann nur vergütet werden, was auch irgendwo erfasst wurde. Je genauer die Leistungen hier erfasst werden, desto transparenter kann am Ende abgerechnet werden.

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Quelle: YouTube / HWKRheinMain

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Hürden und Chancen der Digitalisierung für Maler und Lackierer

Die Praxisbeispiele zeigen, dass aktuell im Malerhandwerk hauptsächlich die Arbeitsabläufe von der Digitalisierung betroffen sind. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen bietet der Einsatz von Handwerker-Software hierbei eine echte Chance. Durch optimierte Arbeitsabläufe werden Zeit und Ressourcen eingespart, was wiederum Kosten senkt.

Zwar ist der Start in die Digitalisierung zunächst erst einmal mit Zeitaufwand und Investitionen verbunden, langfristig sparen Sie aber bares Geld. Auch müssen Sie kein Digitalisierungs-Experte sein, um ihren Malerbetrieb wettbewerbsfähig zu gestalten. Fangen Sie mit einfachen Dingen wie Social Media und Website an und probieren Sie aus, was funktioniert. Bei der Wahl der passenden Software für Ihren Betrieb, hilft ein Austausch mit anderen Firmen aus der Branche. Hier sind mobile Zeiterfassung, digitale Warenwirtschaft, Baustellenplaner und daraus resultierend digitale Angebots- und Rechnungserstellung einige der am meisten genutzten Funktionen unter Maler und Lackierern.

Aber auch im Gespräch mit Kunden bringen mobile Anwendungen Vorteile mit sich. Etwa können Sie durch den Einsatz von Smartphone oder Tablet dem Kunden vor Ort verschiedene Farbszenarien zeigen und Angebote direkt visualisieren. Oder aber Sie machen es wie Kolorat und lassen sich ein ganz neues Geschäftsmodell einfallen. In jedem Fall wird das Online-Geschäft auch für Maler immer wichtiger, sei es der Online-Shop, die Kundengewinnung online oder der digitale Farbkonfigurator.

Chancen DigitalisierungHürden Digitalisierung
Neue Geschäftsmodelle sind möglich (digitale Beratung, Online Farbkonfigurator)Know-How/Mangelnde Digitalkompetenz
Wettbewerbsfähigkeit steigernZeitaufwand (aufgrund sehr hoher Auftragslage kaum Zeit vorhanden)
Zeit-, Ressourcen- und KostenersparnisFinanzieller Aufwand
ProduktivitätssteigerungSorge um IT-Sicherheit
Zeit-, Ressourcen- und KostenersparnisFinanzieller Aufwand
Kunden- und Mitarbeitergewinnung

Kaum noch ein Handwerker ohne Software

ERP- und CRM-Systeme werden heute in nahezu allen Handwerksbetrieben benutzt. Immer mehr wird jetzt auch gewerk-spezifische Software für Maler und Lackierer angeboten und eingesetzt. Der Umfang, in welchem die Softwares in den einzelnen Betrieben genutzt werden, unterscheidet sich sicherlich stark, trotzdem gibt es kaum einen Malerbetrieb, der gänzlich auf Software verzichtet.

Und das nicht ohne Grund. Der große Vorteil einer Handwerkersoftware ist der reduzierte Zeitaufwand für die Büroarbeit, der sich wiederum in reduzierten Kosten widerspiegelt. Daneben sind ein erhöhter Kundenservice, eine Steigerung der Produktivität und eine verbesserte Kommunikation Aspekte, die für die Nutzung einer Maler-Software sprechen.

Darüber hinaus nimmt auch das E-Commerce-Geschäft im Maler-Handwerk in letzter Zeit vermehrt zu. Immer mehr Betriebe bieten Online-Terminbuchung und Online-Beratung an. Weitere zukunftsfähige Trends bei Malern und Lackieren sind digitale Farbmischgeräte, 3D-Raumscanner, automatisierte Malerroboter und die Nutzung von Drohnen, die Farbe auf Außenwände auftragen können oder beim Lackieren von Schiffen oder Brückenteilen zum Einsatz kommen.

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