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Energiekrise & das Handwerk

Marina Röper 26.11.2021

Seit Anfang des Jahres steigen die Energiepreise vermehrt an - vor allem die Gaspreise sind so hoch wie schon lange nicht mehr. Es steht eine weltweite Energiekrise bevor, die sowohl Verbraucher, als auch Unternehmen betrifft. Wir erklären Ihnen, was die Auslöser der Energiekrise sind und inwieweit sie das Handwerk betrifft. Außerdem schauen wir uns die politische Lage und die Situation in unseren Nachbarländern genauer an.

Bild: Energiekrise im Handwerk
Die steigenden Energiepreise wirken sich auch auf das Handwerk aus | © Kindel Media / pexels.com CCO

Inhalt

Hintergründe und Schlagzeilen

Bei der Energiekrise handelt es sich um eine Verknappung von Gas und Strom bei gleichzeitig wachsender Nachfrage auf dem Weltmarkt. Vor allem die Corona-Pandemie gilt als ein Auslöser dafür. Weltweit wurde die Wirtschaft in ihrer Produktion eingeschränkt, muss jetzt aber durch den Anstieg in der Nachfrage wieder hochgefahren werden. Das Angebot ist also knapp und die Nachfrage hoch. Dadurch steigen die Preise rapide.

Zusätzlich sind die Speicher wegen des kalten Winters 2020 / 2021 und des wind- und sonnenarmen Sommers in Europa weitestgehend leer. Außerdem haben europäische Gaslieferanten, wie Norwegen, mit relevanten Ausfällen der Produktion zu kämpfen. Auch Russland als größter Gaslieferant Europas hat seine Gaslieferungen eingeschränkt. Daher ist ein Auffüllen der Vorräte in sonst üblichem Maße derzeit nicht möglich.

Darüber hinaus sind die Alternativen begrenzt. Ein stillgelegtes Kohlekraftwerk kann zum Glück nicht einfach wieder aktiviert werden. Da allerdings immer weniger Strom aus Atomkraft oder Kohle produziert wird, muss in diesem Jahr vermehrt auf Gas zur Stromerzeugung zurückgegriffen werden. Dies führt ebenfalls zu dem Preisanstieg.

Bild: Energiekrise Handwerk Bäcker
Die schlechte Ernte 2021 verschärft die Lage für Bäcker zusätzlich © Pexels / pixabay.com CCO

Wo ist das Handwerk betroffen?

Neben privaten Verbrauchern und Unternehmen ist besonders das Handwerk von der Energiekrise betroffen. Die Handwerksbranche verbraucht viel Energie und ist daher sehr kostenintensiv. Im Hinblick auf die Energiekrise muss aber zusätzlich mit deutlichen Preiserhöhungen bei Gas und Strom gerechnet werden. Die Gaspreise sind beispielsweise um 4,2 Prozent angestiegen und mit 6,22 Cent pro Kilowattstunde so hoch wie lange nicht mehr. Bei den Strompreisen verhält es sich ähnlich. Im Vergleich zum Jahr 2020 sind sie um 0,3 Prozent angestiegen und liegen derzeit bei 31,89 Cent pro Kilowattstunde. Die Tendenz ist steigend.

Diese Erhöhungen der Strom- und Gaspreise wirken sich besonders stark auf Unternehmen aus, die Rohmaterialien, wie Zement, Papier, Glas oder Stahl, herstellen. Dies zeigt sich etwa am Beispiel von Zement. Bereits die Mahlung benötigt so viel Strom, dass die Produktionskosten momentan den Verkaufspreis überschreiten. Außerdem sorgte die Corona-Pandemie dafür, dass Betriebe ihre Produktion drosseln oder Kurzarbeit veranlassen mussten. Teilweise waren sogar Schließungen die Folge.

Dadurch gibt es Lieferengpässe und weniger Ware für Handwerksbetriebe. Zusätzlich haben die Betriebe bei den hohen Energiepreisen schon erhebliche Mehrkosten, das Licht einzuschalten oder die vorhandenen Rohstoffe zu transportieren. Es bestehen daher sowohl Probleme die Kosten zu decken, als auch die Materialien zu beschaffen. Für Kunden bedeutet das ebenfalls höhere Kosten und längere Wartezeiten.

Lebensmittelhandwerk muss die Preise an Kunden weitergeben

Die Herstellung und Produktion im Lebensmittelhandwerk ist besonders energieintensiv. Durch die Energiekrise sind alle wesentlichen Kostenfaktoren, wie Rohstoffe und Transportkosten, deutlich angestiegen. Hinzu kommt, dass Rohstoffe wegen der schlechten Ernte 2021 bereits begrenzt sind. Wirtschaftlich gesehen wird daher die Herstellung und Produktion im Lebensmittelhandwerk immer unattraktiver.

Das Problem neben erhöhter Kosten, starker Mehrbelastung und knapper Rohstoffe ist die Gefährdung Deutschlands als Wirtschaftsstandort. Das Lebensmittelhandwerk wird nicht umhinkommen, die Preissteigerungen auf die Produkte abzuwälzen. Das bedeutet für die Verbraucher einen deutlichen Preisanstieg bei Lebensmitteln.

Lösungen, um einen noch weiteren Kostenanstieg zu verhindern sind zum einen der zeitweilige Verzicht auf Umlagen und Abgaben, die die Energie verteuern. Dadurch können die Betriebe vorübergehend Kosten einsparen. Zum anderen sollten erneuerbare Energien ausgebaut werden, um die Energieversorgung langfristig zu sichern. Dies würde außerdem mehr Unabhängigkeit bei schwankenden Preisen und Rohstoffimporten bedeuten.

Kalkulation für Metallhandwerk immer schwerer

Auch im Metallhandwerk sorgt die Energiekrise für steigende Preise. Die Produktion in diesem Sektor ist dadurch ebenfalls sehr stark betroffen. Die unzureichenden Rohstoffe und steigenden Kosten stellen ein Kalkulationsrisiko dar, dass sich auch auf die Kunden auswirkt - höhere Preise und längere Wartezeiten sind aktuell häufig die Folge.

Als Lösung könnte die Politik betroffene Betriebe bei einer Umstellung auf energiesparende Maßnahmen mit geeigneten Fördermaßnahmen unterstützen. Zudem sollten im EU-Kontext die internationalen Verbindungen gestärkt werden. Dadurch könnte die Versorgungssicherheit langfristig und bei stabilen Preisen gesichert und ein dauerhafter Rohstoffimport gewährleistet werden. Ähnlich wie beim Lebensmittelhandwerk sollten auch beim Metallhandwerk die erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Dies würde das Gewerbe langfristig vor schwankenden Energiepreisen schützen.

Bild: Energiekrise 2021 Politik
Handwerker wenden sich am besten zunächst an die Handwerkskammer © medienstuermer / unsplash.com CC0

Wird die Politik helfen?

In Deutschland gibt es seitens des noch CDU-geführten Wirtschaftsministeriums im Moment keinen Anlass in die Auswirkungen der Energiekrise einzugreifen. Bislang gibt es lediglich eine Senkung der EEG-Umlage, die letztendlich aber nur einen größeren Anstieg des Strompreises für Endnutzer verhindert.

Dafür bieten die Handwerkskammern finanzielle Unterstützung für Selbständige oder klein- bis mittelständische Unternehmen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Überbrückungshilfen und Neustarthilfen. Diese Hilfen greifen bei Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent im Zeitraum vom 01.11.2020 bis zum 31.12.2021.

Darüber hinaus können die verschiedenen Förderinstitute mit Krediten und Darlehen helfen. Sowohl die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) als auch die NBank (Investitions- und Förderbank Niedersachsen) bieten einen Schnellkredit an. In jedem Fall können Sie sich an Ihre zuständige Handwerkskammer wenden. Dort bekommen Sie in der Regel alle notwendigen Informationen.

Ein Blick auf Europa

In Österreich und der Schweiz herrscht eine ähnliche Ausgangslage wie in Deutschland. Es gibt eine hohe Nachfrage nach Energie, aber ein unzureichendes Angebot. In Österreich sind daher vergleichbare Auswirkungen wie in Deutschland zu beobachten. Die Gaspreise und Strompreise steigen auf Rekordwerte und es gibt Lieferengpässe für Rohstoffe.

In der Schweiz ist bisher nur ein leichter Anstieg der Heiz- und Stromkosten zu verzeichnen. Die Preiserhöhungen und Auswirkungen sind vergleichsweise gering, aber es wird trotzdem vor einer möglichen Energieknappheit gewarnt.

Einige Regierungen in ganz Europa haben deshalb bereits Maßnahmen ergriffen, um weitere Folgen der Energiekrise zu verhindern. In Frankreich wird der Strompreis von der Regierung durch Subventionen gedeckelt. Trotzdem steigen dort die Preise weiterhin - im Jahresvergleich liegt der Anstieg bei rund 10 Prozent.

Großbritannien hat ebenfalls einen Preisdeckel eingeführt, um die Verbraucher und die Wirtschaft vor den hohen Energiekosten zu schützen. Spanien hat vorübergehend die Steuern für Strom gesenkt, während Kunden in Italien weiterhin 31 Prozent mehr für Gas bezahlen müssen, als noch vor ein paar Monaten. Ganz so schlimm ist es in Deutschland glücklicherweise nicht, dennoch befinden sich auch die Betriebe hierzulande in einer angespannten Situation.

Bild: Energiekrise 2021
Besonders kleine Handwerksbetriebe sind von den steigenden Energiepreisen betroffen © Jason Deines / pexels.com CCO

Fazit & mögliche Lösungen

Mit einer baldigen Entspannung am Energiemarkt ist derzeit nicht zu rechnen. Langfristig kann aber eine Entlastung erwartet werden, da sich die infrastrukturellen Probleme voraussichtlich klären werden. Norwegen will beispielsweise sein Gasangebot erhöhen und auch Russland kann durch die Inbetriebnahme von Nordstream 2 das Gasangebot wieder verstärken.

Trotzdem wird deutlich, dass durch die Energiekrise die sehr energieintensiven Handwerksbetriebe besonders stark betroffen sind. Dieser Zustand wirkt sich zwangsläufig auch auf die Kunden aus. Als langfristige und dauerhafte Lösung, um unabhängig von Energieimporten zu sein, sollte daher der Ausbau von erneuerbaren Energien wie Windkraft und Solarenergie flächendeckend in Deutschland vorangetrieben werden.

Außerdem kann die Digitalisierung von Geschäftsprozessen dabei helfen, Handwerksbetriebe dauerhaft zu unterstützen. Durch den Einsatz von Handwerkersoftware können tägliche Arbeitsabläufe effektiver gestaltet werden, sodass Zeit und Ressourcen gespart werden, die an anderer Stelle eingesetzt werden können. Beispiele für die Digitalisierung im Handwerk finden Sie auch an dieser Stelle.

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