Bei nahezu jedem Auftrag haben wir vorher unseren Außendienst vor Ort, der sich die Gegebenheiten anschaut, welches Material vorhanden ist und ob spezielle Reinigungsmittel zum Einsatz kommen müssen. Also welche Technik braucht es, um mit möglichst moderatem, schonendem Einsatz ein gutes Reinigungsergebnis zu haben. Das gehen wir dann mit unseren Kunden transparent durch.
Von der Beratung über die Reinigung bis zum Ansprechpartner, der für Rückfragen zur Verfügung steht, wollen wir einfach ein Gesamtpaket bieten, mit dem sich die Kunden wohlfühlen. Über die Referenzen auf unserer Website und die Beratung bieten wir so viel Transparenz, dass die Kunden sagen können: Okay, das ist sicher nicht günstig, aber es lohnt sich und wir fühlen uns mit dem Ergebnis wohl.
Ihr habt vier Außenstellen in Süddeutschland. Was ist die größte logistische Herausforderung im Alltag – und wie haltet ihr die Qualität konstant, wenn mehrere Teams parallel unterwegs sind?
Mittlerweile decken wir ein Gebiet von ca. 150 Kilometern ab. Es wäre also extrem ineffizient, die Mitarbeiter jeden Morgen in der Hauptzentrale an der Stechuhr antreten zu lassen, die Aufträge zu verteilen und sie dann erst losfahren zu lassen. Also regeln wir sämtliche Prozesse in HERO: Alle haben die nötigen Infos zum Projekt inklusive Bilder und einer Skizze von der Baustelle bei sich auf dem Handy. Je nach Entfernung können die Mitarbeiter dann ihre Anfahrt selbst einplanen.
Die Servicestandorte ermöglichen es uns, näher am Kunden zu sein und Maschinen und Materialien nicht ständig hin und her fahren zu müssen. Es nützt niemandem, wenn wir mehr Zeit auf der Straße verbringen als beim Kunden.
Zum Schluss noch eine allgemeinere Frage: Wo seht ihr aktuell die größte Herausforderung für euren Betrieb oder eure Branche und wie begegnet ihr dieser?
Da einer unserer Mitarbeiter bald in den wohlverdienten Ruhestand geht, werden wir unser Einzugsgebiet etwas reduzieren müssen, da wir dann das Gebiet östlich von München nicht mehr adäquat bedienen können. Personell mussten wir also aufstocken. Ich habe dann einen Testballon gestartet und mit einer Agentur zusammen Stellenausschreibungen auf Facebook und Instagram ausgespielt. Innerhalb von zwei Wochen hatten wir gute 100 Bewerbungen.
Über einen Personalmangel können wir uns also nicht beschweren. Ich denke, wenn man sich nicht nur auf die klassischen Stellenbörsen und das Arbeitsamt verlässt und ein wenig offen ist, hat man hier weniger Probleme. Natürlich kostet so eine Agentur Geld, aber ein Mitarbeiter wird bei uns innerhalb eines Monats eingearbeitet, das hat sich schnell amortisiert.
Natürlich sind auch wir von der Konjunktur betroffen. In unserem Fall muss man aber auch ganz klar sagen: Wir bieten eine Kann-Dienstleistung an, wir sind kein Klempner-Betrieb, den man im Notfall ruft, wenn die Toilette nicht mehr funktioniert. Wir müssen als Betrieb sichtbar sein, hervorstechen und uns nach außen präsentieren können. Dafür brauchen wir eine vernünftige Webseite mit Referenzen und Vorher/Nachher-Bildern und müssen unserem Unternehmen ein Gesicht geben.
Ich denke, so etwas fällt deutlich stärker ins Gewicht, als wenn es der Gesamtwirtschaft insgesamt nicht so gut geht. Ein Stück weit ist es eben auch eine Frage des Wollens, ob man sich dafür nun an eine Agentur wendet oder es selbst macht. Unser größter Kundengewinnungsapparat ist aktuell eine klassische Tageszeitung. Darüber sprechen wir unsere Zielgruppe von Eigenheimbesitzern im Alter von 50 bis 60 plus direkt an. Ich bin zukünftig im Unternehmen dafür verantwortlich, Plattformen wie LinkedIn und Instagram stärker zu bespielen, damit wir noch sichtbarer werden. Im Laufe der kommenden Saison wird man da mehr von sehen, da waren wir bisher noch etwas zurückhaltend.