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HERO im Gespräch mit SARO Hochdruckreinigung

„Wir müssen als Betrieb sichtbar sein“ – Interview mit Julius Führer von SARO

Lukas Beckmann  | 27.02.2026  |  Lesezeit: Minuten

Das Dach ist vermoost, die Einfahrt fleckig oder die Fassade mit Algen befallen? Das ist ein Fall für eine Hochdruckreinigung, wie sie die SARO OHG aus Kuchen in Baden-Württemberg anbietet. Wir haben mit dem zukünftigen Geschäftsführer Julius Führer über die Feinheiten der Hochdruckreinigung, beeindruckende Projekte und die Relevanz von Sichtbarkeit für Handwerksbetriebe gesprochen.

Bild: Ein Mitarbeiter von Saro Hochdruckreinigung reinigt ein Dach vom Kran aus
Bei der Dachreinigung geht es für die Mitarbeiter von SARO Hochdruckreinigung hoch hinaus – zur Sicherheit an einem Kran. | © Saro OHG

Hallo Julius! Stell dich doch bitte kurz vor: Wer bist du und was machst du bei der SARO OHG?

Ich bin Julius Führer und arbeite bei der SARO Hochdruckreinigung, aktuell als Leiter Geschäftsentwicklung. Wie der Name schon sagt arbeiten wir primär mit Hochdruck-Reinigungsgeräten und im Regelfall auch mit Heißwasserstrahltechnik. Von der Terrasse des Einfamilienhauses über die Einfahrt und das Vordach bis hin zu den Gebäuden großer Firmenkomplexe kümmern wir uns um alle Objekte, für die eine Hochdruckreinigung in Frage kommen.

Ich bin im Betrieb vor allem für die Prozesse im Hintergrund verantwortlich. Wir sind in den vergangenen drei Jahren so sehr gewachsen, dass sich die Verwaltung nicht mehr über einen einfachen Kalender oder eine Excel-Tabelle managen lässt. Zum einen ist das die interne Infrastruktur, in der auch HERO eine Rolle spielt, und zum anderen schaue ich, wie das Unternehmen nach außen hin aufgestellt ist. Dazu zählen unsere Webseite und Social Media Kanäle.

Dabei verfolgen wir aktuell das Ziel, SARO nicht nur lokal bei den Privatkunden bekannt zu machen, sondern auch Firmen und Kommunen anzusprechen. Dafür haben wir auch richtige Vertriebler und mich, der die Basis schafft und dafür sorgt, dass jeder sein Handwerkszeug hat, um draußen erfolgreich unterwegs zu sein.

Bild: Julius Führer

Sichtbarkeit und Präsenz fallen stärker ins Gewicht, als wenn es der Gesamtwirtschaft mal nicht so gut geht.

Julius Führer

Leiter Geschäftsentwicklung - SARO OHG

SARO gibt es bereits seit 2008. Was war damals der ausschlaggebende Punkt, in die Hochdruckreinigung einzusteigen?

Unsere beiden Geschäftsführer und Gründer haben mit der Reinigung von Matratzen und Polstern angefangen, waren also auf Schlaf- und Wohnungshygienie im Innenraum spezialisiert. Sie haben sich damit über einige Jahre einen großen Kundenstamm aufgebaut, aber ein Handwerksbetrieb lebt ja auch davon, wie gut man ihn und seine Dienstleistung wahrnimmt. Dahingehend war die Arbeit deutlich kleinteiliger und es will ja nicht jeder unbedingt sehen, was da so aus der Matratze und den Polstern rauskommt.

Die Überlegung war dann, dass ein guter Teil des Geschäfts auch im Außenbereich liegt. Dieser wurde dann nach und nach mit abgedeckt, zuerst mit Subunternehmern und dann mit eigenen Maschinen. Es hat sich dann herauskristallisiert, dass in diesem Bereich nochmal eine deutlich größere Nachfrage herrscht. Also hat man sich schlussendlich auf die Außenreinigung spezialisiert. Heute stellt die Außenreinigung ungefähr 95 Prozent des Geschäftsbereiches dar und der Rest läuft noch ein bisschen nebenbei mit.

Ihr arbeitet vor allem mit Heißwasser-Strahltechnik. Wie muss ich mir das genau vorstellen?

Wir arbeiten bei der Hochdruckreinigung mit Heißwasser mit speziellen Maschinen, die einen viel höheren Wasserdurchsatz haben als die üblichen Haushaltsgeräte. Vorne haben die Maschinen einen rotierenden Düsenkopf mit einer Breite von 30 bis 50 Zentimetern. Die entsprechende Breite und der hohe Wasserdurchlauf ermöglichen es, den Wasserdruck anzupassen und auch empfindliche Oberflächen schonend reinigen zu können. Auch Oberflächen aus Stein und Beton werden bei maximalem Druck ein wenig in Mitleidenschaft gezogen.

Der zweite entscheidende Faktor ist das Heißwasser. Wir waschen ja normalerweise auch aus gutem Grund eher mit warmem Wasser unsere Hände, weil das die Seife noch mal ein Stück weit reaktionsfreudiger macht. Und gerade, wenn wir dann mit 80 bis 95°C arbeiten, werden die Verschmutzungen nicht nur durch das Wasser, sondern auch die Temperatur gelöst. Gerade bei organischem Material wie Algen macht das Heißwasser den Unterschied. Entscheidend ist bei uns also die bessere Dosierbarkeit und die bessere Reinigungswirkung durch hohe Temperaturen.

Allerdings müssen wir bei klassischen stärkeren Verschmutzungen wie Ölflecken oder Rost auch hin und wieder mit chemischen Reinigungsmitteln arbeiten. Auch bei der Graffitientfernung kommt man mit Wasser alleine meist nicht weit. Mittlerweile gibt es aber genug Mittel, die nicht allzu hart die Chemiekeule schwingen und trotzdem zu einem adäquaten Ergebnis führen. Und das ist es, worauf es uns ankommt.

Graffitientfernung klingt nicht gerade nach einer spaßigen Aufgabe. Gibt es hin und wieder besonders „nervige“ Projekte?

Bei der Graffitientfernung gibt es nicht „den einen Weg“. Man muss unterschiedliche Lösungsmittel anwenden, auch abhängig von der Oberfläche. Wenn die Kollegen da ein bisschen Zeit haben, sich auszuprobieren, ist das sogar eine der interessantesten Aufgaben.

Da ist das Thema Fassadenreinigung manchmal schon undankbarer. Da wir nicht immer überall eine Hebebühne aufbauen können, müssen manchmal Teleskoplanzen zum Einsatz kommen. Die haben ruckzuck 8 bis 10 Meter Länge und entsprechend einen gewissen Hebel. Das merkt man dann am Tagesende definitiv in den Schultern.

Bild: Graffitientfernung mit Hochdruckreiniger
Die Graffitientfernung zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Außenreinigung. © SARO OHG

Zu euren Services zählt auch Dach & PV-Reinigung. Woran erkenne ich, ob mein Dach oder meine PV-Anlage eine Reinigung nötig haben?

Ganz häufig sind ästhetische Gründe der treibende Faktor. Wenn das Dach vermoost ist und es in keinster Weise mehr rot schimmert, sondern einfach nur noch braun und schwarz ist, dann ist es auf jeden Fall höchste Zeit. Der Tenor ist eigentlich bei Dach, Fassade und Bodenflächen der gleiche: Grünbeläge, egal ob Moosflechte, Algen oder Pilze, sollten entfernt werden, da sich sonst das Wasser zu lange darauf hält, was sich auch auf die Langlebigkeit auswirkt. Je sauberer die Oberfläche, desto besser kann sie trocknen.

Sobald das Dach also ein gutes Stück weit vom Neuzustand entfernt ist, dann sollte zumindest geprüft werden, ob sich eine Reinigung lohnt. Als Faustregel kann man eine Reinigung alle 10 bis 15 Jahre, spätestens nach 20 Jahren, einplanen. Das hängt natürlich auch von der Qualität des Daches ab.

Bei PV-Anlagen spielt es wiederum eine Rolle, wie steil die Paneele aufgestellt sind. Bei flachen Anlagen kommt es häufig schneller zur Verschmutzung, besonders, wenn Industrieanlagen, vielbefahrene Straßen oder Felder in der Umgebung sind. Diese kann dann unter Umständen auch zu einem Leistungsverlust führen, was eine Reinigung in jedem Fall rechtfertigt. Insgesamt geht es unseren Kunden aber um die Ästhetik und die Lebensdauer ihrer Objekte.

Für eine Dachreinigung geht es hoch hinaus. Was sind die Voraussetzungen dabei?

Das kann man sich ein bisschen vorstellen wie bei der Baumpflege. Wir legen sehr viel Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter gesichert sind und nicht einfach so über das Dach laufen. Bei der Dachreinigung kommen wir immer mit einem Sicherungskran, damit die Mitarbeiter einen höheren Sicherungspunkt haben. Diese tragen dann einen PSA Klettergurt. Die Fallsicherung schlägt direkt nach 20 oder 30 Zentimetern an.

Für den Kunden ist es selbstverständlich etwas teurer, wenn wir mit einem Kran anreisen müssen, aber eigentlich sind sich alle Parteien immer einig, dass Sicherheit vorgeht. Unsere Mitarbeiter frischen regelmäßig die Kranschulung auf und unsere Gefährdungsbeurteilung wird regelmäßig überprüft.

Für Firmen reinigt ihr auch „spezielle Konstruktionen“. Was war das ungewöhnlichste Projekt, das ihr umgesetzt habt?

Eines der interessantesten Projekte war die Reinigung der Messelbergsternwarte in Donzdorf. Ein abgefahrenes Teil. Wir haben aber auch schon den Grund einer Schleuse gereinigt, die dann dafür komplett leergepumpt werden musste. Es waren auch schon Gaskessel dabei, bei denen es dann wieder in die Höhe ging. Das waren so die abgefahrensten Projekte.

Die Messelbergsternwarte in Donzdorf. © Foto: Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf e.V., Landkreis Göppingen | CC BY-ND: https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de

Die Kosten für eine Reinigung hängen vom Aufwand und Zusatzleistungen ab, ihr versprecht Festpreis-Angebote und bietet Testreinigung an. Wie bleibt ihr dabei gleichzeitig fair und verbindlich?

Bei nahezu jedem Auftrag haben wir vorher unseren Außendienst vor Ort, der sich die Gegebenheiten anschaut, welches Material vorhanden ist und ob spezielle Reinigungsmittel zum Einsatz kommen müssen. Also welche Technik braucht es, um mit möglichst moderatem, schonendem Einsatz ein gutes Reinigungsergebnis zu haben. Das gehen wir dann mit unseren Kunden transparent durch.

Von der Beratung über die Reinigung bis zum Ansprechpartner, der für Rückfragen zur Verfügung steht, wollen wir einfach ein Gesamtpaket bieten, mit dem sich die Kunden wohlfühlen. Über die Referenzen auf unserer Website und die Beratung bieten wir so viel Transparenz, dass die Kunden sagen können: Okay, das ist sicher nicht günstig, aber es lohnt sich und wir fühlen uns mit dem Ergebnis wohl.

Ihr habt vier Außenstellen in Süddeutschland. Was ist die größte logistische Herausforderung im Alltag – und wie haltet ihr die Qualität konstant, wenn mehrere Teams parallel unterwegs sind?

Mittlerweile decken wir ein Gebiet von ca. 150 Kilometern ab. Es wäre also extrem ineffizient, die Mitarbeiter jeden Morgen in der Hauptzentrale an der Stechuhr antreten zu lassen, die Aufträge zu verteilen und sie dann erst losfahren zu lassen. Also regeln wir sämtliche Prozesse in HERO: Alle haben die nötigen Infos zum Projekt inklusive Bilder und einer Skizze von der Baustelle bei sich auf dem Handy. Je nach Entfernung können die Mitarbeiter dann ihre Anfahrt selbst einplanen.

Die Servicestandorte ermöglichen es uns, näher am Kunden zu sein und Maschinen und Materialien nicht ständig hin und her fahren zu müssen. Es nützt niemandem, wenn wir mehr Zeit auf der Straße verbringen als beim Kunden.

Zum Schluss noch eine allgemeinere Frage: Wo seht ihr aktuell die größte Herausforderung für euren Betrieb oder eure Branche und wie begegnet ihr dieser?

Da einer unserer Mitarbeiter bald in den wohlverdienten Ruhestand geht, werden wir unser Einzugsgebiet etwas reduzieren müssen, da wir dann das Gebiet östlich von München nicht mehr adäquat bedienen können. Personell mussten wir also aufstocken. Ich habe dann einen Testballon gestartet und mit einer Agentur zusammen Stellenausschreibungen auf Facebook und Instagram ausgespielt. Innerhalb von zwei Wochen hatten wir gute 100 Bewerbungen.

Über einen Personalmangel können wir uns also nicht beschweren. Ich denke, wenn man sich nicht nur auf die klassischen Stellenbörsen und das Arbeitsamt verlässt und ein wenig offen ist, hat man hier weniger Probleme. Natürlich kostet so eine Agentur Geld, aber ein Mitarbeiter wird bei uns innerhalb eines Monats eingearbeitet, das hat sich schnell amortisiert.

Natürlich sind auch wir von der Konjunktur betroffen. In unserem Fall muss man aber auch ganz klar sagen: Wir bieten eine Kann-Dienstleistung an, wir sind kein Klempner-Betrieb, den man im Notfall ruft, wenn die Toilette nicht mehr funktioniert. Wir müssen als Betrieb sichtbar sein, hervorstechen und uns nach außen präsentieren können. Dafür brauchen wir eine vernünftige Webseite mit Referenzen und Vorher/Nachher-Bildern und müssen unserem Unternehmen ein Gesicht geben.

Ich denke, so etwas fällt deutlich stärker ins Gewicht, als wenn es der Gesamtwirtschaft insgesamt nicht so gut geht. Ein Stück weit ist es eben auch eine Frage des Wollens, ob man sich dafür nun an eine Agentur wendet oder es selbst macht. Unser größter Kundengewinnungsapparat ist aktuell eine klassische Tageszeitung. Darüber sprechen wir unsere Zielgruppe von Eigenheimbesitzern im Alter von 50 bis 60 plus direkt an. Ich bin zukünftig im Unternehmen dafür verantwortlich, Plattformen wie LinkedIn und Instagram stärker zu bespielen, damit wir noch sichtbarer werden. Im Laufe der kommenden Saison wird man da mehr von sehen, da waren wir bisher noch etwas zurückhaltend.

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