Zum Inhalt springen

KI in der Gebäudereinigung

ChatGPT statt Wischmop? Wie KI Gebäudereiniger unterstützen kann

Lukas Beckmann  | 30.01.2026  |  Lesezeit: Minuten

Fehlendes Personal, steigende Lohnkosten und eine angespannte Wirtschaft: Die Gebäudereinigungsbranche steht wie viele andere handwerkliche Branchen aktuell vor großen Herausforderungen. Kann der Einsatz von künstlicher Intelligenz ein Weg sein, um diesen Problemen zu begegnen? Wir erläutern Vorteile, Nachteile und Beispiele für den Einsatz von KI in der Gebäudereinigung.

Mensch und KI arbeiten zusammen: Künstliche Intelligenz soll die menschliche Arbeitskraft nicht ersetzen, sondern unterstützen.

Roboter und Chatbots statt Fachkräfte und Putzmittel?

Das Thema künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Seit dem Hype um ChatGPT dreht sich in vielen Branchen alles um die Frage: Wie lassen wir die KI am besten für uns arbeiten? Branchen, deren Kern traditionell in der physischen Arbeit mit den Händen liegt, haben mit der Integration von KI in den Arbeitsalltag aber häufig Probleme. Denn die KI kann keine Fenster putzen, Toiletten reinigen oder Böden wischen und wird dies auch in absehbarer Zeit nicht übernehmen.

Zwar gibt es für solche Arbeiten auch schon Reinigungsroboter, allerdings sind diese noch recht teuer und (noch) nicht für den flächendeckenden Einsatz geeignet. Wie beim Thema KI geht es allerdings auch bei Reinigungsrobotern vor allem um die Unterstützung menschlicher Arbeitskraft durch maschinelle und nicht um den Ersatz. Konkret stellt sich allerdings die Frage: Wie kann KI in einem Gebäudereinigungsbetrieb eingesetzt werden?

Gebäudereinigung in Zahlen

27,4 % Minijobber
befanden sich 2023 unter den 696.000 Beschäftigten – in absoluten Zahlen 191.000 (Quelle: Statistisches Bundesamt).
696.000 Beschäftigte
waren 2023 in Deutschland als professionelle Gebäudereiniger*in tätig (Quelle: Statistisches Bundesamt).
26,3 Milliarden Euro
Jahresumsatz machte die Branche der handwerklichen Gebäudereinigung in 2023 in Deutschland (Quelle: Statista).

Beispiele für den Einsatz von KI im Gebäudereinigungs-
betrieb

Vorab sei gesagt: Eine allgemeingültige Lösung für den Einsatz von KI in Handwerksbetrieben wird es wohl nie geben. Jeder Betrieb ist einzigartig und arbeitet auf seine Weise am effektivsten. Außerdem sind Large Language Models (LLMs), so der korrekte Begriff für KI-Chatbots wie ChatGPT oder Google Gemini, trotz ihrer rasanten Verbreitung in jüngster Vergangenheit noch eine neue und experimentelle Technologie.

Ihr Einsatz erfordert Kreativität, Experimentierfreudigkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, kann sich langfristig allerdings durch sinkende Kosten und eine gesteigerte Effizienz auszahlen. Die folgenden Beispiele sind daher als gedankliche Anregungen zu verstehen, nicht als Blaupausen für den unhinterfragten Einsatz.

Intelligente und automatisierte Planung

Ein sinnvolles Einsatzgebiet für die künstliche Intelligenz in der Gebäudereinigung kann die KI-gestützte Planung von Einsätzen sein. Eine KI kann beispielsweise datengestützte Reinigungspläne optimieren oder sogar von Grund auf erstellen. Dafür braucht die KI allerdings passende Daten. Wenn es also zum Beispiel um die Optimierung der Routenplanung für den Außendienst geht, wird ein LLM Adressen und Zeiten benötigen, um diese abzugleichen. Dabei solltest du aufpassen, keine sensiblen Daten deiner Kund*innen weiterzugeben.

Ein weiteres Beispiel ist die KI-gestützte bedarfsorientierte Innenraumreinigung. Stell dir ein großes Bürogebäude vor: Gerade in der heutigen Arbeitswelt kommt es immer häufiger vor, dass die Nutzung variiert und das Büro unterschiedlich häufig frequentiert wird. Eine KI, die (anonymisierten) Zugriff auf die Anwesenheiten der Mitarbeiter*innen hat, zum Beispiel über einen digitalen Kalender, könnte auf Basis dessen Reinigungstermine ermitteln, wenn sie nötig sind.

In Zeiträumen, in denen das Büro weniger stark genutzt wird, zum Beispiel zur Urlaubszeit oder bei vermehrter Homeoffice-Tätigkeit, kann die Taktung dann heruntergefahren werden. Dadurch werden auf beiden Seiten Ressourcen gespart und der Reinigungsbetrieb kann seine Mitarbeiter*innen anderswo gezielter einsetzen.

Einsatz von Sensorik & IoT

Ähnlich wie im vorherigen Beispiel kann auch der Einsatz von intelligenter Hardware dabei helfen, Reinigungen besser zu verteilen und nur dann stattfinden zu lassen, wenn sie wirklich nötig sind. Solche Geräte spielen vor allem rund um Smart Housing und das „Internet of Things“ (IoT) eine Rolle. Sie erkennen frühzeitig, wenn eine Oberfläche verschmutzt oder ein Abfalleimer voll ist, und können so gezielt die Reinigung in Auftrag geben.

Diese Technologie kann entweder von den Gebäudeinhabern angeschafft oder vom Reinigungsbetrieb selbst installiert werden. Selbstverständlich erfordern solche Anschaffungen eine Investition und sollten daher wohlüberlegt sein. Gerade bei Großaufträgen und wiederkehrenden Aufträgen kann es sich jedoch lohnen, darüber nachzudenken, um Ressourcen optimal zu verteilen und sich nachhaltig positiv von der Konkurrenz abzuheben.

KI in der betrieblichen Verwaltung

Der nach heutigen Maßstäben naheliegendste Einsatz von KI liegt in den Verwaltungsaufgaben des Betriebs. LLMs sind, wie der Name schon sagt, vor allem Sprachmodelle und eignen sich dafür, Texte zu schreiben, zu übersetzen oder zu optimieren. Sie können also ideal dafür genutzt werden, Mails zu schreiben, detaillierte Arbeitsanweisungen zu formulieren, und das sogar mehrsprachig, oder andere Dokumente aufzusetzen.

Es sei allerdings erwähnt, dass du dafür nicht zwingend eine KI nutzen musst. Auch eine dedizierte Handwerkersoftware mit Möglichkeiten zur Automatisierung kann dazu beitragen, diese und weitere Prozesse zu beschleunigen und zu optimieren. Damit kannst du zum Beispiel dein Mahnwesen vereinfachen, die Reaktion auf Kundenanfragen beschleunigen und digitale Terminpläne erstellen – und das in einer DSGVO- und GoBD-konformen Software wie HERO!

HERO: Software für Profis in der Gebäudereinigung

Bild: Hero in der App oder vom Büro aus

Vorteile und Nachteile von KI in der Gebäudereinigung

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Handwerksbetrieb bringt nicht ausschließlich Vorteile mit sich. Der Zeitersparnis und der Reduzierung von Kosten, zu der KI beitragen kann, stehen unter anderem die Ausbildung der Kompetenz im Umgang mit KI-Tools und eine zumindest anfänglich nötige Kontrolle der Ergebnisse gegenüber. Trotz der rasanten Entwicklung stecken LLMs noch immer in den Kinderschuhen und bedürfen der Aufsicht von menschlichen Experten, die ihre Ergebnisse nachvollziehen und im Zweifelsfall korrigieren können.

Hinzu kommt der Fakt, dass eine KI Daten braucht, um auf Basis dieser Analysen zu entwickeln und Optimierungen vorzuschlagen. Diese müssen ihr also zur Verfügung gestellt oder sogar erst noch gesammelt werden. Hierbei sollte jeder Betrieb Vorsicht walten lassen, um nicht versehentlich sensible Daten von Kund*innen weiterzugeben. Viele gängige Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity laufen auf amerikanischen Servern und sind deshalb nicht zwingend DSGVO-konform. Europäische Modelle wie das französische Le Chat von Mistral AI oder das deutsche Luminous von Aleph Alpha sind hier sicherer.

Unten haben wir einige Vorteile und Nachteile des Einsatzes von KI in der Gebäudereinigung anhand verschiedener Beispiele kompakt zusammengefasst.

Anwendung der KIVorteileNachteile
Erstellung von Reinigungsplänen
  • Zeitersparnis
  • Optimierte Pläne
  • Höhere Flexibilität bei Ausfällen
  • Daten müssen gesammelt werden
  • Pläne müssen nachvollziehbar auf Fehler kontrolliert werden
Intelligente Sensoren
  • Bedarfsgerecht Reinigung
  • Bessere Ressourcenverteilung
  • Investitionskosten
  • Weniger persönlicher Kontakt
Verwaltungsaufgaben im Betrieb
  • Zeitersparnis
  • Kostenersparnis
  • Benötigt Kontrolle durch den Menschen
  • Kompetenz im Umgang ausbilden nimmt Zeit in Anspruch

Fazit: Putzt bald die KI?

Fest steht: Die Gebäudereinigung kann unmöglich vollständig von künstlicher Intelligenz oder selbst Robotern übernommen werden. Dennoch zeichnet sich ab, dass die Bedeutung von intelligenten Softwaresystemen und auch der Einsatz von maschinellen Helfern in naher Zukunft noch deutlich zunehmen wird. Welche genauen Auswirkungen das auf einzelne Betriebe oder Arbeitskräfte haben wird, ist unmöglich schon heute abzusehen.

Allerdings entstehen durch den Einsatz von KI auch Chancen für Handwerksbranchen wie die Gebäudereinigung, vor allem in den Punkten Effizienz und Kostenreduktion. Sich frühzeitig mit den Möglichkeiten zu beschäftigen, die KI bietet, kann also langfristig den Erfolg des eigenen Betriebs sichern. Künstliche Intelligenz sollte weniger als Bedrohung für den Arbeitsplatz und mehr als zusätzliches Werkzeug neben Schwamm, Bürste, Computer und Smartphone gesehen werden.

Bild: Hero Handwerkersoftware kostenlos testen

HERO: Handwerker Software für Profis

Kostenlose Beratung