Vorab sei gesagt: Eine allgemeingültige Lösung für den Einsatz von KI in Handwerksbetrieben wird es wohl nie geben. Jeder Betrieb ist einzigartig und arbeitet auf seine Weise am effektivsten. Außerdem sind Large Language Models (LLMs), so der korrekte Begriff für KI-Chatbots wie ChatGPT oder Google Gemini, trotz ihrer rasanten Verbreitung in jüngster Vergangenheit noch eine neue und experimentelle Technologie.
Ihr Einsatz erfordert Kreativität, Experimentierfreudigkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, kann sich langfristig allerdings durch sinkende Kosten und eine gesteigerte Effizienz auszahlen. Die folgenden Beispiele sind daher als gedankliche Anregungen zu verstehen, nicht als Blaupausen für den unhinterfragten Einsatz.
Intelligente und automatisierte Planung
Ein sinnvolles Einsatzgebiet für die künstliche Intelligenz in der Gebäudereinigung kann die KI-gestützte Planung von Einsätzen sein. Eine KI kann beispielsweise datengestützte Reinigungspläne optimieren oder sogar von Grund auf erstellen. Dafür braucht die KI allerdings passende Daten. Wenn es also zum Beispiel um die Optimierung der Routenplanung für den Außendienst geht, wird ein LLM Adressen und Zeiten benötigen, um diese abzugleichen. Dabei solltest du aufpassen, keine sensiblen Daten deiner Kund*innen weiterzugeben.
Ein weiteres Beispiel ist die KI-gestützte bedarfsorientierte Innenraumreinigung. Stell dir ein großes Bürogebäude vor: Gerade in der heutigen Arbeitswelt kommt es immer häufiger vor, dass die Nutzung variiert und das Büro unterschiedlich häufig frequentiert wird. Eine KI, die (anonymisierten) Zugriff auf die Anwesenheiten der Mitarbeiter*innen hat, zum Beispiel über einen digitalen Kalender, könnte auf Basis dessen Reinigungstermine ermitteln, wenn sie nötig sind.
In Zeiträumen, in denen das Büro weniger stark genutzt wird, zum Beispiel zur Urlaubszeit oder bei vermehrter Homeoffice-Tätigkeit, kann die Taktung dann heruntergefahren werden. Dadurch werden auf beiden Seiten Ressourcen gespart und der Reinigungsbetrieb kann seine Mitarbeiter*innen anderswo gezielter einsetzen.
Einsatz von Sensorik & IoT
Ähnlich wie im vorherigen Beispiel kann auch der Einsatz von intelligenter Hardware dabei helfen, Reinigungen besser zu verteilen und nur dann stattfinden zu lassen, wenn sie wirklich nötig sind. Solche Geräte spielen vor allem rund um Smart Housing und das „Internet of Things“ (IoT) eine Rolle. Sie erkennen frühzeitig, wenn eine Oberfläche verschmutzt oder ein Abfalleimer voll ist, und können so gezielt die Reinigung in Auftrag geben.
Diese Technologie kann entweder von den Gebäudeinhabern angeschafft oder vom Reinigungsbetrieb selbst installiert werden. Selbstverständlich erfordern solche Anschaffungen eine Investition und sollten daher wohlüberlegt sein. Gerade bei Großaufträgen und wiederkehrenden Aufträgen kann es sich jedoch lohnen, darüber nachzudenken, um Ressourcen optimal zu verteilen und sich nachhaltig positiv von der Konkurrenz abzuheben.
KI in der betrieblichen Verwaltung
Der nach heutigen Maßstäben naheliegendste Einsatz von KI liegt in den Verwaltungsaufgaben des Betriebs. LLMs sind, wie der Name schon sagt, vor allem Sprachmodelle und eignen sich dafür, Texte zu schreiben, zu übersetzen oder zu optimieren. Sie können also ideal dafür genutzt werden, Mails zu schreiben, detaillierte Arbeitsanweisungen zu formulieren, und das sogar mehrsprachig, oder andere Dokumente aufzusetzen.
Es sei allerdings erwähnt, dass du dafür nicht zwingend eine KI nutzen musst. Auch eine dedizierte Handwerkersoftware mit Möglichkeiten zur Automatisierung kann dazu beitragen, diese und weitere Prozesse zu beschleunigen und zu optimieren. Damit kannst du zum Beispiel dein Mahnwesen vereinfachen, die Reaktion auf Kundenanfragen beschleunigen und digitale Terminpläne erstellen – und das in einer DSGVO- und GoBD-konformen Software wie HERO!