Messenger sind einfach praktisch. Die meisten von uns nutzen sie täglich. Trotzdem solltest du, besonders wenn es um berufliche Zwecke geht, einmal die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Messenger-Dienste gegenüberstellen, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest. Die nachfolgende Tabelle hilft dir dabei.
Der in Deutschland am meisten verbreitete Messenger Whatsapp hat sich nicht ohne Grund durchgesetzt. Die App ist einfach und schnell installiert und daneben sehr benutzerfreundlich aufgebaut, sodass direkt mit dem Versenden von Nachrichten begonnen werden kann. Kontakte aus dem Telefonbuch werden automatisch mit Whatsapp verknüpft und fast jeder nutzt Whatsapp, sodass man dort die meisten Nutzer antrifft. Die App bietet außerdem viele weitere Funktionen wie Gruppenchats, Videotelefonie, Audiotelefonie, Sprachnachrichten oder Whatsapp Web.
Auf der anderen Seite steht ganz klar das Gegenargument des mangelnden Datenschutzes. Da sich die Server von Whatsapp in den USA befinden, gilt nicht das europäische Datenschutzrecht. Darüber hinaus werden viele Daten seit dem Kauf von Whatsapp durch Facebook an den Mutterkonzern weitergegeben. Die meisten Nutzer waren aber ohnehin schon davor bei Facebook angemeldet.
Auch bei den anderen großen Messenger-Diensten gibt es Vorteile und Nachteile, die im Großen und Ganzen ähnliche Themen betreffen. Häufigste Diskussionspunkte sind Datenschutz und Datensicherheit. Dass Whatsapp und Facebook Unmengen an Nutzerdaten speichern, ist lange kein Geheimnis mehr, trotzdem werden beide Dienste am meisten genutzt. Whatsapp hat mittlerweile zumindest eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt, während diese bei Telegram und dem Facebook-Messenger standardmäßig nicht vorhanden ist.
Zu den sichersten Messenger-Diensten in Deutschland gehören Threema und Signal. Threema ist dafür aber auch kostenpflichtig und du musst bei beiden Apps weniger Nutzer, sowie weniger Funktionen in Kauf nehmen. Eine pauschale Empfehlung für einen Messenger zu geben, ist an dieser Stelle kaum möglich. Je nachdem, was dir für deinen Betrieb am Wichtigsten ist, kommen alle der hier aufgeführten Dienste infrage. Generell machst du aber mit der Whatsapp Business Variante nichts verkehrt.
| Messenger |
Vorteile |
Nachteile |
| Whatsapp |
Kontakte aus dem Telefonbuch werden automatisch mit Whatsapp verknüpft |
Datenschutz optimierungsbedürftig (Weitergabe an Facebook) |
| Schnell installiert |
Nur auf einem Gerät nutzbar |
| Intuitive Benutzeroberfläche |
Kein Schutz gegen Datenverlust |
| Am weitesten verbreitet |
Serverstandort in den USA |
| App läuft im Hintergrund weiter, sodass Nachrichten empfangen und versendet werden, auch wenn der Messenger nicht geöffnet ist |
| Facebook-Messenger |
Mehr Möglichkeiten, als bei Whatsapp - insbesondere für Unternehmen |
App hat Zugriff auf viele Funktionen des Smartphones |
| Integrierter Chatbot |
Standardmäßig keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung |
| Serverstandort in den USA |
| Weniger Funktionen |
| Telegram |
Du kannst von verschiedenen Geräten auf deine Chats zugreifen (Cloud-Messenger) |
Standardmäßig keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung |
| Umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten |
Wird gern von radikalen Menschengruppen genutzt |
| Serverstandort unklar |
| Threema |
Erfüllt die gesetzlichen Datenschutzanforderungen der EU, da Serverstandort in der Schweiz |
Kostenpflichtiger Dienst |
| Weniger Nutzer |
| Signal |
Lokal gespeicherte Chat-Protokolle |
Serverstandort in den USA |
| Ende-zu-Ende-Verschlüsselung |
Messenger ersetzen keine echte Software
In vielen Handwerkszweigen werden Messenger wie Whatsapp immer noch für den Großteil der innerbetrieblichen Kommunikation genutzt. Bilder versenden geht schnell und die meisten Menschen haben sich einfach an die Messenger-Dienste gewöhnt. Besonders für die Nutzung im beruflichen Bereich haben Whatsapp und Co. aber einen entscheidenden Nachteil: Es gibt keine Übersicht. Schon nach wenigen Tagen weiß keiner mehr, welches Bild zu welchem Projekt gehört und Informationen geraten schnell durcheinander.
Hier kann eine Handwerker-Software helfen. Neben vielen anderen hilfreichen Funktionen ist der Grundbaustein einer solchen Software fast immer ein sogenanntes CRM-System. Ein solches System macht es möglich, dass alle Informationen, Nachrichten und Bilder projektbezogen gespeichert werden. So kannst du für jede Baustelle genau einsehen, welche Informationen bisher geteilt wurden. Die meisten Softwares haben außerdem eine Logbuch-Funktion integriert, mit der du noch genauer nachvollziehen kannst, wann und von wem ein Projekt bearbeitet wurde.
Trotzdem haben Whatsapp und Co. eine Daseinsberechtigung im Handwerk. Gerade für kleine Betriebe, die zunächst ohne eine Branchen-Software auskommen, sind Messenger eine gute Alternative.