Meisterpflicht konkret: Was bedeutet sie?
In Artikel 1 Absatz eins der Handwerksordnung (HwO) heißt es wörtlich: „Der selbständige Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks als stehendes Gewerbe ist nur den in der Handwerksrolle eingetragenen natürlichen und juristischen Personen und Personengesellschaften gestattet.“ In Artikel 7 heißt es weiter: „In die Handwerksrolle wird eingetragen, wer in dem von ihm zu betreibenden oder in einem mit diesem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk die Meisterprüfung bestanden hat.“2
Wer also in Deutschland einen Betrieb gründen oder als Geschäftsführer übernehmen möchte, der in einem der 53 zulassungspflichtigen Handwerksberufe tätig ist, braucht einen Meistertitel. Es gibt allerdings Ausnahmeregelungen, etwa eine vergleichbare Hochschulausbildung oder die sechsjährige Tätigkeit im Beruf mit abgeschlossener Ausbildung (ausgenommen davon sind Schornsteinfeger, Augenoptiker und Zahntechniker). Auch gilt die Meisterpflicht nicht rückwirkend: Wer zwischen 2004 und 2020 einen Betrieb ohne Meister gegründet hat, darf diesen weiterhin führen.
Was Fliesenleger bei Großformaten beachten müssen
Der Untergrund muss tragfähig, rissfrei, trocken, sauber und absolut eben sein. Bereits kleinste Unebenheiten führen bei Großformaten zu sogenannten Überzähnen – also sichtbaren Höhendifferenzen zwischen benachbarten Fliesen – die bei kleineren Formaten weniger auffallen würden. Pflicht ist das sogenannte Buttering-Floating-Verfahren: Dabei wird der Dünnbettmörtel sowohl auf den Untergrund als auch auf die Rückseite der Fliese aufgetragen, um eine möglichst hohlraumfreie Klebstoffschicht zu erzielen.
Kellen mit großer Zahnung, wie etwa Knickzahnkellen, sorgen dabei für eine vollflächige Haftung bis in die Ecken und Ränder. Zusätzlich empfiehlt sich der Einsatz eines Nivelliersystems, um eine exakt ebene Oberfläche zu garantieren. Für Fliesenlegerbetriebe bedeutet das: Ohne spezielles Werkzeug wie Saugplatten, XXL-Schneidemaschinen und Nivelliersysteme ist der Umgang mit Großformaten aufwändig und kompliziert. Der Zeitaufwand steigt, die Fehlertoleranz sinkt, und die Kalkulation muss den Mehraufwand abbilden.
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