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Betriebsübergabe im Handwerk - Tipps und Tricks

Anna Schwirten  | 06.05.2020
Bild: Eine Betriebsübergabe in einem Handwerksbetrieb
Eine Betriebsübernahme sollte mit dem gesamtem Team geplant und durchgeführt werden. | © 2017 wavebreakmedia/Shutterstock.com

Jedes Jahr werden in Deutschland viele Betriebsübergaben durchgeführt. Aber wie kann man diese erfolgreich gestalten? Damit die Geschäftsführung eines Unternehmens erfolgreich an einen Nachfolger abgegeben werden kann, gilt es einige Aspekte zu beachten. Bei der Planung müssen verschiedenste Faktoren wie zukünftige Ziele, finanzielle Aspekte und das Wohlergehen der Angestellten berücksichtigt werden. Im Folgenden findest du deshalb alle wichtigen Informationen zu einer erfolgreichen und zukunftsorientierten Betriebsübergabe im Handwerk.


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Wichtiges rund um die Betriebsübergabe

Bei einer Betriebsübergabe geht es nicht nur darum, dass das Unternehmen in den Besitz einer neuen Geschäftsführung übergeht. Zu den zentralen Zielen gehört auch, dass der Betrieb nach der Übergabe konkurrenzfähig bleibt, entsprechend modernisiert und digitalisiert wird, Arbeitsplätze absichert und langfristig bestehen kann. Damit das gelingt, ist eine langfristige und umfassende Planung (am besten über mehrere Monate bis Jahre) notwendig.

Zunächst muss ein passender Nachfolger für den Betrieb gefunden werden. Häufig können Mitarbeiter oder Familienmitglieder diese Rolle übernehmen, aber nicht immer lässt sich auf diese Weise eine geeignete und qualifizierte Person finden. In diesen Fällen könnte ein Unternehmensmakler dabei helfen, einen kompatiblen Nachfolger zu finden. Durch einen Berater der Handwerkskammer kann außerdem der Unternehmenswert berechnet werden, sodass auch der finanzielle Aspekt der Betriebsübernahme professionell begleitet wird.

Bild: Handwerker-Software auf einem Tablet
Mit einer guten Planung findest du die richtigen Maßnahmen für deinen Betrieb. © 2021 BongkarnGraphic/Shutterstock.com

Auch die finanzielle Absicherung der ehemaligen Geschäftsführung gehört zu einer gelungenen Betriebsübergabe. Hier kann es verlockend sein, die eigene Altersvorsorge an den ehemaligen Betrieb zu binden. Experten raten allerdings davon ab, ein Abhängigkeitsverhältnis mit dem Nachfolger einzugehen. So können potenzielle Probleme von Anfang an vermieden und die eigene Altersvorsorge besser abgesichert werden.

Betriebsübergabe Bemerkungen
Wann und warum? Bei Ausscheiden der aktuellen Geschäftsführung (Rente, Krankheit oder diverse andere Gründe)
Voraussetzungen Gute und ausführliche Planung (am besten über mehrere Jahre hinweg)
Nachfolger finden Im privaten Umfeld (Angestellte & Familienmitglieder), Geschäftspartner, Börsen und Makler für Unternehmen
Formen der Betriebsübergabe Unternehmenskauf, Pacht, Erbschaft, Schenkung, Anteilskauf
Wert der Firma ermitteln Am besten durch Berater der Handwerkskammer ermitteln lassen
Altersvorsorge und Rente Altersvorsorge und Rente am besten unabhängig vom Betrieb gestalten
Ziele für die Zukunft Wettbewerbsfähigkeit & Arbeitsplätze sichern, Kunden gewinnen & binden, Betrieb sinnvoll weiterentwickeln
Investitionen In Modernisierung, Digitalisierung, neue Mitarbeiter und die Erschließung neuer Geschäftsmodelle

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Künftige Herausforderungen im Handwerk

Fachkräftemangel und Digitalisierungsrückstand sind nur einige der künftigen Herausforderungen im Handwerk. Auch bei der Planung für eine Betriebsübergabe sollten diese Herausforderungen und Aufgaben im Fokus stehen, damit der Betrieb langfristig konkurrenzfähig bleiben kann. Mit einem umfangreichen Digitalisierungs- und Modernisierungsplan können bestehende Mängel gut behoben und zukünftige Probleme vermieden werden.

Gestiegene technische Anforderungen

Auch die technischen Anforderungen im Handwerk entwickeln sich immer weiter. Neue Werkzeuge, Baustoffe und Fertigungsmöglichkeiten erfordern stets neues Fachwissen und neue Kompetenzen. Hier liegt es in der Verantwortung der Betriebe, ihre Angestellten regelmäßig zu schulen, nützliche Trends rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Technische Fortschritte lassen sich gut auf Fachmessen und in Branchen-Zeitschriften verfolgen. Es ist also durchaus sinnvoll, sich regelmäßig über diese Kanäle zu informieren und mit anderen Betrieben in Austausch zu stehen.

Bild: Ein Dachdecker während der Arbeit
Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für das Handwerk. © 2020 Leszek Glasner/Shutterstock.com

Fachkräftemangel und Nachwuchsprobleme

Besonders im Handwerk ist der Fachkräftemangel in den vergangenen Jahren zu einem realen Problem geworden. Bundesweit bleiben viele Ausbildungsstellen unbesetzt und Betriebe suchen verzweifelt nach Nachwuchs. Viele Unternehmen scheinen Probleme damit zu haben, die jungen Menschen effektiv zu erreichen. Auch hier zeigt sich der Digitalisierungsrückstand vieler deutscher Betriebe und Unternehmen. So werden Stellenausschreibungen in Zeitungen und Magazinen kaum von der entsprechenden Altersgruppe wahrgenommen, während die Möglichkeiten von Social-Media und Co. kaum genutzt werden.

Konkurrenz und Wettbewerbsfähigkeit

In vielen Gewerken steigt der Konkurrenzdruck. Andere Betriebe entwickeln ihre Geschäftsmodelle weiter und große Anbieter verdrängen kleine Betriebe und Familienunternehmen. Damit auch dein Betrieb in Zukunft konkurrenz- und wettbewerbsfähig bleibt, ist eine innovative und offene Mentalität wichtig. Im Rahmen der Digitalisierung können neue Geschäftsfelder erschlossen, der Arbeitsalltag effizienter gestaltet und neue Kunden gewonnen werden. Hier ist es besonders wichtig, einen guten Plan für eine sinnvolle und praxisnahe Digitalisierung zu haben.

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Sinnvolle Digitalisierung als Lösungsansatz

Eine sinnvolle und praxisnahe Digitalisierung kann durchaus ein Lösungsansatz für viele der aktuellen Probleme und Herausforderungen im Handwerk sein. Hierbei ist allerdings ein guter Digitalisierungsplan essenziell. Überlege dir bereits im Vorhinein, welche konkreten Probleme, durch welchen Software-Einsatz gelöst werden sollen. Auf diese Weise profitierst du schon kurzfristig durch die Digitalisierung und musst keine unnötig großen Geldsummen investieren.

Digitalisierung vs. Handwerk 4.0

Unter dem Begriff Handwerk 4.0 werden viele hoch-innovative Technologien und Entwicklungen zusammengefasst. 3D-Drucker, moderne Robotik und künstliche Intelligenz stehen im Fokus von Fachmessen und Branchen-Zeitschriften. Aber braucht das deutsche Handwerk wirklich intelligente Roboter, um die aktuellen Probleme zu lösen? Experten sind sich einig, dass in den meisten Handwerksbetrieben eine viel grundlegendere Form der Digitalisierung wichtig wäre. Digitalisierung muss also nicht immer gleich die Anschaffung eines 3D-Druckers bedeuten und sollte nicht mit Handwerk 4.0 verwechselt werden.

Was soll digitalisiert werden?

Damit bei der Betriebsübergabe auch an den richtigen Stellen investiert und digitalisiert wird, sollte eine betriebsinterne Problemermittlung vorhergehen. Gibt es z. B. Probleme bei der Suche nach neuen Auszubildenden oder bei der Kommunikation mit dem Endkunden? Fast alle aktuellen Probleme im Handwerk lassen sich durch den Einsatz der richtigen digitalen Hilfsmittel lösen. Wichtig ist, dass du weißt, wo die Probleme liegen und auf welche Weise diese Probleme gelöst werden können.

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Mitarbeiterverwaltung Digitale HR-Lösungen, CRM-/ ERP-Programme Geringer Zeitaufwand, bessere Übersichtlichkeit
Marketing & Kundenverwaltung Soziale Medien und CRM-Programme Erschließen neuer Märkte & Kundengruppen, erleichterter Kundenkontakt

Förderung für Digitalisierung im Handwerk

Förderungen für Digitalisierung im Handwerk gibt es von staatlichen und privaten Institutionen. Mit dem ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit 380 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Betriebe einen günstigen Kredit für ihre Digitalisierung erhalten. Genauere Informationen zu den Voraussetzungen und der Höhe des Kredits findest du auf der Website der KfW. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt - im Rahmen der Förderprogramme „Go-Digital“ und „Digital Jetzt“, die Digitalisierung in kleinen und mittelgroßen deutschen Unternehmen mit Direktförderungen. Alle weiteren Informationen zu den Förderprogrammen des BMWi findest du hier.

Institution Förderprogramm
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Kredit 380
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) „Go-Digital“
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) „Digital Jetzt“

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