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ZAHLUNGSMETHODEN IM HANDWERK

Wie wird im Handwerk 2026 bezahlt? Überblick, Rechtliches und Tipps

Lukas Beckmann  | 30.03.2026  |  Lesezeit: Minuten

Bargeld, Girocard, Kreditkarte, PayPal: Zahlungsmethoden gibt es heutzutage mehr denn je. Welche Zahlungsarten im Handwerk verbreitet sind, war lange unklar. Eine Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zeigt, dass das Handwerk deutlich breiter aufgestellt ist, als viele vermutet hätten. Wir werfen einen Blick auf aktuelle Zahlen, klären die Vorteile und Nachteile der einzelnen Zahlungsmethoden und geben Tipps zum Thema Zahlungsverfahren.

Digital statt Bar: Immer mehr deutsche Handwerker*innen bieten digitale Zahlungsmethoden neben analogen an.

Zahlungsbedingungen im Handwerk

Handwerker*innen sind in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, mit ihrer Arbeit in Vorleistung zu gehen. Sie dürfen erst nach Fertigstellung des Werkes bzw. Abnahme der Arbeit durch den Kunden Geld verlangen. Eine Ausnahme stellen Abschlagszahlungen dar, die dazu gedacht sind, Materialaufwand und Personalkosten während des laufenden Auftrags zu decken. Bei Projekten, die von solchen Vorschüssen abhängen, sollten diese vorab klar vertraglich festgehalten werden.

Die Vergütung der Arbeit kann dem Gesetz nach ebenfalls direkt bei der Abnahme erfolgen. Für die gängige Rechnungsstellung mit einer Zahlungsfrist gibt es tatsächlich keine gesetzliche Grundlage. Ob eine direkte Zahlung – sozusagen noch auf der Baustelle – oder eine klassische Rechnung mit einigen Tagen bzw. Wochen Zahlungsfrist sinnvoll ist, hängt stark vom Projekt und vom jeweiligen Kunden ab. Umso sinnvoller ist es, sich als Handwerksbetrieb in Sachen Zahlungsmethoden möglichst breit aufzustellen.

Zahlungsmethoden im Überblick

Welche Zahlungsmethoden von Handwerker*innen akzeptiert werden, ist prinzipiell nur ihnen selbst überlassen. Steuerrechtlich müssen alle Zahlungen an den Betrieb dokumentiert und nachvollziehbar sein. Solange dies der Fall ist, bleibt der Rest Betriebssache. Dementsprechend unübersichtlich ist das Gesamtbild der Zahlungsmethoden im deutschen Handwerk. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat zwischen August und September 2025 eine Online-Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie weit welche Zahlungsmethoden im deutschen Handwerk verbreitet sind. Insgesamt nahmen über 800 Handwerksbetriebe an der Umfrage teil.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Wahl des Zahlungsverfahrens vor allem von der Größe des Betriebs und vom jeweiligen Gewerk abhängt. Insbesondere große Betriebe mit 50 oder mehr Mitarbeitenden, Gewerke mit angebundenem Ladengeschäft und Betriebe mit hohen Rechnungsbeträgen bieten neben Barzahlung auch überwiegend Kartenzahlung und digitale Bezahlmethoden an. Bei den Ein-Mann-Betrieben bietet nur knapp ein Drittel Kartenzahlung an. Ein kleiner Teil koppelt die Möglichkeit zum bargeldlosen Bezahlen an die Umsatzhöhe des jeweiligen Auftrags. 12 Prozent der Befragten gaben an, ausschließlich Bargeld als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Barzahlung im Handwerk

Befragt nach den Gründen scheuen mehr als drei Viertel der Betriebe, die sich ausschließlich bar bezahlen lassen, die Kosten im Zusammenhang mit Kartenzahlungen sowie digitalen Bezahlverfahren und fast zwei Drittel wollen den Verwaltungsaufwand der Abwicklung vermeiden. Zusätzlich geben fast 40 Prozent der Bargeld-Betriebe an, dass seitens ihrer Kunden kein Bedarf an alternativen Zahlungsmethoden angemeldet wird.

Bargeld gilt als besonders krisenfest: Es funktioniert unabhängig von Strom, Internet oder technischen Systemen und bleibt damit selbst bei technischen Störungen, Cyberangriffen oder Stromausfällen ein sicheres Zahlungsmittel. Auf der anderen Seite bringen auch Einzahlungen und Auszahlungen Gebühren mit sich: Im Durchschnitt belaufen sich diese auf 1,1 Prozent des eingezahlten Transaktionsumsatzes. Nicht außer Acht zu lassen ist auch der damit verbundene Zeitaufwand, in erster Linie durch die Fahrtwege zur Hausbank und das Wechselgeld-Management. Laut der Umfrage verbringen Betriebe damit rund eine Stunde pro Woche.

Kartenzahlung (Girocard & Kreditkarte)

Uneingeschränkte Kartenzahlung per Girocard (ehemals „EC-Karte“) oder Kreditkarte bieten laut ZDH-Umfrage 57 Prozent der Handwerksbetriebe an. 8 Prozent koppeln diese Zahlungsmethode an gewisse Voraussetzungen wie einen Mindestumsatz. Die Zahlung mit Girocard ist mit 98 Prozent dabei noch deutlich verbreiteter als per Kreditkarte: Diese wird von immerhin 72 Prozent der Betriebe mit Kartenzahlungs-Option akzeptiert. Auf Kundenseite spricht für die Kartenzahlung, insbesondere mit Girocard, dass diese sehr verbreitet ist und als Zahlungsmethode im Gegensatz zur Barzahlung vom Finanzamt akzeptiert wird, wenn die Handwerker-Kosten bei der Steuer geltend gemacht werden.

Handwerker*innen profitieren auf der anderen Seite von einer geringen Wartezeit und verbesserter Liquidität, müssen allerdings auch mit Transaktionsgebühren von typischerweise 0,2 bis 0,3 Prozent bei der Girocard und sogar bis zu 3 Prozent bei Kreditkarten-Zahlung rechnen und sich außerdem um die Bereitstellung eines Kartenterminals kümmern. Mobile Geräte kosten hier je nach Anbieter oft unter 100 Euro, während stationäre Terminals zwischen 200 und 600 Euro kosten können. Monatliche Fixkosten können zusätzlich hinzukommen, sind jedoch stark vom Anbieter abhängig.

Digitale Bezahlverfahren

Digitale Bezahlverfahren abseits der Kartenzahlung kommen im deutschen Handwerk ebenfalls bereits zum Einsatz. Von den Betrieben, die angaben, Alternativen zur Barzahlung anzubieten, nannten 41 Prozent digitale Zahlungsmöglichkeiten wie Apple Pay, Google Pay oder PayPal (Auswahl vom ZDH).

Allerdings sehen die Nutzer dieser Zahlungsmethode sie nicht ganz unkritisch: Über die Hälfte empfindet die Transaktionsgebühren ihres Zahlungsanbieters sowohl in Bezug auf Kartenzahlung als auch digitale Zahlungsmöglichkeiten als zu hoch. Im Schnitt liegen diese bei 1,7 Prozent des Transaktionsbetrags. Dass diese Bezahlmöglichkeit dennoch angeboten wird, könnte laut ZDH mit den Kundenerwartungen und dem deutlich einfacheren Verwaltungsverfahren der Zahlungen, insbesondere bei Filialgeschäften, zusammenhängen.

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Vorteile und Nachteile der Zahlungsmethoden

Nachfolgend haben wir die gängigsten Zahlungsmethoden gegenübergestellt und die Vorteile und Nachteile verglichen. Einzelheiten, wie die genauen Zahlungsgebühren bei Kreditkarten oder digitalen Zahlungsmethoden, hängen stark vom jeweiligen Zahlungsanbieter ab und können daher nur beispielhaft angegeben werden. Bevor eine neue Zahlungsmethode im Betrieb eingeführt wird, sollte diese stets ausgiebig geprüft werden.

ZahlungsmethodeVorteileNachteile
Bargeld
  • Bewährte Methode
  • Zuverlässig und unmittelbar
  • Unabhängig von Finanzdienstleistern
  • „Krisenfestes" Zahlungsmittel
  • Keine Kartenzahlungsgebühren
  • Kunden können Kosten nicht steuerlich absetzen
  • Gebühren für Einzahlung/Auszahlung
  • Zeitaufwand durch Weg zur Bank
  • Wechselgeldmanagement
  • Bei großen Summen oft umständlich
  • Größerer Aufwand bei der Buchhaltung
  • Fehleranfällig
Girocard
  • Hohe Verfügbarkeit in Deutschland
  • Schnell und einfach
  • Sichere Methode
  • Schneller kosteneffizient als Kreditkarten
  • Kartenzahlungsgebühren
  • Anschaffungskosten bzw. Bereitstellungsgebühren für Kartenterminals (Miete oder Kauf)
  • Technikabhängigkeit
Kreditkarte
  • Kreditinstitut garantiert die Zahlung, sobald freigegeben
  • Sichere Methode
  • Hohe Akzeptanz und Kundenzufriedenheit
  • Hohe Kartenzahlungsgebühren (1 - 3 %)
  • Technikabhängigkeit
  • Kosten für Kartenterminals
Überweisung
  • Sicherer Transfer zwischen Konten
  • Keine Transaktionsgebühren
  • Leichte Nachvollziehbarkeit
  • Langsame Abwicklung
  • Fehleranfällig
  • Aufwendiger als z.B. One-Click/One-Touch
Digitale Zahlung
  • Schnelle Abwicklung
  • Leichte Nachvollziehbarkeit
  • Sichere Zahlungsmethode
  • Hohe Kundenzufriedenheit
  • Ggfs. Gebühren
  • Technische Abhängigkeit
  • Verspätete Zahlung bei Ausfällen

Fazit: Welche Zahlungsmethode ist die beste?

Unterm Strich kann festgehalten werden, dass die Wahl der richtigen Zahlungsart stark vom eigenen Handwerksbetrieb und dem jeweiligen Zahlungsanbieter abhängt. Generell ist es jedoch empfehlenswert, sich möglichst breit aufzustellen und nicht nur eine einzige Methode zu akzeptieren. Das wirkt professionell und kommt den Kund*innen entgegen, was langfristig wichtiger sein kann, als sich vor Transaktionsgebühren schützen zu wollen.

Gerade bei digitalen Zahlungsmethoden besteht zudem die Möglichkeit, diese intelligent mit bereits bestehenden Lösungen, wie der genutzten Handwerkersoftware oder dem Buchhaltungsprogramm zu verknüpfen. Dies kann zusätzlich zu einer schnellen Zahlungsabwicklung, einer besseren Übersicht über eingegangene Zahlungen und einer vereinfachten Buchhaltung führen. In Bezug auf moderne Zahlungsmethoden kann es sich also lohnen, auf dem Laufenden zu bleiben.

Quellen:

1. Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) (2025): ZDH-Umfrage "Verbreitung von Zahlungsmethoden im Handwerk" – Stand November 2025, https://www.zdh.de/ueber-uns/fachbereich-wirtschaft-energie-umwelt/finanzierung/zdh-umfrage-verbreitung-von-zahlungsmethoden-im-handwerk/
2. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 641 Fälligkeit der Vergütung https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__641.html

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