Welche Zahlungsmethoden von Handwerker*innen akzeptiert werden, ist prinzipiell nur ihnen selbst überlassen. Steuerrechtlich müssen alle Zahlungen an den Betrieb dokumentiert und nachvollziehbar sein. Solange dies der Fall ist, bleibt der Rest Betriebssache. Dementsprechend unübersichtlich ist das Gesamtbild der Zahlungsmethoden im deutschen Handwerk. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat zwischen August und September 2025 eine Online-Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie weit welche Zahlungsmethoden im deutschen Handwerk verbreitet sind. Insgesamt nahmen über 800 Handwerksbetriebe an der Umfrage teil.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Wahl des Zahlungsverfahrens vor allem von der Größe des Betriebs und vom jeweiligen Gewerk abhängt. Insbesondere große Betriebe mit 50 oder mehr Mitarbeitenden, Gewerke mit angebundenem Ladengeschäft und Betriebe mit hohen Rechnungsbeträgen bieten neben Barzahlung auch überwiegend Kartenzahlung und digitale Bezahlmethoden an. Bei den Ein-Mann-Betrieben bietet nur knapp ein Drittel Kartenzahlung an. Ein kleiner Teil koppelt die Möglichkeit zum bargeldlosen Bezahlen an die Umsatzhöhe des jeweiligen Auftrags. 12 Prozent der Befragten gaben an, ausschließlich Bargeld als Zahlungsmittel zu akzeptieren.
Barzahlung im Handwerk
Befragt nach den Gründen scheuen mehr als drei Viertel der Betriebe, die sich ausschließlich bar bezahlen lassen, die Kosten im Zusammenhang mit Kartenzahlungen sowie digitalen Bezahlverfahren und fast zwei Drittel wollen den Verwaltungsaufwand der Abwicklung vermeiden. Zusätzlich geben fast 40 Prozent der Bargeld-Betriebe an, dass seitens ihrer Kunden kein Bedarf an alternativen Zahlungsmethoden angemeldet wird.
Bargeld gilt als besonders krisenfest: Es funktioniert unabhängig von Strom, Internet oder technischen Systemen und bleibt damit selbst bei technischen Störungen, Cyberangriffen oder Stromausfällen ein sicheres Zahlungsmittel. Auf der anderen Seite bringen auch Einzahlungen und Auszahlungen Gebühren mit sich: Im Durchschnitt belaufen sich diese auf 1,1 Prozent des eingezahlten Transaktionsumsatzes. Nicht außer Acht zu lassen ist auch der damit verbundene Zeitaufwand, in erster Linie durch die Fahrtwege zur Hausbank und das Wechselgeld-Management. Laut der Umfrage verbringen Betriebe damit rund eine Stunde pro Woche.
Kartenzahlung (Girocard & Kreditkarte)
Uneingeschränkte Kartenzahlung per Girocard (ehemals „EC-Karte“) oder Kreditkarte bieten laut ZDH-Umfrage 57 Prozent der Handwerksbetriebe an. 8 Prozent koppeln diese Zahlungsmethode an gewisse Voraussetzungen wie einen Mindestumsatz. Die Zahlung mit Girocard ist mit 98 Prozent dabei noch deutlich verbreiteter als per Kreditkarte: Diese wird von immerhin 72 Prozent der Betriebe mit Kartenzahlungs-Option akzeptiert. Auf Kundenseite spricht für die Kartenzahlung, insbesondere mit Girocard, dass diese sehr verbreitet ist und als Zahlungsmethode im Gegensatz zur Barzahlung vom Finanzamt akzeptiert wird, wenn die Handwerker-Kosten bei der Steuer geltend gemacht werden.
Handwerker*innen profitieren auf der anderen Seite von einer geringen Wartezeit und verbesserter Liquidität, müssen allerdings auch mit Transaktionsgebühren von typischerweise 0,2 bis 0,3 Prozent bei der Girocard und sogar bis zu 3 Prozent bei Kreditkarten-Zahlung rechnen und sich außerdem um die Bereitstellung eines Kartenterminals kümmern. Mobile Geräte kosten hier je nach Anbieter oft unter 100 Euro, während stationäre Terminals zwischen 200 und 600 Euro kosten können. Monatliche Fixkosten können zusätzlich hinzukommen, sind jedoch stark vom Anbieter abhängig.
Digitale Bezahlverfahren
Digitale Bezahlverfahren abseits der Kartenzahlung kommen im deutschen Handwerk ebenfalls bereits zum Einsatz. Von den Betrieben, die angaben, Alternativen zur Barzahlung anzubieten, nannten 41 Prozent digitale Zahlungsmöglichkeiten wie Apple Pay, Google Pay oder PayPal (Auswahl vom ZDH).
Allerdings sehen die Nutzer dieser Zahlungsmethode sie nicht ganz unkritisch: Über die Hälfte empfindet die Transaktionsgebühren ihres Zahlungsanbieters sowohl in Bezug auf Kartenzahlung als auch digitale Zahlungsmöglichkeiten als zu hoch. Im Schnitt liegen diese bei 1,7 Prozent des Transaktionsbetrags. Dass diese Bezahlmöglichkeit dennoch angeboten wird, könnte laut ZDH mit den Kundenerwartungen und dem deutlich einfacheren Verwaltungsverfahren der Zahlungen, insbesondere bei Filialgeschäften, zusammenhängen.