Zum Inhalt springen

Inhaltsverzeichnis

Nachhaltigkeit in der Gebäudereinigung

So arbeiten moderne Reinigungsunternehmen umweltbewusst

Lukas Beckmann  | 26.01.2026  |  Lesezeit: Minuten

Nachhaltigkeit ist für viele handwerkliche Branchen mehr als nur ein Schlagwort. Für Gebäudereiniger ist Nachhaltigkeit sowohl ein echtes Verkaufsargument als auch ein wirtschaftlicher Hebel. Wir erläutern, welche Nachhaltigkeits-Trends es 2026 in der Gebäudereinigung gibt, welche Bestimmungen und Gesetze gelten und wie dein Betrieb noch nachhaltiger arbeiten kann.

Ein bewährtes Mittel, um Fenster, Fassaden und Solarmodule umweltschonend und ohne Rückstände zu reinigen: Die Osmose-Reinigung.

Warum Nachhaltigkeit in der Gebäudereinigung immer wichtiger wird

Nachhaltigkeit ist einerseits ein Trendthema, andererseits ein wichtiger Hebel in Bezug auf den Klimaschutz. Menschliche Bedürfnisse, zum Beispiel nach einer sauberen Umgebung, sollen befriedigt werden, ohne dass die natürlichen Systeme dabei Schaden nehmen und mehr Ressourcen als nötig verbraucht werden. Bei der Gebäudereinigung beginnt und endet Nachhaltigkeit allerdings nicht mit der Verwendung von umweltfreundlichen Reinigungsmitteln.

Vielmehr spielen verstärkt auch die Häufigkeit von Reinigungen, die Reinigungsmethoden und die Effizienz des betrieblichen Ablaufs selbst eine Rolle. Nicht zuletzt haben sich in den vergangenen Jahren gesetzliche Vorgaben verschärft und Kund*innen legen immer mehr Wert auf nachhaltige Methoden. Wer auf die Frage der Nachhaltigkeit also keine klare Antwort hat, spielt in der Gebäudereinigung schnell keine Rolle mehr.

Gebäudereinigung in Zahlen

696.000 Beschäftigte
waren 2023 in Deutschland als professionelle Gebäudereiniger*in tätig (Quelle: Statistisches Bundesamt).
26,3 Milliarden Euro
Jahresumsatz machte die Branche der handwerklichen Gebäudereinigung in 2023 in Deutschland (Quelle: Statista).
27,4 % Minijobber
befanden sich 2023 unter den 696.000 Beschäftigten – in absoluten Zahlen 191.000 (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Neue gesetzliche Anforderungen: ESPR-Verordnung der EU

Die ESPR-Verordnung, kurz für „Ecodesign for Sustainable Products Regulation“ ist eine bereits 2024 in Kraft getretene Ökodesign-Richtlinie. Statt sich nur auf energieverbrauchende Produkte wie Elektrogeräte zu konzentrieren, schließt die Verordnung Richtlinien für nahezu alle Produkte im EU-Binnenmarkt ein – darunter auch Reinigungsmittel und Chemikalien. Diese stehen sogar besonders im Fokus: Sogenannte Detergenzien, die in vielen Reinigungsmitteln vorkommen, stellen eine der ersten priorisierten Produktgruppen in der Verordnung dar.

Konkret sollen Reinigungsmittel möglichst wenige kritische Chemikalien enthalten, wenig Ressourcen bei der Herstellung verbrauchen und in recyclebaren Verpackungen vertrieben werden. Genaue Richtwerte stehen hierfür allerdings noch nicht fest, denn obwohl die ESPR-Verordnung bereits 2024 in Kraft getreten ist, sind delegierte Rechtsakten erst 2026/27 zu erwarten. Im Laufe des Jahres 2026 soll zur Vereinfachung der Prüfung von Produkten schrittweise der verpflichtende Digitale Produktpass (DPP) eingeführt werden, der den gesamten Kreislauf eines Produkts von der Produktion bis zur Entsorgung transparent aufschlüsseln soll.

Was Gebäudereiniger jetzt beachten müssen

Als Gebäudereiniger mit eigenem Betrieb bist du erst einmal nicht dazu verpflichtet, deine Reinigungsmittel zu prüfen oder etwas an deinem derzeitigen Ablauf zu ändern. In der Pflicht sind die Hersteller. Auch kann es unter Umständen noch bis zum Jahr 2030 dauern, bis der Digitale Produktpass für Reinigungsmittel verpflichtend eingeführt wird. Du kannst jedoch heute bereits bei deinem Lieferanten anfragen, ob die Einführung des DPP bereits geplant ist.

Prinzipiell kannst du natürlich auch die Informationen, die ein DPP automatisch enthält, also eine vollständige Inhaltsstoffliste, Nachhaltigkeitskennzahlen, Informationen über gefährliche Stoffe, Verpackungsdaten sowie Recycling- und Entsorgungshinweise eigenständig beim Hersteller anfragen. Entsprechend kannst du deine Produktpalette, wenn nötig, anpassen.

Innovative Reinigungsverfahren für mehr Umweltschutz

Für mehr Nachhaltigkeit bei der Gebäudereinigung sorgt nicht nur das richtige Reinigungsmittel: Auch das jeweilige Verfahren kann dazu beitragen, die Umwelt zu schonen und dabei sogar noch die Kosten zu senken! Nachfolgend listen wir einige nachhaltige und innovative Reinigungsverfahren auf, die möglicherweise für dich und deinen Betrieb interessant sein können:

ReinigungsverfahrenErläuterungVorteile
Mikrobiologische ReinigungSpezielle Mikroorganismen „verdauen" organische Verschmutzungen wie Fette, Öle oder Biofilme.Stark reduzierte Chemikalienbelastung; natürliche Zersetzung statt aggressiver Reinigungsmittel; Entlastung von Abwasseranlagen
Mikrodampf / Trockendampf-ReinigungDampf mit extrem kleinen Partikeln und sehr hoher Temperatur (190 °C) reinigt Oberflächen und Textilien rückstandsfrei.Nahezu chemiefrei; geringerer Wasserverbrauch; sehr hygienisch; Einsparung von Reinigungsmitteln; schnelle Reinigung
VakuumreinigungVerschmutzung wird mit feinem mineralischen Plastik bestrahlt, das gleichzeitig von einem Vakuumsystem abgesaugt wird.Kein Wasserverbrauch; keine Chemikalien; sehr geringe Aerosolbildung (gut für Innenräume); geringer Energieverbrauch
Mikrofaser-SystemeFein strukturierte Fasern lösen Schmutz mechanisch, oft ohne Reinigungsmittel.Geringer Wasserverbrauch und wenig Reinigungsmittel; niedrige Betriebskosten
PräzisionsdosiersystemeElektronische Dosierer geben exakt benötigte Mengen aus, um Überverbrauch zu verhindern.Keine Überdosierung; weniger Tenside im Abwasser; 20-40 % geringerer Chemikalienverbrauch; weniger Fehlanwendungen durch Personal
Reinigungsmaschinen mit reduziertem Wasser- & EnergieverbrauchNeue Maschinengenerationen arbeiten mit optimierten Motoren, Wasserrecycling oder minimaler Wassermenge.Bis zu 70 % weniger Wasser; reduzierte Emissionen

Osmose-Reinigung für Fenster

Ein mittlerweile recht verbreitetes Beispiel für eine nachhaltige Reinigungsmethode ist die Osmose-Reinigung. Dabei wird herkömmliches Leitungswasser entmineralisiert, meist durch Umkehrosmose oder Harzfilter, wodurch Kalk, Salze und andere Mineralien vollständig entfernt werden. Das dadurch entstehende „Reinstwasser“ ist eine nahezu reine H2O-Verbindung, die keine Rückstände auf gereinigten Oberflächen hinterlässt. Dadurch eignet sich die Osmose-Reinigung besonders für Fenster, Fassaden und Solarmodule.

Für die Anwendung benötigst du entsprechendes Osmosewasser, das du entweder kaufen oder mit einer mobilen Osmoseanlage selbst herstellen kannst, und eine wasserführende Teleskopstange inklusive Bürstenkopf oder Düsensystem. Vorteile der Osmosereinigung sind die niedrigen Betriebskosten und die Zeitersparnis, da das Abziehen bei der Reinigung entfällt. Die Osmose-Reinigung verzichtet also auf sämtliche Chemikalien, was definitiv ein Verkaufsargument darstellt.

UV-C Desinfektion für Oberflächen

Mit der UV-C Desinfektion können Reinigungsunternehmen ihren Kunden ein effektives und chemiefreies Verfahren zur Entkeimung von Oberflächen bieten. Dabei werden Mikroorganismen wie Keime, Viren, Hefen und Schimmelsporen mittels einer speziellen UV-Lampe entfernt. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern reduziert auch Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter und die Bewohner der gereinigten Räume.

Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt in der Vielseitigkeit und Wirtschaftlichkeit der UV-C Technologie. Die Geräte lassen sich flexibel in verschiedensten Umgebungen einsetzen – von Produktionsräumen über Praxen bis hin zu Sozialräumen und sogar Kühlzellen. UV-C-Strahler haben laut Hersteller eine zu erwartende Lebensdauer von 16.000 Stunden und nahezu keinen Wartungsaufwand. Das macht die UV-C Desinfektion zu einer möglichen kosteneffizienten Ergänzung des Serviceportfolios.

HERO: Software für Profis in der Gebäudereinigung

Bild: Hero in der App oder vom Büro aus

Biologisch abbaubare Reinigungsmittel: Die Zukunft der Gebäudereinigung?

Biologisch abbaubare Reinigungsmittel setzen auf Inhaltsstoffe, die von Mikroorganismen in natürliche Bestandteile wie Wasser und CO2 zerlegt werden können – und zwar innerhalb von 28 Tagen nach EU-Detergenzienverordnung. Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Produkten: Sie belasten Kläranlagen und Gewässer deutlich weniger und reduzieren das Risiko von Hautreizungen bei Reinigungskräften.

Früher galten Öko-Reiniger als weniger leistungsstark, doch moderne Zusammensetzungen mit pflanzlichen Tensiden stehen konventionellen Produkten in puncto Fettlösekraft und Desinfektionswirkung kaum noch nach. Für Reinigungsunternehmen bedeutet das: Nachhaltigkeit bieten, ohne Kompromisse bei der Reinigungsleistung einzugehen.

Achte bei der Auswahl auf anerkannte Zertifizierungen wie das EU Ecolabel, den Blauen Engel oder das Nordic Swan Label. Sie garantieren geprüfte Umweltstandards und schaffen Vertrauen bei euren Kunden. Die Beschaffung ist heute unkompliziert: Spezialisierte Großhändler und Online-Plattformen bieten breite Produktpaletten mit verlässlichen Lieferzeiten.

Ein kleiner Nachteil sind die Kosten: Biologisch abbaubare Reinigungsmittel liegen preislich etwa 10 bis 30 Prozent über konventionellen Produkten. Durch geringeren Verbrauch dank Konzentratformeln und wachsende Nachfrage im B2B-Bereich kann sich diese Investition jedoch schnell amortisieren. Zudem positioniert sich dein Betrieb damit als zukunftsorientierter Partner, was ein Wettbewerbsvorteil bei ausschreibenden Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern sein kann, die Nachhaltigkeitskriterien immer stärker gewichten.

Nachhaltigkeit im betrieblichen Ablauf

Vielleicht bist du bereits auf umweltschonende Reinigungsmittel umgestiegen, hast eine mobile Osmoseanlage für die Fensterreinigung angeschafft oder dich sogar auf nachhaltige Reinigungsverfahren spezialisiert. Häufig wird dabei aber ein wichtiger Punkt übersehen: die nachhaltige und effiziente Gestaltung von betrieblichen Abläufen.

Dies beginnt schon bei der Kontrolle des Bestandes. Diesen solltest du so genau wie möglich beobachten, um Überbestände bei Reinigungsmitteln und Verbrauchsmaterialien zu verhindern und nur das zu bestellen, was du wirklich brauchst. Dabei kann dich zum Beispiel eine Software mit integrierter Lagerverwaltung und Barcode-Scan unterstützen.

Auch bei der Organisation des Reinigungsteams und der Erstellung von Reinigungsplänen kann dich eine Softwarelösung unterstützen: Mit einer digitalen Plantafel planst du Einsätze genau so, dass keine unnötigen Umwege entstehen und sparst auf lange Sicht Treibstoff und Geld. Nicht zuletzt kannst du auch eine Menge Zeit sparen, indem du wiederkehrende Aufgaben wie Terminerinnerungen, Nachfass-Mails oder die Aufgabenerstellung für Mitarbeiter einfach automatisch erledigen lässt: Mit HERO Copilot sparst du bis zu 20 Arbeitsstunden die Woche, die du in wirklich wichtige Aufgaben investieren kannst. Auch so geht Nachhaltigkeit!

Fazit: Nachhaltigkeit zahlt sich aus

Umweltbewusste Gebäudereinigung ist in 2026 mehr als nur ein Trend. Biologisch abbaubare Reinigungsmittel, innovative Verfahren wie Osmose-Reinigung oder UV-C-Desinfektion und EU-Vorgaben wie die ESPR-Verordnung prägen die Branche. Stärker auf Nachhaltigkeit zu setzen, kann ein Vorteil sein: Laufende Kosten können gesenkt werden und der Betrieb hat einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Kunden nehmen umweltbewusste Reinigungsbetriebe als zukunftsorientierte Partner wahr und werden sich eher für sie entscheiden. Wer heute schon auf Nachhaltigkeit setzt, sichert die Zukunft des eigenen Betriebs!

Bild: Hero Handwerkersoftware kostenlos testen

HERO: Handwerker Software für Profis

Kostenlose Beratung