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SICHERHEIT, KOMFORT, EFFIZIENZ & MEHR

Warum die richtige Arbeitskleidung für Reinigungskräfte so wichtig ist

Frank Weber  | 23.01.2026  |  Lesezeit: Minuten

Saubere Arbeit braucht gute Ausrüstung. Für Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger entscheidet die richtige Arbeitskleidung über Sicherheit, Effizienz und Komfort. Welche Arten von Schuhen und Kleidung wirklich schützen und was Betriebe beim Arbeitsschutz unbedingt beachten müssen, erfährst du in diesem Artikel.

Bild: Arbeitskleidung für Reinigungskräfte
Handschuhe, Sicherheitsstiefel, Berufsschuhe, Schutzbrille & Co. – mit der richtigen, hochwertigen Arbeitskleidung sind Reinigungskräfte nicht nur motiviert, sondern auch gut geschützt.

Mehr Sicherheit und Produktivität im Arbeitsalltag

Saubere Räume entstehen nicht nebenbei – sie sind das Ergebnis harter Arbeit. Wer in der Gebäudereinigung unterwegs ist, weiß: Der Job ist körperlich, oft nass, manchmal rutschig und selten gemütlich. Umso wichtiger ist Arbeitskleidung, die mitmacht. Die richtigen Schuhe, Handschuhe und Kleidungsstücke sorgen nicht nur für mehr Sicherheit, sondern auch dafür, dass der Arbeitstag einfach angenehmer läuft.

Egal ob ganz neu im Job oder schon länger dabei: Mit passender Arbeitskleidung sind Reinigungskräfte besser geschützt, bewegen sich sicherer und bleiben konzentriert bei der Sache. Von rutschfesten Schuhen über strapazierfähige Kleidung bis hin zu Schutzbrille und Handschuhen – in diesem Artikel erfährst du, welche Ausstattung in der Gebäudereinigung wirklich sinnvoll ist und worauf du in deinem Betrieb beim Arbeitsschutz achten solltest.

Gebäudereinigung in Zahlen

26,3 Milliarden Euro
Jahresumsatz machte die Branche der handwerklichen Gebäudereinigung in 2023 in Deutschland (Quelle: Statista).
696.000 Beschäftigte
waren 2023 in Deutschland als professionelle Gebäudereiniger*in tätig (Quelle: Statistisches Bundesamt).
27,4 % Minijobber
befanden sich 2023 unter den 696.000 Beschäftigten – in absoluten Zahlen 191.000 (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Rechtliche Grundlagen beim Arbeitsschutz

Arbeitsschutz klingt erstmal trocken – ist aber im Alltag extrem wichtig. Denn er regelt ganz konkret, wer wofür verantwortlich ist und wie du deine Mitarbeitenden bei der Arbeit schützt. Gerade in der Gebäudereinigung, wo mit Nässe, Chemie und rutschigen Böden gearbeitet wird, sorgen klare Regeln dafür, dass Risiken möglichst gering bleiben. Die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen haben wir für dich zusammengefasst.

Der Arbeitsschutz für Gebäudereiniger*innen und Reinigungskräfte im Allgemeinen stützt sich in erster Linie auf das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Demnach müssen Arbeitgeber alle nötigen Maßnahmen treffen, um sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Grundlage dafür ist immer eine individuelle Gefährdungsbeurteilung, aus der hervorgeht, ob Persönliche Schutzausrüstung (PSA) nötig ist. PSA ist in der Gebäudereinigung laut DGUV-Regel 101‑605 dann Pflicht, wenn technische und organisatorische Maßnahmen nicht ausreichen, um Risiken zu minimieren1.

Ein Beispiel: Bei Kontakt mit chemischen Reinigungsmitteln oder anderen Gefahrstoffen mit Spritzgefahr reicht eine organisatorische Maßnahme nicht aus. Die Anweisung „Reinigungskonzentrat 1:10 dosieren, korrekt umfüllen, langsam gießen, nicht sprühen“ verringert zwar die Wahrscheinlichkeit einer Fehlanwendung, stellt aber nicht sicher, dass Spritzer auf Hände oder in die Augen gelangen. In diesem Fall wären also mindestens geeignete Handschuhe und eine Schutzbrille Teil der PSA.

Ist für die Reinigungskraft eine PSA nötig, gilt zusätzlich die PSA-Benutzungsverordnung des Bundes2. Sie verpflichtet Arbeitgeber, bestimmte Schutzausrüstung kostenfrei bereitzustellen, sie fachgerecht instand zu halten und Beschäftigte in der korrekten Benutzung zu unterweisen. Mitarbeitende wiederum sind verpflichtet, ihre PSA ordnungsgemäß zu tragen und vor jeder Nutzung auf Schäden zu prüfen. So entsteht ein rechtssicheres Konzept, das Unfälle reduziert und die Gesundheit schützt.

Welche Ausrüstung Reinigungskräfte zwingend benötigen

Nicht jede Reinigung ist gleich – und genauso wenig die Ausrüstung. Ob Büro, Treppenhaus, Industriehalle oder Glasfassade: Je nach Einsatz kommen unterschiedliche Risiken ins Spiel. Trotzdem gibt es ein paar Basics, auf die Reinigungskräfte fast immer angewiesen sind. Was genau die persönliche Schutzausrüstung im professionellen Gebäudereiniger-Handwerk beinhalten muss, ist abhängig vom Ergebnis der individuellen Gefährdungsbeurteilung. In den meisten Fällen besteht sie aber aus mindestens zwei dieser Komponenten:

  • Rutschhemmende Arbeitsschuhe oder Sicherheitsschuhe: Besonders wichtig wegen hoher Rutsch- und Stolpergefahren.
  • Chemikalienbeständige Handschuhe: Beim Umgang mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln.
  • Schutzkleidung / flüssigkeitsabweisende Kleidung: Beim Kontakt mit Wasser, Chemikalien oder Aerosolen.
  • Atemschutz (mindestens FFP2): Innerhalb von staubigen Umgebungen oder bei der Sprühreinigung.
  • Schutzbrille: Bei Spritzgefahr von Reinigungsmitteln oder Hochdruckgeräten.
  • Absturzsicherung (PSAgA): Beim Arbeiten in der Höhe, etwa für die Glas- oder Fassadenreinigung.

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Die richtigen Schuhe für Gebäudereiniger*innen auswählen

Arbeitsschuhe spielen in der Gebäudereinigung eine ganz besondere Rolle. Schließlich lauern die meisten Unfallrisiken direkt unter den Füßen: frisch gewischte Böden, glatte Fliesen oder Rückstände von Reinigungsmitteln gehören zum Alltag. Kaum ein Ausrüstungsstück ist in der Gebäudereinigung so wichtig wie der richtige Schuh. Wer den ganzen Tag auf den Beinen ist, auf nassen Böden arbeitet oder schwere Geräte bewegt, merkt schnell: Schlechte Schuhe machen müde – und gute Schuhe machen sicher.

Damit es gar nicht erst zum Ausrutschen kommt, müssen Arbeitsschuhe vor allem eins können – sicheren Halt geben. Gute Modelle sind rutschhemmend, unterstützen den Fuß ergonomisch und bleiben auch über lange Arbeitstage hinweg bequem. Moderne Arbeitsschuhe kombinieren dafür stoßdämpfende Sohlen, atmungsaktive Materialien und spezielle Antirutsch-Profile, die auf nassen und glatten Böden zuverlässig greifen.

Bei der Auswahl eines bestimmten Schuhmodells ist der Einsatzbereich entscheidend: Für die Unterhaltsreinigung in Bürogebäuden sind andere Anforderungen relevant als für die Glasreinigung im Außenbereich, die Industriereinigung oder das Arbeiten mit Hochdruckreinigern. Werden Flächen regelmäßig mit Wasser oder Chemie gereinigt, ist wasserabweisendes oder komplett wasserdichtes Schuhwerk unverzichtbar. Bei Arbeiten mit Risiko durch herabfallende Gegenstände wiederum kann eine Zehenschutzkappe erforderlich sein. Klar ist also: Es gibt nicht „den einen“ richtigen Schuh für alle Reinigungsarten. Jede Reinigungskraft benötigt das Modell, das exakt zum jeweiligen Arbeitsprofil passt.

Typen von Sicherheitsschuhen und relevante Normen

Je nach Gefährdungsrisiko kommen unterschiedliche Schuhtypen in Frage. Die drei Grundkategorien (Klassen O, P und S) bilden die Basis für eine sichere Auswahl und unterscheiden sich vor allem darin, wie stark sie vor Stoß-, Rutsch- und Durchstichrisiken schützen.

Klasse O

Berufsschuhe
ohne Zehenschutzkappe, aber mit rutschhemmender Sohle

Klasse P

Schutzschuhe
mit Zehenschutzkappe, geprüft auf 100 Joule Stoßenergie

Klasse S

Sicherheitsschuhe
mit verstärkter Zehenschutzkappe, geprüft auf 200 Joule Stoßenergie

Sicherheitsschuhe der Klasse S sind im Gebäudereiniger-Handwerk am weitesten verbreitet – vor allem dann, wenn Gegenstände auf Füße fallen könnten oder Gefahr durch Chemikalien besteht. Innerhalb der Sicherheitsschuhe der Klasse S gibt es weitere unterschiedliche Schutzklassen nach EN ISO 20345:20223. Für Reinigungskräfte besonders relevant sind die Unterklassen:

  • Schutzklasse SB: Erfüllt die Grundanforderungen (inklusive Zehenschutz).
  • Schutzklasse S1: Wie SB, aber zusätzlich antistatisch und mit energieabsorbierendem Fersenbereich.
  • Schutzklasse S2: Wie S1, aber zusätzlich mit wasserabweisendem Obermaterial.
  • Schutzklasse S3 / S3L / S3S: Wie S2, aber zusätzlich mit Durchstich-Schutz.
  • Schutzklasse S4: Stiefel (Polymer- oder Gummistiefel für den Nassbereich), antistatisch und mit energieabsorbierendem Fersenbereich.
  • Schutzklasse S5 / S5L / S5S: Stiefel (Polymer- oder Gummistiefel für den Nassbereich), wie S4, aber zusätzlich mit Durchstich-Schutz.
  • Schutzklasse S6: Wie S2, aber zusätzlich komplett wasserdicht.
  • Schutzklasse S7 / S7L / S7S: Wie S3 / S3L / S3S, aber zusätzlich komplett wasserdicht.

Gerade die Rutschhemmung spielt eine zentrale Rolle. Moderne Sicherheitsschuhe unterliegen einer strengeren Basisprüfung, die sicherstellt, dass sie selbst auf feuchten Fliesen sicheren Halt bieten. Zu den Grundanforderungen an Sicherheitsschuhe der Klasse S gehört außerdem zwingend ein Zehenschutz. Eine CE-Kennzeichnung zeigt an, dass die Schuhe europäischen Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Muss eine Reinigungskraft Sicherheitsschuhe tragen?

Nicht zwingend. Welche Arbeitsschuhe Reinigungskräfte tragen müssen, entscheidet die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers. Überall dort, wo Risiken durch Rutschgefahr, herabfallende Gegenstände oder den Umgang mit Chemikalien bestehen, müssen passende Arbeitsschuhe bereitgestellt und getragen werden. Welcher Typ (Berufsschuhe, Schutzschuhe oder Sicherheitsschuhe) und welche Sicherheitsklasse erforderlich ist, ergibt sich ebenfalls aus der individuellen Gefährdungsbeurteilung.

Arbeitskleidung: Worauf es ankommt

Arbeitskleidung muss im Reinigungsalltag einiges aushalten – und dabei trotzdem bequem bleiben. Wer ständig in Bewegung ist, sich bückt, streckt und zwischen verschiedenen Einsatzorten wechselt, braucht Kleidung, die nicht einengt und zum Beispiel schnell trocknet. Gute Arbeitskleidung unterstützt dich bei der Arbeit, statt dich auszubremsen. Worauf kommt es bei Materialien, Passform und Ausstattung wirklich an? Empfehlenswert sind Funktionsmaterialien, die Feuchtigkeit nach außen transportieren und gute Bewegungsfreiheit ermöglichen. Stretch-Zonen an Schultern und Knien, verstärkte Nähte und ausreichend Taschen sind ebenfalls praktische Merkmale, die den Arbeitsalltag erleichtern.

Bei der Wahl der richtigen Arbeitskleidung spielen auch Farbwahl und Corporate Identity eine große Rolle. Ein einheitliches Team-Outfit inklusive gut erkennbar platziertem Firmenlogo sorgt für ein professionelles Erscheinungsbild und stärkt den Wiedererkennungswert bei Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig gilt: Kleidung muss zur Jahreszeit passen. Für Außenbereiche sind wind- und wasserdichte Jacken nötig, während im Innenbereich leichte, atmungsaktive Shirts und Hosen bevorzugt werden sollten. Und nicht zu vergessen: Arbeitskleidung, die gern getragen wird, wird auch konsequent getragen.

Hochwertige Arbeitskleidung als Wettbewerbsvorteil

Ein weiterer Aspekt, den du als Inhaber*in eines Gebäudereinigungs-Betriebs nicht außer Acht lassen solltest, ist der potenzielle Wettbewerbsvorteil. Hochwertige, gut sitzende Arbeitskleidung steigert die Zufriedenheit im Team, unterstützt eine professionelle Außenwirkung und kann durch ergonomische Eigenschaften sogar gesundheitliche Belastungen verringern – etwa durch gut gedämpfte Arbeitsschuhe, die die Gelenke entlasten und typischen Beschwerden bei Reinigungskräften vorbeugen.

Außerdem gewinnt das Thema Nachhaltigkeit in der Gebäudereinigung zunehmend an Bedeutung. Langlebige Materialien, reparierbare Textilien und professionelle Waschprozesse können auf Dauer Kosten senken und verbessern gleichzeitig die Umweltbilanz deines Betriebs. Hochwertige Arbeitskleidung ist also nicht nur eine gute Sache für deine Mitarbeiter*innen und die Umwelt, sondern auch ein wichtiger Baustein in der Positionierung als qualitätsbewusster, moderner Dienstleister.

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