Azubis finden in Zeiten von Corona

Anna Schwirten 26.03.2021

Schon seit vielen Jahren ist das Problem des Azubi- und Fachkräftemangels im Handwerk bekannt. Bereits vor der Corona-Krise war es für viele Handwerksbetriebe schwer, Auszubildende zu finden - die Pandemie hat ihr Übriges dazu getan.

Wir geben einen Überblick über die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt und in den Betrieben. Außerdem finden Sie Tipps und Tricks, wie Sie auch in 2021 gute Auszubildende finden.

Bild: Werkzeug liegt auf einem Tisch
Corona erschwert die Azubisuche im Handwerk. Wir zeigen, wie es trotzdem klappt | © PCB-Tech / pixabay.com CC0

Inhalt

Aktuelle Situation in den Betrieben

Die Thematik fehlender Fachkräfte und Azubis im Handwerk ist nicht neu. Auch 2021 ist ein Auszubildenden- und Fachkräftemangel im Handwerk definitiv gegeben, auch wenn man vereinzelt immer wieder das Gegenteil hört. Sicherlich ist die Verteilung in den verschiedenen Gewerken nicht identisch, im Vergleich zu anderen Branchen ist das Handwerk aber überproportional von fehlendem Nachwuchs betroffen.

Die Problematik begleitet das Handwerk schon lange. 2017 blieben circa 20.000 Ausbildungsstellen im Handwerk unbesetzt, 2019 waren es laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) schon rund 30.000. Im Jahr 2020 waren es nochmal knapp 10 Prozent mehr unbesetzte Ausbildungsstellen im Handwerk im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk ist seit 2010 tendenziell eher gesunken. 2018 gab es einen leichten Anstieg, seit 2019 sinken die Zahlen aber wieder.

Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze hat sich durch die Pandemie kaum verringert, da sich das Handwerk verglichen mit vielen anderen Branchen als ziemlich krisensicher erwiesen hat. Trotzdem bleiben aktuell noch zu viele Ausbildungsstellen im Handwerk offen, Corona scheint mit der zurückgegangen Bewerberzahl zusammenzuhängen.

Grafik: Anzahl abgeschlossener Ausbildungsverträge im Handwerk 2010 bis 2019
Azubiquote im Handwerk erneut rückläufig © Hero Software

5 Tipps um 2021 Azubis zu finden

Einer Umfrage des ZDH aus dem April 2020 zufolge, wollen über die Hälfte der befragten Handwerksbetriebe trotz Corona genauso viele Lehrlinge einstellen wie vor der Pandemie, einige sogar mehr. Vielen Betrieben fehlen aber die Bewerber. Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps zusammengefasst, die Ihnen helfen potentielle Bewerber auf sich aufmerksam zu machen.

Bild: Junge Leute am Smartphone
Junge Menschen da abholen, wo sie sich aufhalten: online © Pxhere.com CC0

1. Firmenwebsite - Ohne geht es nicht mehr

In der heutigen Zeit, wo nahezu alle Bereiche des Lebens von der Digitalisierung durchdrungen sind, ist eine gut aufbereitete Firmenwebsite unumgänglich. Für die meisten, insbesondere jüngeren Menschen ist das Surfen im Web selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Trotzdem haben viele Handwerksbetriebe noch veraltete Websites und ein kleiner Teil sogar gar keine. Nahezu alle Menschen suchen heutzutage zunächst online nach Stellenanzeigen. Wenn Sie erfolgreich Azubis und Fachkräfte finden möchten, sollten Sie mindestens einen aktuellen Eintrag bei Google My Business besitzen, besser ist eine Firmenwebsite und noch besser ist eine Karrierewebsite bzw. eine Unterrubrik für Stellenanzeigen innerhalb ihres Online-Auftritts.

Auf Ihrer Website sollten Bewerber übersichtliche Infos zu Ihrem Betrieb und der ausgeschriebenen Ausbildungsstelle finden. Gerade jetzt ist es zudem wichtig, Bewerbern Unsicherheiten bzgl. der Corona-Pandemie zu nehmen. Machen Sie deutlich, wie Bewerbung, Einarbeitung und Berufsschule momentan unter Einhaltung der Hygieneregeln funktionieren.

2. Social Media - Zielgruppe da ansprechen, wo sie sich aufhält

Beim Social-Media-Marketing geht es in erster Linie darum, Aufmerksamkeit zu erregen. Ziel ist es, dass potentielle Bewerber über die Social-Media-Profile auf die Unternehmenswebsite gelangen. Daher ist eine gute Firmenwebsite die Grundlage für ein erfolgreiches Recruitment.

Setzen Sie bei der Auszubildendensuche auf Plattformen, auf denen sich überwiegend junge Menschen aufhalten. Zurzeit sind das hauptsächlich Instagram und TikTok. Sie müssen (und können) nicht auf allen Social-Media-Plattformen aktiv sein. 2021 sind besonders kurze Videos im Trend. Wir empfehlen, die eigenen Azubis einzusetzen, wenn es um die sozialen Medien geht. Sie sprechen dieselbe Sprache wie potenzielle Kandidaten, wissen, was auf den Plattformen los ist und sind zudem mit dem technischen Know-How vertraut. Lassen Sie Ihre Azubis Videos drehen, in denen Sie zum Beispiel eine kleine Runde durch die Werkstatt drehen, den Ausbildungsverantwortlichen interviewen oder selbst etwas über die Ausbildung in Ihrem Betrieb berichten. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

3. WhatsApp-Kontakt anbieten

Immer mehr Firmen bieten Whatsapp für die eigenen Mitarbeiter oder auch für Kunden und Bewerber als moderne Kontaktmöglichkeit an. Insbesondere bei der Suche nach Auszubildenden ist der Nachrichtendienst interessant, da Jugendliche täglich ihr Smartphone nutzen und über 90 Prozent der jungen Leute über WhatsApp kommunizieren. Somit ist der Kontakt über WhatsApp besonders einfach und mit wenig Aufwand verbunden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eine WhatsApp-Sprechstunde einzurichten. Hierfür können Sie bestimmte Zeiten festlegen, zu denen Ansprechpartner zum Thema Ausbildung zur Verfügung stehen.

4. Digitales Bewerbungsgespräch anbieten

In Corona-Zeiten läuft der ganze Bewerbungsprozess etwas anders ab. Viele Bewerber sind verunsichert und fragen sich, wie die Bewerbung trotzdem vonstatten gehen kann. Seien Sie transparent und beschreiben Sie bereits in der Stellenanzeige, wie das Bewerbungsgespräch bei Ihnen aussehen wird. Möglich sind Vorstellungsgespräche am Telefon oder über eine Videokonferenz.

Beliebte Online-tools für Videochats sind etwa Microsoft Teams, Google Meet, Jitsi, Zoom, Skype oder auch WhatsApp. Wenn Sie ein Bewerbungsgespräch über Videochat anbieten möchten, sollten Sie sich vor dem ersten Gespräch mit dem entsprechenden Tool vertraut machen und einmal testen, ob alles funktioniert. Das erste Mal fühlt es sich oft noch etwas seltsam an, mit der Zeit bekommen Sie aber eine Routine.

5. Attraktivität herausstellen - Stichwort benefits

Immer entscheidender bei der Mitarbeiter- und Auszubildendensuche wird auch das Herausstellen der Attraktivität Ihres Betriebes. Was grenzt Sie von anderen Ausbildungsbetrieben ab? Was können Sie künftigen Lehrlingen bieten? Warum sollten Bewerber ihre Ausbildung bei Ihnen absolvieren?

Sogenannte Benefits (Mitarbeitervorteile) können vielfältiger Art sein. Zum Beispiel können Sie zukünftigen Auszubildenden technische Ausstattung (Laptop, Smartphone) anbieten, die neben der Arbeit auch privat genutzt werden darf. Sehr beliebt sind bei Azubis außerdem die Bereiche Förderung/Weiterbildung (Fortbildungen, innerbetriebliche Prüfungsvorbereitung) sowie Freizeit und Pausengestaltung (Pausenraum, Sportangebote, Kicker/Tischtennisplatte, Ausflüge, Azubitage, etc.).

Daneben können Sie ggf. Benefits im Rahmen der Verpflegung (Kantine, kostenfreies Obst/Getränke) oder Mobilität (Jobticket, Fahrtkostenzuschuss, Jobrad, Firmenwagen) anbieten. Auch flexible Arbeitszeitgestaltung und finanzielle Anreize wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld können entscheidend dafür sein, dass sich ein Bewerber für Ihren Betrieb entscheidet.

2021 Auszubildende finden

  • Gut aufbereitete Firmenwebsite
  • Social-Media Profile nutzen
  • WhatsApp als Kontaktmöglichkeit angeben
  • Digitales Bewerbungsgespräch anbieten
  • Benefits hervorheben

Azubi-Prämie für Betriebe, die trotz Corona weiter ausbilden

Um Betriebe zu unterstützen, die trotz Corona weiter ausbilden, hat die Bundesregierung im Sommer 2020 die sogenannte Azubi-Prämie beschlossen. Seit August 2020 können KMUs, die weiterhin ausbilden, obwohl sie wirtschaftlich stark unter der Pandemie leiden, die Förderung beantragen. Allerdings müssen Firmen gewisse Kriterien erfüllen, um von dem Zuschuss von 2.000 Euro pro unterschriebenem Ausbildungsvertrag zu profitieren. Zum Start des neuen Ausbildungsjahres 2021 soll die Prämie noch einmal verdoppelt werden.

Einige Handwerker kritisieren an der Azubi-Prämie, dass sie bei vielen Betrieben nicht ankommt, andere sehen sie als Geste der Wertschätzung. In jedem Fall sollten Sie überprüfen, ob Sie die Bedingungen erfüllen und falls Sie das tun, die Förderung in Anspruch nehmen.

Bild: Junger Mann mit Hammer und Schraube
Ausbildungsbetriebe können unter Umständen die Azubi-Prämie in Anspruch nehmen © Pxhere.com CC0

Digitalisierung wichtiger denn je

Die Ausbildungsplatzsuche und Entscheidung für oder gegen eine Ausbildungsstelle ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. In Zeiten von Social Distancing müssen Betriebe andere Wege im Azubimarketing beschreiten als vor der Krise. Gute Online-Auftritte sind jetzt wichtiger als je zuvor. Jugendliche waren schon vor Corona sehr viel im Netz unterwegs, mittlerweile noch mehr, da fast alle Bereiche des Lebens digitalisiert sind. Aktuell finden Kommunikation, Information und auch die Jobsuche bei jungen Menschen ausschließlich online statt. Jobmessen, Tag der offenen Tür oder Schulbesuche - zurzeit alles nicht möglich, jetzt heisst es online überzeugen!

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