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EINE ERFOLGSGESCHICHTE AUS DEM GALABAU

Vom Samstagsprojekt zum Meisterbetrieb: Garten- & Landschaftsbau Meistergärtner Meiser

Frank Weber  | 17.04.2026  |  Lesezeit: Minuten

Alles beginnt an einem Samstag. Die Kettensäge vom Opa, den Anhänger vom Vater und ein bisschen Mut – mehr braucht es nicht, um einen Funken zu entzünden, der später einen ganzen Betrieb prägen wird. Was anfangs als kleines Nebenerwerbsprojekt gedacht war, entwickelt sich schneller als erwartet zu einer Erfolgsgeschichte. Denn während viele während der Pandemie auf Pause drückten, entschieden sich Eric Herrmann Meiser und Dr. Sonja Meiser für das Gegenteil: Sie packten an und legten richtig los.

Bild: Meistergärtner Meiser
Eric Herrmann Meiser (li.) und Dr. Sonja Meiser führen einen erfolgreichen Gartenbau-Meisterbetrieb. Sie halten Digitalisierung für einen Game Changer, werfen einen Blick auf ihre Unternehmensgeschichte und die Zukunft der GaLaBau-Branche.

Ein Start mit wenig Werkzeug, aber viel Entschlossenheit

Heute, sechs Jahre später, führen Eric und Sonja ihren Garten- & Landschaftsbaubetrieb Meistergärtner Meiser im Niedersächsischen Hatten-Sandkrug bei Oldenburg professioneller denn je. Mehr als 1.400 Aufträge haben sie inzwischen erfolgreich abgeschlossen, ihre Teamstärke auf neun erhöht und spezialisierte Teams eingerichtet, darunter eine Grünpflegekolonne und eine Baukolonne, die bis weit in den Sommer hinein ausgebucht ist.

Den Grundstein legte Eric mit seiner Tätigkeit im Nebenerwerb, immer samstags. Sonja erzählt: „Ich war noch an der Universität angestellt in meinem Post-Doc-Verhältnis, hatte also ein Einkommen, und Eric hat dann angefangen, an den Samstagen zu arbeiten.“ Mit einfachen Gartenpflege-Jobs begann alles. Doch aus ein paar Anfragen wurden schnell viel mehr. „Dann waren die Samstage auf einmal von Juni bis Dezember im Vorlauf ausgebucht und dann haben wir gesagt, ‚Na ja, no risk, no fun!’, wir probieren das jetzt einfach mal.“ – Ein Satz, der rückblickend wie der Startschuss wirkt.

Die COVID-Pandemie wurde so ungeplant zum Beschleuniger. „Eigentlich war Corona richtig gut für uns, denn die Leute konnten nicht in Urlaub fahren, die konnten nicht auf Konzerte gehen, die konnten nicht ins Schwimmbad gehen und sie wollten es sich zu Hause schön machen.“ Die Folge: Die Nachfrage explodierte, der erste Mitarbeiter wurde eingestellt, die Auftragsbücher füllten sich Monate im Voraus. Eric kündigte seinen Angestellten-Job und machte sich komplett selbstständig, während Sonja zunächst noch an der Uni blieb, dann aber auch bald in den Betrieb mit einstieg. Und es war klar: Aus dem anfänglichen Samstagsprojekt war ein wachsender Betrieb geworden, der neue Strukturen brauchte.

Digitalisierung: Schnellere Angebote, mehr Ressourcen

Mit dem Wachstum kam auch schnell die Erkenntnis, dass der handwerkliche Erfolg nur die halbe Miete ist. Die andere Hälfte entsteht im Büro, bei Planung, Organisation und Kommunikation. Anfangs funktionierte vieles noch klassisch analog, allerdings nur kurz. „Wir haben natürlich angefangen, wie wir es kannten, mit Zettel und Papier“, erinnert sich Sonja. „Aber dann wurde schnell klar, da wirst du ja irre bei!“ Die Lösung: Digitale Prozesse. Erst Google Calendar, dann HERO für das gesamte Team. „Es hat einen Monat gedauert, bis die Jungs das dann angenommen hatten, aber mittlerweile sind die da alle relativ happy.“

Die Effekte der Digitalisierung ihres GaLaBau-Betriebs, zeigten sich schnell. Eric bringt es auf den Punkt: „Angebote müssten am besten direkt nach dem Erstkontakt raus, nicht erst nach zehn Tagen. HERO ist da sehr hilfreich, weil wir per Drag and Drop die ganzen Sachen reinschieben können. Rasen, Bagger, fertig.“

Auch unterwegs ist die Digitalisierung eine absolute Erleichterung. Eric: „Für die Jungs auf der Baustelle ist es umso einfacher, mit der App zu arbeiten und zu navigieren. Da klicke ich einfach auf den Link von Google.“ Früher in der Ausbildung habe er einen Ausdruck mit der Routennavigation in die Hand gedrückt bekommen. „Das ist doch Schwachsinn!“, winkt Eric ab. „Das sind so Kleinigkeiten, die das Rad einfach leichter laufen lassen. Deshalb, finde ich, ist Digitalisierung da so ein wichtiger Schritt.“

Digitalisierung ist etwas, das Ressourcen schafft.

Dr. Sonja Meiser

Biologin

Visualisierung: Wow-Effekt, aber nicht immer sinnvoll

Doch Digitalisierung endet nicht bei der klassischen Handwerkersoftware. Kund*innen können auch ganz direkt von der Digitalisierung im GaLaBau profitieren – besonders bei der Gartenplanung. Genau aus diesem Grund erstellen die Meisers 3D‑Modelle, die zeigen, wie der künftige Garten aussehen wird. Mit Sonneneinstrahlung, Bepflanzung, Wegeführung, und Atmosphäre. Dafür haben sie eine Spezialsoftware im Einsatz, mit der sie die Gärten am Computer zeichnen und visualisieren.

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Wow-Effekt: Mit 3D-Gartenplanungen wie dieser können sich Kund*innen sehr genau vorstellen, was sie erwartet. In den Fotos und Videos lassen sich zum Beispiel auch tageszeitabhängige Lichtverhältnisse simulieren. | © Meistergärtner Meiser / youtube.com

Warum das für die Kundengewinnung enorm wichtig ist, erklärt Eric bildlich: „Die Leute wissen ja im Handwerk oft nicht, was sie kaufen. Wenn sie zu Lidl an die Kasse gehen und zehn Bananen kaufen, dann haben sie Bananen in der Hand. Aber wenn sie zum Handwerk gehen und kaufen eine Terrasse, die ist nicht sichtbar.“ . Was früher eine komplizierte Vorstellungskraft erforderte, wird heute einfach auf dem Bildschirm sichtbar.

Für Kund*innen bedeutet das: Sicherheit und Begeisterung. Für den Betrieb: eine klarere Entscheidungsgrundlage und eine deutlich höhere Abschlussquote. Denn wenn der Plan einmal steht, wird er in der Regel auch in die Tat umgesetzt. „Dann heißt es: ‚Das sieht ja total toll aus’ und dann ist es meistens gekauft.“, berichtet Sonja. Es gilt: Je besser die Visualisierung ist, desto höher ist die Abschlusswahrscheinlichkeit.

Doch so wirkungsvoll die 3D‑Planung ist, sie lohnt sich nicht in jedem Fall. Denn der Service hat seinen Preis. Sonja erklärt, warum: „Da stecken halt oft, würde ich mal sagen, mindestens 8 bis 16 Arbeitsstunden je nach Projektgröße drin, mit allen Vor-Ort-Terminen und der Planung im Büro. Und da sind wir halt im vierstelligen Bereich. Das ist einfach so“. Die Visualisierung ist für die Meisers daher eine Art Werkzeug, das sinnvoll eingesetzt werden will. Wo die Kundenentscheidung ohne Visualisierung schwer fällt, ist der Effekt überzeugend. Wo es um kleinere Projekte geht, wäre der Aufwand unverhältnismäßig.

Meisterpflicht im GaLaBau? Klares „Ja!“ vom Profi

Ein weiteres Thema, das Eric beschäftigt, ist die Meisterpflicht im GaLaBau – und hier hat er eine klare Haltung. Seiner Meinung nach ist die Meisterpflicht im GaLaBau ein Garant für professionelles, effizientes Arbeiten und ein faires Preisniveau in der Branche. „In der Meisterschule lernt man so ein Stück weit mal über den Tellerrand zu gucken. Also was ist Betriebsführung, was ist unternehmerisches Denken, was sind Plankosten, was sind Lohnkosten und so weiter. Ich denke, ohne Meistertitel ist eine wirtschaftliche Ausrichtung eines Unternehmens schwer“.

Was er damit meint, wird an einem Beispiel deutlich, das er selbst erlebt hat. Nach der Meisterschule arbeitete er eine Zeit lang wieder angestellt und merkte schnell, dass sein damaliger Chef mit wichtigen betriebswirtschaftlichen Grundlagen kämpfte. „Ich wusste ja, was unsere Stundenverrechnungssätze sind und wusste, was ein Meister kostet“, so Eric. Ihm sei dann schnell klar geworden, dass ein Betrieb so nicht wirtschaftlich funktionieren könne. „Ein Meister kostete dich damals 20 Euro Lohn und du nimmst 35 Euro die Stunde beim Kunden. Das geht nicht. Dann legst du jeden Tag jede Stunde drauf. Das ist faktisch nicht machbar“.

Für Eric ist das nicht nur ein unternehmerisches, sondern auch ein branchenweites Problem. Schlecht ausgebildete Anbieter drücken die Preise, weil ihnen das Fundament fehlt, um realistische Kalkulationen anzusetzen. „Es gibt so viele ‚Gärtner’ am Markt, die die Preise kaputt fahren, weil sie es auch einfach nicht gelernt haben“. Wegen der Kombination all dieser Aspekte plädiert der Gartenbau-Profi offen für die Wiedereinführung der Meisterpflicht. Nicht, weil er sich abgrenzen möchte, sondern weil er darin ein Mittel sieht, die Branche langfristig zu stabilisieren, Qualität zu sichern und faire Marktbedingungen zu schaffen.

Meisterpflicht bedeutet, über den Tellerrand zu gucken.

Eric Herrmann Meiser

Landschaftsgärtnermeister

Rekordzahlen: Branche entwickelt sich stetig weiter

Während Eric und Sonja ihre eigene Entwicklung beobachten, verändert sich auch der GaLaBau insgesamt, wie die aktuellen Verbandszahlen zeigen. Die Branchen-Bilanz des GaLaBau-Gewerks fiel im vergangenen Jahr vergleichsweise sehr gut aus. Der aktuellen Statistik des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) zufolge wurde in 2025 mit 11 Milliarden Euro Nominal-Umsatz nur einer von mehreren Rekorden geknackt. Und nicht nur das: Noch nie gab es in Deutschland so viele GaLaBau‑Betriebe wie im vergangenen Jahr.

Doch während die Zahlen auf den ersten Blick Grund zur Freude geben, betrachtet Eric die Entwicklung mit einem differenzierten Blick. Für ihn ist der Boom keine Überraschung, sondern eine logische Folge der Geschichte des Gewerks. „Gartenbau an sich ist ja ein junger Berufszweig. In den 80er Jahren gab's den Beruf des Landschaftsgärtners so nicht. Den brauchte man einfach nicht. Da hat jeder seinen Hausgarten selber gemacht. Das war auch kein Erholungsort, das war mehr eine Versorgungsstation. Jeder hatte sein Kartoffelacker, sein Karottenfeld und Kohl und eine Rasenfläche“. Heute habe sich dieses Bild grundlegend gewandelt. Erholung direkt vor der Terrassentür wird für viele Menschen immer wichtiger. Ein gepflegter, gestalteter Garten ist längst kein Luxusobjekt mehr, sondern Teil eines modernen Wohn- und Lebensgefühls.

Doch der Wandel im GaLaBau hat nicht nur ästhetische Gründe im Bereich des Gartenbaus. Auch im öffentlichen Landschaftsbau werden Umwelt- und Klimathemen immer bedeutender. „Ein Deich wird von einem Landschaftsgärtner gebaut, ein Regenrückhaltebecken wird von einem Landschaftsgärtner gebaut, die städtischen Bäume werden von einem Landschaftsgärtner geschnitten“. Für die Meisers ist deshalb klar: Die positiven Zahlen sind vor allem Ausdruck einer stetig wachsenden Bedeutung des Berufsstands. Und einer Zukunft, in der Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner eine immer wichtigere Rolle spielen werden.

Garten- & Landschaftsbau in Zahlen

11,1 Milliarden Euro
Umsatz machte die Branche 2025 in DE (Quelle: BGL – Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.).
19.898 Betriebe
waren 2025 im professionellen Garten- und Landschaftsbau in Deutschland aktiv (Quelle: BGL).
131.746 Beschäftigte
arbeiteten im Jahr 2025 in diesen knapp 20.000 GaLaBau-Betrieben in Deutschland (Quelle: BGL).

Zukunftsaussichten: Mehr Aufgaben aus anderen Gewerken

Im Alltag von Eric und Sonja zeigt sich bereits heute, wie sehr sich der GaLaBau verändert. Denn die Aufgaben, die bei ihnen landen, stammen längst nicht mehr nur aus dem klassischen Gartenbau. Immer häufiger übernehmen sie Tätigkeiten, die eigentlich anderen Gewerken zugeordnet sind. Eric: „Wir sind eigentlich auch Pflasterer oder Straßenbauer. Wir sind Fliesenleger, wenn wir Fliesen im Outdoorbereich verkleben. Wir sind Tischler, wenn wir mit Holz Zäune oder Pergolas bauen in allen Varianten und deshalb wird der Beruf immer größer“.

Dass der Beruf wächst, liegt nicht daran, dass GaLaBau-Betriebe sich in fremde Gewerke drängen würden – im Gegenteil. Die Kund*innen entscheiden sich schlicht zunehmend dafür, Arbeiten aus einer Hand erledigen zu lassen. Und oft spielen dabei auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Mit beispielhaftem Blick auf eine Pergola erklärt Eric: „Der Tischler hat ganz andere Stundenlöhne, der hat andere Qualifikationskosten, als wenn wir einfaches Produkt von der Stange aufbauen“.

Trotzdem überwiegt für beide vor allem eines: Die Freude an ihrem Beruf. Und während sie über Branchenentwicklungen, Digitalisierung und neue Verantwortungsbereiche sprechen, wird klar, dass die nächste intensive Phase schon vor der Tür steht. Denn eines ändert sich nie: „Der größte Run auf die Gärtner ist jetzt. März, April, Mai – weil im Sommer alles fertig sein soll.“

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