Ein weiteres Thema, das Eric beschäftigt, ist die Meisterpflicht im GaLaBau – und hier hat er eine klare Haltung. Seiner Meinung nach ist die Meisterpflicht im GaLaBau ein Garant für professionelles, effizientes Arbeiten und ein faires Preisniveau in der Branche. „In der Meisterschule lernt man so ein Stück weit mal über den Tellerrand zu gucken. Also was ist Betriebsführung, was ist unternehmerisches Denken, was sind Plankosten, was sind Lohnkosten und so weiter. Ich denke, ohne Meistertitel ist eine wirtschaftliche Ausrichtung eines Unternehmens schwer“.
Was er damit meint, wird an einem Beispiel deutlich, das er selbst erlebt hat. Nach der Meisterschule arbeitete er eine Zeit lang wieder angestellt und merkte schnell, dass sein damaliger Chef mit wichtigen betriebswirtschaftlichen Grundlagen kämpfte. „Ich wusste ja, was unsere Stundenverrechnungssätze sind und wusste, was ein Meister kostet“, so Eric. Ihm sei dann schnell klar geworden, dass ein Betrieb so nicht wirtschaftlich funktionieren könne. „Ein Meister kostete dich damals 20 Euro Lohn und du nimmst 35 Euro die Stunde beim Kunden. Das geht nicht. Dann legst du jeden Tag jede Stunde drauf. Das ist faktisch nicht machbar“.
Für Eric ist das nicht nur ein unternehmerisches, sondern auch ein branchenweites Problem. Schlecht ausgebildete Anbieter drücken die Preise, weil ihnen das Fundament fehlt, um realistische Kalkulationen anzusetzen. „Es gibt so viele ‚Gärtner’ am Markt, die die Preise kaputt fahren, weil sie es auch einfach nicht gelernt haben“. Wegen der Kombination all dieser Aspekte plädiert der Gartenbau-Profi offen für die Wiedereinführung der Meisterpflicht. Nicht, weil er sich abgrenzen möchte, sondern weil er darin ein Mittel sieht, die Branche langfristig zu stabilisieren, Qualität zu sichern und faire Marktbedingungen zu schaffen.