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VIRTUAL & AUGMENTED REALITY FÜR GALABAUER

Mit VR & AR den neuen Garten für Kunden erlebbar machen

Lukas Beckmann  | 20.04.2026  |  Lesezeit: Minuten

Du denkst darüber nach, VR- oder AR-Technologie in deinem GaLaBau-Betrieb einzusetzen? Als Präsentations-Tool können diese Hilfsmittel ein Alleinstellungsmerkmal sein und es dir ermöglichen, Kund*innen ein echtes Erlebnis zu bieten. Wir erläutern die Unterschiede zwischen Virtual Reality und Augmented Reality, die einzelnen Vorteile und Nachteile, Voraussetzungen sowie Einsatzbereiche.

Virtual Reality macht die Präsentation eines Gartenkonzepts zu einem echten Erlebnis – erfordert aber auch viel Planung und Investition in Hardware.

Garten-Visualisierung im GaLaBau

Wie die meisten Bau- und Ausbaugewerke im Handwerk haben Garten- und Landschaftsbauer das Problem, dass ihre Leistung erst wirklich zur Geltung kommt, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Im Gegensatz zu Fliesenlegern, Installateuren oder Innenarchitekten stehen GaLaBau-Profis aber auch noch zusätzlich vor der Herausforderung, dass sie nur sehr bedingt Muster und Präsentationsflächen anbieten können, da jeder Garten einzigartige Gegebenheiten mitbringt und in der Regel deutlich größer ist als ein herkömmliches Badezimmer oder Wohnzimmer.

Mittlerweile gibt es jedoch genügend Tools, die genau dieses Problem lösen: mittels virtueller Darstellungsmöglichkeiten, die sich nahezu echt „anfühlen“. Diese vereinfachen die Präsentation von GaLaBau-Projekten und können nicht nur zu einem höheren Auftragsvolumen beitragen, sondern auch die Kundenzufriedenheit spürbar erhöhen. Außerdem bleibt ein Betrieb, der seinen Kund*innen ihren Traumgarten schon vor Umsetzung vor Ort über eine VR-Brille zeigen kann, garantiert im Gedächtnis.

Wann lohnt sich die virtuelle Visualisierung?

In welchen Fällen es sich im Einzelnen lohnt, die virtuelle Visualisierung in das Serviceportfolio des eigenen Garten-Landschaftsbau-Betriebs aufzunehmen, ist schwer festzumachen. In jedem Fall sollten Visualisierungen als eigene Serviceleistung betrachtet und auch so berechnet werden. Die Visualisierung eines GaLaBau-Projektes bindet Ressourcen im Betrieb, die entsprechend entlohnt werden müssen – unabhängig davon, ob das Projekt letzten Endes umgesetzt wird oder nicht. Darauf sollte also schon direkt bei Anfrage hingewiesen werden.

Gleichzeitig trägt eine möglichst realitätsnahe Abbildung von Plänen dazu bei, Missverständnisse und falsche Vorstellungen zu beseitigen. Der Satz „Das haben wir uns anders vorgestellt“ ist weniger folgenschwer, wenn er während einer Simulation fällt, als nach der Projektumsetzung. Höchstwahrscheinlich wird er aber deutlich seltener fallen, wenn Kund*innen ihre konkreten Vorstellungen schon vor Projektstart originalgetreu im eigenen Garten vor Augen geführt bekommen.

Bürosoftware für GaLa-Bauer

Bild: Hero in der App oder vom Büro aus

VR oder AR – was sind die Unterschiede?

Ob zur Visualisierung eines Gartenbauprojekts VR- oder AR-Software oder sogar beides verwendet wird, ist prinzipiell jedem Betrieb selbst überlassen. Der größte Unterschied besteht in der Anwendung. Während AR-Anwendungen heutzutage bereits über gängige Endgeräte wie Smartphone oder Tablet zugänglich sind, benötigt VR-Technik meist zusätzliche Hardware.

Virtual Reality

Virtual Reality, also virtuelle Realität, bezeichnet die Darstellung einer simulierten Wirklichkeit. Virtuelle Realitäten sind dazu in der Lage, eine Umgebung mitsamt ihren speziellen physikalischen Eigenschaften nachzuahmen und sogar interaktiv erlebbar zu machen. Diese können entsprechend möglichst realitätsnah sein oder, wie zum Beispiel in Computerspielen üblich, sich von unserer Realität grundlegend unterscheiden.

Virtual Reality bietet durch Hardware wie das Head-Mount-Display, auch VR-Brille genannt, einen hohen Grad an Immersion. Anwendern kommt es so vor, als würden sie sich tatsächlich in einer anderen Umgebung befinden. Das sorgt für einen entsprechenden Wow-Effekt und kann für GaLaBau-Betriebe ein echtes Alleinstellungsmerkmal sein. Gegenüber der klassischen Präsentation eines 3D-Plans am Computerbildschirm hat VR den Vorteil, dass Kund*innen diese nicht mehr kognitiv „übersetzen“ müssen – wer VR nutzt, braucht (fast) keine Vorstellungskraft mehr.

Augmented Reality

Augmented Reality, englisch für erweiterte Realität, bietet die Möglichkeit der computergestützten Erweiterung der Wahrnehmung. Augmented Reality ist weniger immersiv als eine virtuelle Realität, da sie der Umgebung in der Regel nur bestimmte Aspekte hinzufügt, statt sie gänzlich zu simulieren. Ein einfaches Beispiel ist die Darstellung eines Kirschbaums auf dem Display, während man im Garten steht und die Kamera des Smartphones auf die Stelle richtet, an der er gepflanzt werden soll. Durch AR wirkt es so, als stünde der Baum bereits dort.

Dieses Beispiel zeigt bereits, dass Augmented Reality sich vor allem für einzelne Objekte eignet und weniger dafür gedacht ist, ganzheitliche Projekte darzustellen. AR lässt sich im GaLaBau jedoch ideal anwenden, um Pflanzen in sämtlichen Wachstumsphasen im Garten zu simulieren. Kund*innen sehen dadurch nicht nur eine Momentaufnahme, sondern können sich bestimmte Teile eines Projekts über einen längeren Zeitraum hinweg anschauen – einen Kirschbaum beispielsweise vom Setzling bis zum großen Schattenspender.

TechnologieErläuterungVorteileNachteile
VRVirtual Reality simuliert die Wirklichkeit, mitsamt physikalischen Eigenschaften.
  • Macht Pläne erlebbar
  • äußerst realitätsnah
  • garantierter Wow-Effekt
  • 3D-Renderings benötigen hochwertige Hardware
  • zusätzliche Hardware zur Präsentation (VR-Brille) benötigt
ARAugmented Reality erweitert die Wirklichkeit um bestimmte Aspekte.
  • Präsentation kann über Smartphone/Tablet stattfinden
  • leicht zugänglich
  • kann Veränderung abbilden
  • Nicht so realitätsnah wie VR
  • häufig nur einzelne Aspekte darstellbar, statt ganze Konzepte

Die passende Visualisierungssoftware

Ist der Mehrwert von Augmented bzw. Virtual Reality für den eigenen Betrieb klar ersichtlich, ist es an der Zeit, sich an die Auswahl der passenden Visualisierungssoftware zu machen. Wichtig ist hierbei: Bei der Visualisierungssoftware geht es nicht um eine Software für die Gartenplanung! Solche Planungssoftwares sind für die eigentliche 3D-Planung gedacht und stellen den ersten Schritt zur Visualisierung dar. Bei Anwendungen für VR und AR geht es um die Präsentation des geplanten Projektes, nicht um die eigentliche Planung selbst!

Einige 3D-Planungssoftwares, die auch für GaLaBauer in Frage kommen, haben bereits Funktionen für die Darstellung mittels VR integriert. Dies ist allerdings nicht die Regel und kann auch bedeuten, dass nicht gerenderte und eher roh wirkende Plan-Modelle angezeigt werden. Spezielle Visualisierungssoftwares mit 3D-Rendering ermöglichen dagegen ein realitätsnahes Erlebnis.

Twinmotion (VR-Software)

Wenn es um VR-Visualisierung geht, ist weniger die Planungssoftware entscheidend, als vielmehr die richtige VR-Software bzw. eine passende Schnittstelle. Prinzipiell kannst du deine Projekte in jeder 3D-Planungssoftware entwerfen und dann über eine VR-Brille erlebbar machen, solange du sie im richtigen Format exportieren kannst: FBX, OBJ, DAE, 3DS, SKP oder GLTF sind passende Formate für die Übergabe an eine VR-Software.

So planst du genau in deiner GaLaBau-Software und übergibst die Pläne anschließend an eine VR-Software wie Twinmotion. Die Software gilt als Marktführer unter den 3D-Echtzeit-Visualisierungstools und wird vor allem von Architekten und Designern in der Automobilbranche genutzt. Twinmotion eignet sich aber auch hervorragend für die visuelle Darstellung von Gartenbauprojekten. Ein besonderer Anreiz für kleinere Unternehmen: Twinmotion ist für Firmen mit einem Jahresumsatz unter 1 Million US-Dollar kostenfrei. Eine Einzellizenz kostet aktuell 505,15 € pro Jahr (Stand: April 2026).

CanvasLogic – 3D Garten Visualiser (AR‑Software)

Der 3D Garten Visualiser ist eine spezielle Lösung vom Entwickler CanvasLogic, der sich auf die 3D-Konfiguration und Visualisierung spezialisiert hat. Wie der Name verrät, zielt der 3D Garten Visualiser darauf ab, professionelle Gartenbau-Projekte fotorealistisch zu planen und zu visualisieren. Die Software verfügt über eine integrierte AR-Technologie, die es Kund*innen ermöglicht, ihre Wunschprojekte im realen Umfeld zu erleben.

Pflanzen lassen sich über den 3D Garten Visualiser in verschiedenen Wachstumsstadien darstellen, Wetterbedingungen lassen sich simulieren und eine Möbel-Datenbank sorgt dafür, dass Gartenprojekte auch ganzheitlich visualisiert werden können. Die Software selbst läuft auf Windows- und macOS-Systemen mit mindestens 8 GB RAM und einer dedizierten Grafikkarte (z. B. NVIDIA GTX 1060 oder höher). Für AR-Funktionen wird auf der Kundenseite lediglich ein kompatibles Smartphone oder Tablet (iOS/Android) benötigt. Die Kosten für CanvasLogic selbst sind nicht öffentlich einsehbar, der Entwickler bietet allerdings kostenfreie Demos an.

Bürosoftware für GaLa-Bauer

Bild: Hero in der App oder vom Büro aus

Benötigte Hardware

Hochwertige und fotorealistische 3D-Visualisierungen sind nicht nur eine Frage der richtigen Software. Ohne einen leistungsfähigen Computer wirst du eine 3D-Visualisierungssoftware kaum ordentlich zum Laufen bringen können. Hersteller machen in der Regel konkrete Angaben zu den Mindestanforderungen ihrer Programme. Als generelle Richtwerte kannst du dir aber merken, dass du ein modernes Betriebssystem, einen Arbeitsspeicher (RAM) von mindestens 8 GB (besser 16 oder 32 GB), eine dedizierte Grafikkarte (GPU) und einen Prozessor (CPU) mit über 2.5 GHz verwenden solltest.

Möchtest du außerdem Präsentationen mit Virtual Reality-Rundgängen anbieten, benötigst du dafür ein zusätzliches Headset bzw. eine VR-Brille. Eine moderne All-in-One-Lösung wäre das META Quest-Headset. Auf dem Markt gibt es mittlerweile jedoch eine Vielzahl von Produkte, lass dich dazu am besten ausführlich von Expert*innen in einem Elektromarkt beraten. Je nach Modell solltest du mit Kosten zwischen 300 und 600 Euro für eine VR-Brille rechnen.

Fazit: Wie VR/AR den Unterschied macht

Ob sich Anwendungen mit Virtual Reality oder Augmented Reality für einen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb lohnen, kann nicht pauschal entschieden werden. Die Einführung und die Auseinandersetzung mit dieser Technik bedeutet nicht nur ein finanzielles, sondern vor allem auch ein zeitliches Investment. Für Betriebe, die bereits mit einer professionellen 3D-Planungssoftware arbeiten, ist der Schritt zu VR oder AR vermutlich deutlich kleiner, als wenn dies noch nicht der Fall ist.

VR- und AR-Software stellt eine Möglichkeit der realitätsnahen Visualisierung dar. Wer Kund*innen bereits mit der ersten Präsentation ein einzigartiges Erlebnis bieten und als Betrieb im Gedächtnis bleiben will, sollte sich mit den Möglichkeiten der virtuellen oder erweiterten Realität befassen. Es ist auch möglich, dass die bestehende Gartenplanungs-Software bereits Funktionen oder Schnittstellen beinhaltet oder durch Add-Ons um VR-/AR-Funktionen ergänzt werden kann.

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