Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, wirft der Bundesregierung Reformstillstand vor. Obwohl vereinbart wurde, das Bäckerhandwerk im Arbeitszeitgesetz stärker zu berücksichtigen, dürfen Betriebe an Sonn- und Feiertagen weiterhin nur drei Stunden backen und liefern. Gleichzeitig könnten Tankstellen und Backstationen Brötchen problemlos aufwärmen – ein klarer Wettbewerbsnachteil für handwerkliche Bäckereien, so Dittrich.
Im Koalitionsvertrag sei vorgesehen, den Ausnahmekatalog für Sonntagsarbeit zu erweitern, damit Bäckereien flexibler produzieren können, sagt Dittrich der Deutschen Presse-Agentur, – selbstverständlich unter Einhaltung hoher Arbeitsschutzstandards. Doch umgesetzt wurde bislang nichts. Dabei gebe es laut Dittrich Mitarbeitende, die sonntags gern arbeiteten, etwa wegen möglicher Zuschläge. „Mir kann keiner erzählen, dass das Abendland untergeht, wenn wir dieses Verbot abschaffen“, betont er. Der Appell des Handwerks: mehr Vertrauen, mehr unternehmerische Freiheit und faire Bedingungen für lokale Bäcker.