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HOCHSEILWERK IM HERO SOFTWARE INTERVIEW

Handwerk in der Höhe: Industriekletterer geben Einblicke in ihren Beruf

Hochseilwerk arbeitet dort, wo andere Gewerke an ihre Grenzen stoßen: an Fassaden, in Schächten, an Stahlkonstruktionen und in großer Höhe. Im Interview erzählen Frank Eden und Ralf Schneider, wie sie zum Industrieklettern gekommen sind, welche Projekte sie umsetzen und was die Arbeit auf britischen Offshore-Anlagen so besonders macht. Außerdem geben sie spannende Einblicke in die Digitalisierung ihres Betriebs und erklären, warum eine Handwerkersoftware heute ein wichtiger Teil ihrer Abläufe ist.

Bild: Frank und Ralf von Hochseilwerk
Ralf Schneider (links) und Frank Eden (rechts) arbeiten als erfahrene Industriekletter bei Hochseilwerk.

Hochseilwerk: Das ist Industrieklettern!
 

Lea: Hallo ihr beiden. Für alle, die euch noch nicht kennen: Bitte stellt euch und euer Unternehmen einmal vor.
Frank: Ich bin Frank Eden und Geschäftsführer von Hochseilwerk. Ich bin Industriekletterer Level 3 – das ist die höchste Qualifikationsstufe unseres Verbands, des FISAT (Fach- und Interessenverband für seilunterstützte Arbeitstechniken).

Ralf: Ich Ralf Schneider, technischer Leiter des Unternehmens und ebenfalls Industriekletterer Level 3. Ich komme ursprünglich aus dem handwerklichen Bereich. Gemeinsam setzen wir bei Hochseilwerk Handwerksarbeiten in der Höhe und auch in der Tiefe um.

Lea: Wie ist die Firma Hochseilwerk entstanden? 
Frank: Ich habe das Unternehmen im Jahr 2013 gegründet, die Idee dazu entstand jedoch bereits früher in meiner eigenen Laufbahn. Bei meinem vorherigen Arbeitgeber habe ich miterlebt, wie hoch die Sicherheitsstandards bei Höhenarbeiten im britischen Offshore-Bereich sind – und wie groß der Unterschied zu dem war, was hierzulande auf Baustellen üblich ist. Daraus entstand der Anspruch, diese Sicherheitskultur in unser Umfeld zu tragen. Seitdem steht Sicherheit bei uns an erster Stelle und war der Auslöser dafür, Hochseilwerk zu gründen.

Lea: Wie seid ihr persönlich zum Industrieklettern gekommen?
Frank: Mein Werdegang war eher ungewöhnlich: Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zum Laboranten gemacht, später als Fachinformatiker gearbeitet und komme gleichzeitig aus dem Alpinklettern. Über Kontakte aus dem Klettersport bin ich 2010/2011 eher zufällig zu meinem ersten Einsatz als Fensterputzer in großer Höhe in Frankfurt gekommen. Danach war klar: Das möchte ich machen!

Bild: Frank Eden, Industriekletterer und Geschäftsführer bei Hochseilwerk

Wir sind Spezialisten für Sicherheit. Sie steht bei uns immer an erster Stelle.

Frank Eden

Industriekletterer und Geschäftsführer bei Hochseilwerk

Ralf: Ich habe zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker gemacht und bin dann über den Blitzschutz zur Höhenarbeit gekommen. Erst später habe ich erfahren, dass es speziell für Höhenarbeiten auch einen eigenen Berufszweig namens Industrieklettern gibt. Über meinen alten Arbeitgeber habe ich das Unternehmen Hochseilwerk kennengelernt und hatte das Glück, dort anfangen zu dürfen.

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Lea: Wie kann man Industriekletterer werden? Ist das ein Ausbildungsberuf?
Ralf: Nein, Industriekletterer ist in Deutschland kein klassischer Ausbildungsberuf, man qualifiziert sich über Lehrgänge. Es gibt drei Level: Mit Level 1 startet man, Level 3 ist die höchste Stufe und mit viel Verantwortung verbunden. Wichtig ist dabei nicht nur der theoretische Kurs, sondern auch die nachgewiesene Einsatzerfahrung zwischen den Stufen. Handwerkliches Geschick ist vorab sehr hilfreich, genauso wie ein gutes Sicherheitsverständnis und allgemeine Fitness.

Lea: Welche Projekte setzt ihr konkret um?
Frank: Unser Spektrum ist breit: Wir sind unter anderem im Bereich Blitzschutz, an Fassaden, bei Reparaturen und Prüfungen sowie in Schächten, Silos und an Windkraftanlagen tätig. Manchmal sind es kleine Einsätze von wenigen Stunden, manchmal Großprojekte über mehrere Monate. Aktuell prüfen wir beispielsweise an einem sehr großen Gebäude eine komplette Stahlkonstruktion mit Tausenden Schraubverbindungen. Gerade diese Mischung vieler unterschiedlicher Aufgaben macht den Beruf für mich so spannend.

Lea: Was unterscheidet euren Job von anderen Gewerken, die in der Höhe arbeiten?
Frank: Mit einem Seilzugang lassen sich viele Aufgaben deutlich effizienter umsetzen als mit einem kompletten Gerüst. Wenn beispielsweise an einer hohen Fassade nur kleine Schäden repariert werden müssen, ist das Einrüsten oft nicht wirtschaftlich sinnvoll. Gleichzeitig ist unser Verfahren sehr sicher, da wir mit klaren Standards, zwei Seilen und einem umfangreichen Rettungskonzept arbeiten. Deshalb verstehen wir uns nicht nur als Industriekletterer, sondern auch als Spezialisten für Sicherheit auf der Baustelle.

Bild: Ralf Schneider, Industriekletterer bei Hochseilwerk

Handwerkliches Geschick, ein Verständnis für Sicherheit und allgemeine Fitness sind besonders wichtig für unsere Arbeit.

Ralf Schneider

Industriekletterer bei Hochseilwerk

Lea: Was muss man als Industriekletterer bei solchen Einsätzen besonders beachten?
Frank: Das Wichtigste ist, potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen und ein professionelles Rettungskonzept zu haben, das nicht nur auf dem Papier funktioniert. Man muss immer mehrere Schritte weiter denken: Zugang, Material, Wind, dritte Personen, elektrische Gefahren oder auch ganz banale Dinge wie ein Wespennest unter einer Dachkante. Vieles ist am Ende kein spektakuläres Risiko, sondern eine organisatorische Herausforderung. Gute Arbeit beginnt deshalb bei uns lange vor dem ersten Klettern.

Lea: Wie sicher ist Industrieklettern wirklich? 
Ralf: Für Außenstehende wirkt es oftmals riskant, doch tatsächlich ist es ein sehr sicheres Zugangsverfahren. Wir arbeiten grundsätzlich mit zwei Seilen und achten sehr genau auf Aspekte wie scharfe Kanten, Rettungswege und die Zusammensetzung der Teams.

Frank: Außerdem starten wir keine Baustelle, bevor nicht klar ist, wie wir uns gegenseitig im Ernstfall retten können. Genau das ist der große Unterschied zu vielen unzulänglichen Sicherheitslösungen, die man in anderen handwerklichen Bereichen leider noch sieht.

Lea: Gibt es Grenzen – etwa durch Wetter, Höhe oder Einsatzdauer? 
Frank: Ja, auf jeden Fall. Wind und Gewitter sind die größten Faktoren. Kälte ist dagegen mit der richtigen Kleidung meist weniger problematisch. Bei bestimmten Windgeschwindigkeiten, spätestens jedoch bei starkem Wind, wird die Arbeit eingestellt. Hinzu kommt, dass die Berufsgenossenschaft die Einsatzzeit in der Höhe auf sechs Stunden am Tag begrenzt. Auch innerhalb eines Einsatzes achten wir stets auf die Körperhaltung und die Belastung.

Lea: Was sollten wir über Hochseilwerk unbedingt noch wissen?
Frank: Wir sind nicht nur auf Baustellen unterwegs, sondern bieten auch Schulungen und Prüfservices rund um die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz an. Der Bedarf ist groß, da viele Betriebe die gesetzlichen Vorgaben zwar kennen, diese aber nicht immer korrekt umsetzen können. Wir unterstützen sie dann mit Unterweisungen, Konzepten und Materialprüfungen. Unser Ziel ist es, Arbeiten in der Höhe sicherer, besser planbar und oft auch deutlich effizienter zu machen.


 

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Die Industriekletterer von Hochseilwerk führen eine Blitzschutz-Montage an einem Bürogebäude durch.

Digitalisierung mit HERO Software
 

Lea: Ihr arbeitet seit 2024 mit unserem Betriebssystem für Handwerker. Wie kam der Wechsel zu HERO?
Frank: Der Hauptgrund war, dass wir eine Lösung brauchten, die mehr kann als klassische Buchhaltung. Für uns war es wichtig, Angebote und Rechnungen zusammen mit Bilddokumentationen, Projektunterlagen und Einsatzinformationen an einem Ort zu haben. Genau da stießen andere digitale Lösungen an ihre Grenzen. Wir wollten eine zentrale Oberfläche statt vieler Einzellösungen.

Lea: Wie digital habt ihr vorher gearbeitet? 
Frank: Zuvor lief sehr viel über verschiedene Google-Tools. So haben wir beispielsweise die Einsatzplanung über sieben verschiedene Google-Kalender organisiert. Es gab also Kalender für einzelne Teams, Schulungen und Urlaub. Dokumentationen, Fotos und Dateien waren projektweise in Google Drive gespeichert, Angebote und Rechnungen wiederum in Lexoffice. Das hat zwar irgendwie funktioniert, war aber total unübersichtlich und unpraktisch im Alltag.

Lea: Wie arbeitet ihr heute mit HERO?
Frank: Für uns ist HERO Software vor allem die zentrale Projektoberfläche, in der Planung, Dokumentation und kaufmännische Abläufe zusammenlaufen. Wenn ich ein Projekt öffne, finde ich dort alle relevanten Informationen wie Fotos, Dokumentationen, Angebote, Bestellungen und Rechnungen gebündelt an einem Ort. Genau diese Übersichtlichkeit hat für uns einen großen Mehrwert. Sie spart Suchaufwand und reduziert das Springen zwischen verschiedenen Systemen.

Lea: Welche Funktionen nutzt ihr im Alltag am meisten?
Frank: Ganz klar: die Dokumentation und die digitale Plantafel. Die Plantafel ist für uns von entscheidender Bedeutung, da wir unsere Teams und Einsätze darüber organisieren. Gleichzeitig ist die Projektdokumentation sehr wichtig, da wir im Alltag viele Fotos, Nachweise und Unterlagen sauber ablegen müssen. Genau diese beiden Bereiche helfen uns, unsere tägliche Arbeit sinnvoll vorzubereiten, zu strukturieren und nachvollziehbar zu machen.

Lea: Inwiefern profitiert ihr als Industriekletterer von der Nutzung einer Software?
Frank: Wir freuen uns vor allem über die Zeitersparnis und die bessere Übersicht über Aufträge und Daten. Da alle projektbezogenen Informationen in einer zentralen Software zusammenlaufen, müssen wir nicht mehr zwischen mehreren Softwares und Ablageorten wechseln. Man findet schneller, was man sucht, und die Abläufe sind sauberer strukturiert. Auch die Cloud-Anbindung ist für uns wichtig, da wir so flexibel und zentral auf Informationen zugreifen können – egal, ob wir uns im Büro oder auf einer Baustelle befinden.

Lea: Für welche Betriebe lohnt sich eine Handwerkersoftware aus eurer Sicht besonders?
Frank: Die Software ist vor allem für Unternehmen von Vorteil, die viele Projekte parallel steuern und dabei eine lückenlose Dokumentation gewährleisten müssen. Sobald Planung, Fotos, Angebote, Rechnungen und Einsatzdaten zusammenkommen, zeigt sich der Nutzen einer zentralen Lösung schnell.

Lea: Vielen Dank für das Interview!

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