Das Handwerk: Materialien, Techniken und Projekte
Lea: Welche Materialien verwendest du, und was bringt die Wahl des Materials mit sich?
Torsten: Ich arbeite ausschließlich mit Metallen, die sich gut löten lassen, denn Löten ist die einzige Verbindungstechnik, die ich anwende. Dabei verwende ich im Wesentlichen Zink, Kupfer und Messing mit einer Blechstärke von 0,7 mm. Zink ist das günstigste Material, Kupfer kostet etwa das Doppelte und Messing noch einmal das Doppelte von Kupfer, also rund das Vierfache von Zink. Die Arbeit selbst bleibt für mich dieselbe, aber bei einer großen Figur macht der Materialwert natürlich einen deutlichen Unterschied im Endpreis aus.
Lea: Wie entstehen die Figuren technisch? Was ist der Prozess dahinter?
Torsten: Die Grundlage ist entweder ein klassisches Origami-Modell aus Papier oder eine digitale PDO-Datei, also ein dreidimensionales Computerbild. Dieses nehme ich auseinander und übertrage es auf das Blech. Für besondere Modelle arbeite ich mit einem Spezialisten in England zusammen. Er fertigt mir solche Vorlagen an – für rund 300 US-Dollar pro Modell. Anschließend schneide ich die Einzelteile aus dem Blech aus, löte Füße, Rumpf und Kopf separat und setze die Figur zusammen. Der spannendste Moment ist immer das finale Zusammenfügen: Passt alles, oder habe ich falsch gemessen?
Lea: Wie viel Arbeitszeit steckt in den verschiedenen Figuren, und welches ist gerade dein größtes Projekt?
Torsten: Ein kleines Vögelchen (ca. 10 x 15 cm) ist beispielsweise eine Tagesarbeit, also rund acht Stunden. Ein großes Pferd kann bis zu 90 Stunden in Anspruch nehmen und ein Eisbär, den ich gerade für eine Messe im Oktober in Berlin plane, wird inklusive der Eisberg-Plattform, auf der er stehen wird, wohl um die 100 Stunden dauern. Bei großen Modellen baue ich auch ein inneres Skelett aus Aluminium oder Gewindestangen ein. Das gibt der Figur Stabilität, ohne das Gewicht zu stark zu erhöhen.
Lea: Müssen die Figuren nach dem Kauf gepflegt werden?
Torsten: Nein, ich poliere die Figuren nach der Fertigstellung leicht auf, sodass die Arbeitsspuren verschwinden und die Oberfläche schön aussieht. Anschließend lackiere ich sie, damit sie nicht so schnell anlaufen. Sollte es dennoch mit der Zeit zum Anlaufen kommen, geschieht dies meist gleichmäßig unter dem Lack, was einen schönen, natürlichen Effekt ergibt. Die Figuren kommen ohne nennenswerte Pflege aus, aber natürlich bleiben sie im Innenbereich noch länger erhalten.
Lea: Welche deiner bisherigen Arbeiten gefällt dir am besten und welche war die größte Herausforderung?
Torsten: Den Dobermann, den ich auch als Firmenlogo verwende, finde ich natürlich besonders schön, aber das „Ferrari“-Pferd in den Größen 1,10 m und 1,70 m ist mindestens genauso beeindruckend. Am schwierigsten war ein Adler: Den habe ich schon zweimal auf einem Dach montiert, aber er dreht sich im Wind immer wieder in die falsche Richtung. Dann muss ich zum Kunden hinfahren, nachbessern und den Adler wieder richtig fixieren. Das ist technisch wirklich knifflig!