Die Dachdecker Ausbildung ist dual aufgebaut: Sie findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Traditionell wird im Handwerk bei Auszubildenden vom Lehrling gesprochen. Typische Ausbildungsinhalte sind das Decken von Dach- und Wandflächen oder die Planung von Arbeitsabläufen. Ab dem zweiten Lehrjahr vertiefen die Auszubildenden ihre Fähigkeiten in einem Schwerpunkt. Zur Wahl stehen Abdichtungstechnik, Außenwandbekleidungstechnik, Dachdeckungstechnik, Energietechnik und Reetdachtechnik.
Voraussetzungen und Schulabschluss
Offiziell brauchen Lehrlinge keinen bestimmten Schulabschluss um Dachdecker*in zu werden. Jugendliche unter 18 Jahren müssen lediglich eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung vorlegen. Die meisten Betriebe besetzen ihre Ausbildungsplätze mit jungen Menschen, die einen Hauptschulabschluss mitbringen. Eine Vorliebe für das Schulfach Werken ist charakteristisch, und eine Affinität zu Mathematik (für Berechnungen auf der Baustelle) und Physik (für bauphysikalische Zusammenhänge) hilft im Berufsalltag.
Auszubildende sollten außerdem handwerkliches Geschick, eine gute Hand-Auge-Koordination und eine solide körperliche Fitness mitbringen, etwa zum Tragen von Baumaterialien. Wichtig sind außerdem räumliche Orientierung und Trittsicherheit, denn beides muss man auch in großer Höhe beherrschen. Schwindelfreiheit ist deshalb Pflicht. Wer dazu teamfähig ist, kann in der Dachdeckerbranche hervorragend Fuß fassen.
Dauer und Verkürzung der Ausbildung
Die Dachdecker Ausbildung dauert 3 Jahre und startet zum Ersten des Monats August oder September. Mit mindestens Mittlerer Reife kann die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzt werden. Dafür stellen Lehrling und Ausbildungsbetrieb gemeinsam einen Antrag.
Praxis und Berufsschule
Im Rahmen der dualen Berufsausbildung sammeln Azubis praktische Erfahrung unter Anleitung im Betrieb. Je nach Ausbildungsjahr gehören das Eindecken von Dächern oder das Abdichten von Fugen zu den Aufgaben. Der Praxisteil findet in Lehrwerkstätten oder auf wechselnden Baustellen statt.
Die theoretischen Grundlagen werden in der Berufsschule gelehrt. Neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Wirtschaft oder Sozialkunde stehen berufsbezogene Fächer auf dem Plan. Der Unterricht läuft je nach Region ein- bis zweimal pro Woche oder im Blockmodell von drei bis vier Wochen.
Mit Ablauf des zweiten Lehrjahres steht eine Zwischenprüfung an, zum Ende des dritten Lehrjahres folgt die Gesellenprüfung. Wer besteht, darf sich fortan Handwerks-Gesellin bzw. -Geselle nennen.