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Dachdecker Ausbildung & Beruf

Dachdecker: Beruf, Gehalt und Karriere im Check

Die Dachdecker Ausbildung ist der Einstieg in ein Handwerk, das Häuser vor Regen, Wind und Hitze schützt und die Energiewende in der Praxis umsetzt. In diesem Artikel erfährst du alles rund um den Beruf Dachdecker*in, von den Voraussetzungen über die Ausbildungsvergütung bis zu den Karrierechancen als Gesell*in oder Meister*in. Alle Zahlen auf dem Stand von Juli 2026.

Dachdecker Beruf im Check: HERO informiert über Aufgaben, Anforderungen, Gehalt uvm. | © 2020 U. J. Alexander/Shutterstock.com

Was machen Dachdecker?

Ob Flachdacheindeckung oder Sanierung im Dachgeschoss: der Arbeitsalltag als Dachdecker*in ist abwechslungsreich und vielseitig. Das liegt vor allem an den vielfältigen Aufgabengebieten: Dachdecker*innen bekleiden Dach- und Wandflächen mit Ziegeln, Steinen oder anderen Materialien, konstruieren Dachstühle und führen Abdichtungen auf dem Dach, dem Balkon oder der Terrasse durch. Dazu installieren sie Photovoltaikanlagen, Schneefangsysteme oder bringen mit Dachfenstern mehr Licht ins Obergeschoss.

Der Nachwuchs zieht kräftig an: Mit 8.939 Auszubildenden meldet der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) Anfang 2026 den höchsten Stand seit Jahren. Wer jetzt einsteigt, kommt in eine Branche, die junge Leute sucht und ihnen früh Verantwortung gibt. Dachdeckerbetriebe sollten sich auf dieser Zahl allerdings nicht ausruhen, denn Nachwuchsgewinnung ist ein laufender Prozess und niemals abgeschlossen.

Das Dachdeckerhandwerk in Zahlen

8.939 Auszubildende
stehen seit Anfang 2026 auf deutschen Dächern – so viele wie seit 2003 nicht mehr (Quelle: ZVDH).
15.241 Betriebe
waren Ende 2025 in der tariflichen Sozialkasse des Dachdeckerhandwerks registriert (Quelle: ZVDH).
61.723 Beschäftigte
konnte das Dachdeckergewerbe Ende 2025 vorweisen (Quelle: ZVDH).

Geschichte und Zukunft des Dachdeckerhandwerks

Mit dem 15. Jahrhundert erlebte das Dachdeckerhandwerk europaweit eine grundlegende Veränderung. Neue Formen, Materialien und Technologien machten die Dachdeckerei immer abwechslungsreicher. Wurde in Zeiten der Industrialisierung schwer und massig gebaut, beherrscht heute die Leichtbauweise die Dächer Europas.

Auch die Zukunft spielt sich auf dem Dach ab: Photovoltaik, Solarthermie und Dachbegrünung gehören inzwischen zum Berufsbild. Bei allem Wandel gab es stets eine Konstante: professionell ausgebildete Dachdecker*innen, die ihrem Handwerk in immer größeren Höhen nachgehen. Und auch in zukünftigen Zeiten, in denen der Trend zu mehr Kreativität und weniger Fertigbau neigt, wird qualifiziertes Fachpersonal unerlässlich sein.

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Quelle: ARD: Nachwuchsmangel? Ein Dachdecker-Chef geht neue Wege | Die Nordreportage | NDR Doku

Dachdecker-Ausbildung: So läuft sie ab

Die Dachdecker Ausbildung ist dual aufgebaut: Sie findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Traditionell wird im Handwerk bei Auszubildenden vom Lehrling gesprochen. Typische Ausbildungsinhalte sind das Decken von Dach- und Wandflächen oder die Planung von Arbeitsabläufen. Ab dem zweiten Lehrjahr vertiefen die Auszubildenden ihre Fähigkeiten in einem Schwerpunkt. Zur Wahl stehen Abdichtungstechnik, Außenwandbekleidungstechnik, Dachdeckungstechnik, Energietechnik und Reetdachtechnik.

Voraussetzungen und Schulabschluss

Offiziell brauchen Lehrlinge keinen bestimmten Schulabschluss um Dachdecker*in zu werden. Jugendliche unter 18 Jahren müssen lediglich eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung vorlegen. Die meisten Betriebe besetzen ihre Ausbildungsplätze mit jungen Menschen, die einen Hauptschulabschluss mitbringen. Eine Vorliebe für das Schulfach Werken ist charakteristisch, und eine Affinität zu Mathematik (für Berechnungen auf der Baustelle) und Physik (für bauphysikalische Zusammenhänge) hilft im Berufsalltag.

Auszubildende sollten außerdem handwerkliches Geschick, eine gute Hand-Auge-Koordination und eine solide körperliche Fitness mitbringen, etwa zum Tragen von Baumaterialien. Wichtig sind außerdem räumliche Orientierung und Trittsicherheit, denn beides muss man auch in großer Höhe beherrschen. Schwindelfreiheit ist deshalb Pflicht. Wer dazu teamfähig ist, kann in der Dachdeckerbranche hervorragend Fuß fassen.

Dauer und Verkürzung der Ausbildung

Die Dachdecker Ausbildung dauert 3 Jahre und startet zum Ersten des Monats August oder September. Mit mindestens Mittlerer Reife kann die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzt werden. Dafür stellen Lehrling und Ausbildungsbetrieb gemeinsam einen Antrag.

Praxis und Berufsschule

Im Rahmen der dualen Berufsausbildung sammeln Azubis praktische Erfahrung unter Anleitung im Betrieb. Je nach Ausbildungsjahr gehören das Eindecken von Dächern oder das Abdichten von Fugen zu den Aufgaben. Der Praxisteil findet in Lehrwerkstätten oder auf wechselnden Baustellen statt.

Die theoretischen Grundlagen werden in der Berufsschule gelehrt. Neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Wirtschaft oder Sozialkunde stehen berufsbezogene Fächer auf dem Plan. Der Unterricht läuft je nach Region ein- bis zweimal pro Woche oder im Blockmodell von drei bis vier Wochen.

Mit Ablauf des zweiten Lehrjahres steht eine Zwischenprüfung an, zum Ende des dritten Lehrjahres folgt die Gesellenprüfung. Wer besteht, darf sich fortan Handwerks-Gesellin bzw. -Geselle nennen.

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Gehalt in der Dachdecker Ausbildung

Die Ausbildungsvergütung im Dachdeckerhandwerk ist tariflich geregelt und liegt deutlich über dem Schnitt vieler Gewerke. Seit dem 1. Oktober 2025 gelten die unten stehenden Sätze. Zum 1. Oktober 2026 steigen die Sätze laut Tarifeinigung weiter auf 1.050 Euro, 1.200 Euro und 1.460 Euro. In tarifgebundenen Betrieben verdienen Azubis im dritten Lehrjahr damit bald fast so viel wie manche Berufseinsteiger*innen in anderen Branchen.

AusbildungsjahrVergütung pro Monat (brutto)*
1. Lehrjahr1.000 Euro
2. Lehrjahr1.150 Euro
3. Lehrjahr1.400 Euro

*Quelle: Tarifvertrag Dachdeckerhandwerk (ZVDH/IG BAU), Stand Oktober 2025

Karriere und Gehalt als Geselle oder Meister

Wie in den meisten Handwerksberufen steigt das Gehalt mit der Berufserfahrung, und statistisch zahlen größere Unternehmen mehr. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Gesell*innen im Dachdeckerhandwerk außerdem ein Branchenmindestlohn von 16,60 Euro pro Stunde; er steigt 2027 auf 17,10 Euro und 2028 auf 17,60 Euro.

Als Geselle liegt dein Einstiegsgehalt im Schnitt bei rund 3.490 Euro brutto im Monat, mit mehreren Jahren Erfahrung sind im Schnitt rund 4.100 Euro drin. Dachdeckermeister*innen verdienen bundesweit durchschnittlich rund 4.200 Euro brutto im Monat, mit langjähriger Erfahrung sind bis zu rund 4.900 Euro erreichbar.

Wer mehr Verantwortung übernimmt, steigert sein Gehalt weiter. Beliebte Weiterbildungen sind der Bautechniker oder die Meisterprüfung. Nach einigen Jahren Berufserfahrung können Dachdecker*innen mit Meistertitel sich außerdem mit einem eigenen Dachdeckerbetrieb selbstständig machen.

PositionDurchschnittsgehalt pro Monat (brutto)*
1. Lehrjahr1.000 Euro
2. Lehrjahr1.150 Euro
3. Lehrjahr1.400 Euro
Geselle (Einstieg)ca. 3.490 Euro
Geselle (mehrjährige Erfahrung)ca. 4.100 Euro
Dachdeckermeister*in (Durchschnitt)ca. 4.200 Euro
Dachdeckermeister*in (langjährige Erfahrung)ca. 4.700 bis 4.900 Euro

*Quellen: Tarifvertrag Dachdeckerhandwerk (Azubi-Sätze, Stand 10/2025) · brutto-netto-gehaltsrechner.de und PowerUs Gehaltsdaten (Gesellen- und Meistergehälter, Stand 2026)

Dachdecker Gehalt im Vergleich mit anderen Gewerken

Wie schlägt sich das Dachdecker Gehalt im Vergleich? Die folgende Übersicht zeigt die Median-Jahresgehälter ausgewählter Handwerksberufe aus einer einheitlichen Quelle. Dachdecker*innen liegen damit solide im Mittelfeld der Bau- und Ausbaugewerke. Was davon netto bleibt, hängt von Steuerklasse, Bundesland und Familienstand ab; ein Brutto-Netto-Rechner gibt dir den genauen Wert für deine Situation.

HandwerkMedian-Jahresgehalt (brutto)
Elektroniker*in39.300 Euro
Mechatroniker*in38.900 Euro
Schweißer*in38.300 Euro
Schlosser*in38.000 Euro
Anlagenmechaniker*in SHK37.800 Euro
Maurer*in37.200 Euro
Fliesenleger*in36.900 Euro
Zimmerer*in36.600 Euro
Dachdecker*in36.500 Euro
Metallbauer*in35.600 Euro
Tischlerin / Schreinerin34.200 Euro
Maler*in33.500 Euro

*Quelle: StepStone Gehaltsdaten (Median, brutto/Jahr), abgerufen Juli 2026

Quereinstieg: Umschulung zum Dachdecker oder zur Dachdeckerin

Auch ohne klassische Erstausbildung im Dachdeckerhandwerk kannst du in den Beruf wechseln. Im Rahmen einer Umschulung oder Zweitausbildung lassen sich Teile einer ersten Ausbildung anrechnen, was die Ausbildungszeit verkürzen kann. Die Agentur für Arbeit berät dich zu den Fördermöglichkeiten für deine Umschulung.

Fazit & weitere Informationen

Der Beruf Dachdecker*in ist ein elementares Handwerk unserer Gesellschaft, mit tariflich geregelter Ausbildungsvergütung, klaren Aufstiegswegen bis zum Meister und Zukunftsthemen wie Photovoltaik direkt auf dem Dach. Ob der Beruf zu dir passt, wägst du am besten anhand der genannten Voraussetzungen ab. Eine persönliche Beratung bekommst du bei der Bundesagentur für Arbeit, viele Infos aus der Branche bündelt außerdem das Azubi-Portal des ZVDH.

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