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MODERNE TECHNOLOGIEN IM GARTEN- UND LANDSCHAFTSBAU

Wie Digitalisierung und KI den GaLaBau verändern

Frank Weber  | 16.04.2026  |  Lesezeit: Minuten

Vermessung per Drohne, Gartenplanung im 3D-Modell, professionelle Handwerkersoftware fürs Projektmanagement: Die Digitalisierung im GaLaBau schreitet immer weiter voran. Sie macht Arbeitsbläufe transparenter, reduziert Fehler und spart Zeit im Alltag. Dazu kommt für Pflanzenwahl, Mengenabschätzung oder Bildanalyse zunehmend auch Künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel. Was diese Entwicklung für Betriebe und Fachkräfte bedeutet, liest du in diesem Auftakt-Artikel unserer GaLaBau-Themenreihe.

Bild: Digitalisierung im GaLaBau
Mehrere Beispiele für Digitalisierung im GaLaBau auf einen Blick: Büroarbeit am Computer, eine einsatzbereite Drohne und eine VR-Brille fürs 3D-Modell.

Digitalisierung im GaLaBau: Wo stehen wir heute?

Wie digital ist das deutsche Handwerk? Einer aktuellen Bitkom-Studie1 zufolge verwendeten im Jahr 2025 bereits 85 Prozent der befragten Betriebe mindestens eine digitale Leistung zur Unterstützung oder Abwicklung von Kundenprozessen. Außerdem geht aus der Studie hervor: Die Mehrheit (56 Prozent) nutzt Cloud-Computing, etwas abgeschlagen folgen Trackingsysteme (20 Prozent), smarte Software (17 Prozent), 3D-Technologien (12 Prozent) und Virtual/Augmented Reality (AR/VR; 5 Prozent). Zwar gibt es keine dedizierten Zahlen nur für den Garten- und Landschaftsbau, es ist aber anzunehmen, dass sich Digitalisierungsgrad und Verteilung auf einem ganz ähnlichen Niveau befinden.

In jedem Fall halten digitale Prozesse inzwischen in vielen Bereichen des GaLaBaus Einzug: Vermessungen werden zunehmend häufiger mit Drohnen oder Laserscannern durchgeführt, Pläne für üppige Hausgärten oder landschaftliche Schutzräume entstehen direkt im CAD‑ oder 3D‑Modell, und Angebote sowie Einsatzplanung laufen immer öfter über professionelle Handwerkersoftwares. Auch die Dokumentation vor Ort wird heute oft direkt per Smartphone oder Tablet erledigt, statt wie früher mit Stift und Papier.

Im Jahr 2026 hat sehr wahrscheinlich jeder Profi im GaLaBau schon einmal mit dem Thema Digitalisierung zu tun gehabt. Der digitale Wandel ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Viele Betriebe arbeiten weiterhin hybrid oder sogar überwiegend analog, und nicht jede Lösung lässt sich ohne Weiteres in bestehende Arbeitsabläufe integrieren. Klar ist aber: Digitalisierung verändert Prozesse, aber sie ersetzt keine Menschen. Das gilt besonders in einer Branche, in der draußen angepackt, gestaltet und gebaut wird.

Was ist mit Digitalisierung gemeint?

Wenn im GaLaBau von „Digitalisierung“ die Rede ist, klingt das schnell nach großen Worten, dahinter stecken aber oft ganz praktische Dinge. Im Kern bedeutet Digitalisierung nichts anderes, als analoge oder umständliche Abläufe durch digitale Werkzeuge zu erleichtern, zu beschleunigen oder effizienter zu machen. Oft findet Digitalisierung im GaLaBau (und auch in anderen ausführenden Gewerken) zuerst bei Büro- und Verwaltungsaufgaben statt. Dazu gehören zum Beispiel digitale Stundenzettel statt Papier, eine App für die Einsatzplanung, ein Tablet zum Nachschlagen von Pflanzen oder eine Software für Angebote und Rechnungen.

Was bedeutet GaLaBau 4.0?

Wenn es um Digitalisierung im GaLaBau geht, wird oft auch der Begriff „GaLaBau 4.0“ genannt. Er lehnt sich an „Industrie 4.0“ an und beschreibt den nächsten Entwicklungsschritt im Garten‑ und Landschaftsbau. Klassische Arbeitsweisen sollen durch digitale Werkzeuge, vernetzte Daten und intelligente Prozesse ergänzt werden. Dazu gehören neben den bereits erwähnten Aufgaben auch Dinge wie digitale Vermessung, cloudbasierte Projektorganisation, automatisierte Abläufe, Sensorik für Boden und Bewässerung sowie erste KI‑Unterstützung bei Planung und Auswertung.

Garten- & Landschaftsbau in Zahlen

11,1 Milliarden Euro
Umsatz machte die Branche 2025 in DE (Quelle: BGL – Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.).
19.898 Betriebe
waren 2025 im professionellen Garten- und Landschaftsbau in Deutschland aktiv (Quelle: BGL).
131.746 Beschäftigte
arbeiteten im Jahr 2025 in diesen knapp 20.000 GaLaBau-Betrieben in Deutschland (Quelle: BGL).

KI als Teilbereich der Digitalisierung

Künstliche Intelligenz ist ein Baustein innerhalb der Digitalisierung. Während digitale Werkzeuge Abläufe erfassen, strukturieren oder vereinfachen, geht KI einen Schritt weiter. Sie kann zum Beispiel Daten automatisch auswerten, aus ihnen lernen, Muster erkennen und Vorschläge machen. Wichtig: Die KI soll dabei keine menschliche Entscheidungen ersetzen. Sie soll bestehende Werkzeuge ergänzen und bestimmte Prozesse deines Arbeitsalltags schneller oder bequemer machen. Letztendlich entscheidet immer der Mensch als „Human in the loop“.

Wie KI GaLaBau-Profis konkret unterstützt

Im GaLaBau helfen KI-Tools vor allem bei Routineaufgaben, die sonst Zeit kosten, etwa Fotos von Pflanzen oder Schadstellen einordnen, Flächen automatisch messen oder grobe Mengen vorschlagen. Auch Drohnen-Aufnahmen lassen sich mit Hilfe von KI schneller auswerten. Außerdem praktisch im Büroalltag: Sprachmodelle wie ChatGPT oder Google Gemini unterstützen beim Formulieren von Textvorlagen für Angebote, Rechnungen oder die Kundenkommunikation.

Chancen und Risiken im Unternehmen

Digitalisierung und KI bringen GaLaBau-Betrieben viele Vorteile. Abläufe werden transparenter, Vermessung und Planung deutlich schneller, und auch im Büro sinkt der Aufwand für Dokumentation und Kommunikation. Gleichzeitig entstehen aber neue Herausforderungen. Software muss erst eingerichtet werden, Mitarbeitende brauchen Zeit zur Einarbeitung, und einige digitale Prozesse funktionieren nur zuverlässig, wenn Daten sauber gepflegt sind. Auch KI sollte nicht überschätzt werden – sie liefert hilfreiche Hinweise, ersetzt aber kein fachliches Urteil. Entscheidend ist deshalb ein ausgewogenes Vorgehen – mit Blick auf Nutzen, Aufwand und die eigenen Betriebsabläufe.

Vorteile

  • Entlastung im Büroalltag (Angebote, Rechnungen, Kommunikation uvm.)
  • Entlastung auf der Baustelle (digitales Aufmaß, Baudoku, Zeiterfassung uvm.)
  • Schnellere und präzisere Arbeitsprozesse, oft Automatisierung möglich
  • Mehr Überblick über Projekte und Ressourcen
  • Einfachere Abstimmung und Vernetzung im Team (alle haben dieselben Infos aus der digitalen Projektmappe)
  • Schnellere Entscheidungen von Kund*innen dank Visualisierungen und klarer Pläne
  • Bessere Nachvollziehbarkeit über zentrales, digitales Logbuch
  • Unterstützung durch KI bei Bildern, Texten und Analysen

Nachteile/Risiken

  • Anschaffungskosten für Hardware und Software
  • Einarbeitungszeit und ggf. Schulungsaufwand für Teams
  • Abhängigkeit von digital gepflegten Daten im Unternehmen
  • Neue Prozesse passen nicht immer auf Anhieb
  • KI kann falsche Vorschläge machen; Fachwissen und Entscheidung muss beim Menschen bleiben
  • Technische Probleme oder fehlende Schnittstellen können bremsen

Beispiele: Digitalisierung im GaLaBau

Digitalisierung im GaLaBau bedeutet längst nicht nur die Vereinfachung von Büroarbeiten und Verwaltung. Die nachfolgende Tabelle zeigt die wichtigsten Einsatzbereiche und Möglichkeiten und verdeutlicht, wo und wie GaLaBau‑Betriebe heute ganz praktisch von digitalen Werkzeugen und KI profitieren können.

AnwendungsbereichErläuterungTool-Beispiel
Büroarbeiten & VerwaltungsaufgabenDigitale Auftragsabwicklung per All-In-One-Handwerkersoftware: Angebote, Rechnungen, Einsatzplanung, Stundenzettel uvm. lassen sich digital schneller und strukturierter erstellen. Auch Automatisierungen sind möglich.HERO Handwerker­software inkl. App
Dokumentation vor OrtFotos, Notizen, Maße und erledigte Arbeiten werden direkt auf der Fläche erfasst und digital gespeichert – ohne spätere Nacharbeit im Büro.HERO Handwerker­software inkl. App
Vermessung & FlächenauswertungDrohnen und Apps erfassen Flächen, Höhen und Mengen präzise und liefern verwertbare Daten für Planung und Kalkulation. Besonders interessant im Landschaftsbau.DroneDeploy, Pix4D
Digitale GartenplanungEntwürfe im CAD‑ oder 3D‑Modell mittels einer speziellen Gartenplanungs-Software erleichtern Variantenplanung und schnelle Änderungen.Cedreo, Vectorworks Landschaft
Visualisierungen3D-Modelle oder Renderings zeigen Kund*innen schon vor Baubeginn ein realistisches Bild. Besonders eindrucksvoll als AR- oder VR-Visualisierung.Twinmotion, CanvasLogic
KI‑Unterstützung bei Analysen & TextenKI hilft beim Auswerten von Fotos und Drohnen-Bildern oder beim Formulieren von Texten für Angebote, Protokolle und Kundenkommunikation.ChatGPT, Google Gemini

Checkliste: So startest du die Digitalisierung im GaLaBau

Die Umsetzung erster Digitalisierungsprozesse fällt vielen Unternehmen leichter, wenn sie mit klaren Schritten starten und passende Softwarelösungen gezielt einsetzen. Die folgende Checkliste zeigt, wie Betriebe durch die richtige Nutzung digitaler Werkzeuge ihre Abläufe optimieren und die Effizienz spürbar steigern können:

  1. Einen klaren Startpunkt festlegen.
    Büroarbeiten, Gartenplanung oder draußen auf der Fläche? Such dir einen Bereich aus, der schnelle Entlastung/Optimierung verspricht. Und ganz wichtig: klein anfangen! Nicht versuchen, alles auf einmal zu digitalisieren.
  2. Bestehende Abläufe analysieren.
    Wo im Unternehmen gehen Zeit, Informationen oder Nerven verloren? (z. B. bei Aufmaß, Kommunikation, Material)
  3. Passende digitale Werkzeuge auswählen.
    Von der einfachen Spezial-App bis zur All-in-One-Handwerkersoftware, je nach Anforderung.
  4. Büro und Fläche miteinander verbinden.
    Pläne, Fotos, Aufgaben oder Arbeitszeiten zentral an einem Ort speichern statt über verschiedene Zettel, Messenger und Ordner verteilt.
  5. Planung und Dokumentation digitalisieren.
    Pläne, Skizzen, Fotos, Maße und Notizen direkt digital erfassen – je nach Anforderung unterstützt durch AR-/VR‑Darstellungen.
  6. Digitale Vermessungstechnik einsetzen.
    Drohnen, Laserscanner oder Aufmaß‑Apps erleichtern Flächenermittlung, Dokumentation und eine belastbare Angebots-Kalkulation erheblich.
  7. Maschinen und Arbeitsgeräte integrieren.
    Wartungsintervalle, Betriebsstunden, Standortdaten oder Gerätezustand digital erfassen – das spart Kosten und verhindert Ausfälle.
  8. Material- und Ressourcenübersicht verbessern.
    Lagerbestände, Lieferungen, Grünschnitt-Entsorgung oder Maschinenverfügbarkeit digital im Blick behalten.
  9. Mitarbeitende aktiv einbeziehen.
    Wer täglich damit arbeitet, weiß am besten, was funktioniert – und was nicht.
  10. Mit KI klein anfangen.
    Fotos erkennen lassen, Texte formulieren, grobe Mengen abschätzen. Und die Ergebnisse immer von einem Menschen überprüfen lassen.

Fazit: Digitalisierung als Chance sehen und nutzen

Digitalisierung im GaLaBau ist keine einmalige Hauruck-Aktion, sondern eine Schritt-für-Schritt-Umsetzung. Es gibt bereits viele digitale Softwarelösungen, die den Alltag spürbar erleichtern und es kommen sukzessive weitere dazu. Aufmaß, Planung, Dokumentation oder Büroarbeiten sind nur einige wenige konkrete Beispiele. In jedem Fall helfen digitale Werkzeuge dabei, Zeit zu sparen, Fehler zu vermeiden und Abläufe transparenter zu machen. KI kommt dabei als hilfreiche Ergänzung ins Spiel, nicht als Ersatz für Erfahrung oder handwerkliches Können.

Für die Zukunft gilt: Betriebe, die früh beginnen und Digitalisierung bewusst, aber überlegt angehen, verschaffen sich klare Vorteile im Wettbewerb, in der Qualität und in der Zusammenarbeit im Team. Wer neugierig bleibt, klein startet und das eigene Tempo findet, ist gut aufgestellt für die nächsten Jahre. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir im HERO Blog das Gewerk etwas näher betrachten und verschiedene Themen aus dem GaLaBau beleuchten. Schau mal wieder rein!

Quellen:

1Bitkom e. V. (2026): Digitalisierung des Handwerks, Bitkom-Studie 2025, https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-01/bitkom-studienbericht-handwerk.pdf (PDF-Datei)

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