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BRANCHENBILANZ 2025

Dachdecker-Handwerk: Umsatz stagniert, Ausbildung boomt

Frank Weber  | 25.03.2026  |  Lesezeit: Minuten

Das Dachdecker-Handwerk in Deutschland zeigt sich trotz struktureller Belastungen robust. Der Umsatz stagnierte 2025 zwar bei rund 13,5 Milliarden Euro, zugleich verzeichnete die Branche aber so viele Ausbildungsverhältnisse wie seit 2003 nicht mehr. Auch der Frauenanteil in der Ausbildung stieg erneut. Das geht aus dem aktuellen Steckbrief des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks e. V. (ZVDH) hervor, der jeweils im Frühjahr und Herbst erscheint.

Bild: Dachdeckerinnen
Positivtrend in der Dachdecker-Ausbildung: Immer mehr Frauen entscheiden sich für das traditionelle Handwerk auf dem Dach.

Etwas weniger Dachdecker*innen als im Vorjahr

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren 15.241 Betriebe in der tariflichen Sozialkasse des Dachdecker-Handwerks registriert. Die Zahl der gewerblichen Beschäftigten lag bei 61.723 – ein leichter Rückgang um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Trend sei vor allem auf das Ausscheiden älterer Fachkräfte der Boomer-Generation zurückzuführen, während der Nachwuchs das trotz beachtlichen Zuwachses nicht ausgleichen kann, heißt es vom ZVDH.

Mehr Azubis und weiter steigende Frauenquote

Klar positiv entwickelt sich dagegen die Ausbildung im Dachdeckerhandwerk. Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse erreichte den höchsten Stand seit 2003. Bei den neuen Azubis im 1. Lehrjahr gab es einen Anstieg von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt – also über alle drei Lehrjahre hinweg – stieg die Zahl der Azubis um 4,1 Prozent auf 8.939 absolut. Ein möglicher Grund: Die Anhebung der Azubi-Gehälter und die damit gestiegene Attraktivität des Dachdecker-Berufs. Aktuell bekommen angehende Dachdecker*innen im 3. Lehrjahr 1.400 Euro monatlich, ab Oktober 2026 werden es 1.460 Euro sein.

Als besonderen Erfolg wertet der Verband den weiterhin steigenden Frauenanteil in der Dachdecker-Ausbildung. So gab es ein sattes Plus von 4,4 Prozent bei den weiblichen Auszubildenden auf 407 absolut. „Initiativen wie die ‘DachdeckerMädelz’ und die Teilnahme am Girls’ Day tragen maßgeblich zu dieser positiven Entwicklung bei“, heißt es in einer Mitteilung des ZVDH. Außerdem gehöre auch das generelle Umdenken in der Baubranche dazu.

Verbands-Ökonom: KI kann keine Dächer decken

Der Blick in die Zukunft des Dachdecker-Handwerks fällt aus Perspektive des Verbands in jedem Fall positiv aus. Für ZVDH-Ökonom Felix Fink ist die Umsatzstagnation kein Alarmsignal. Die Branche bleibe krisensicher, sagt er. Und ergänzt: „Die KI kann keine Dächer decken.“

Quellen und Detailinformationen:

Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) - Fachverband Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik - e. V. (2026): ZVDH-Steckbrief: Das Dachdeckerhandwerk in Zahlen – Stand März 2026, https://dachdecker.org/download/aqniv37btifumblqribin8t3f53/zvdh-steckbrief_3_2026_FINAL-1.pdf?ITServ=aetpfliqho1lc4na6ln3lc2epn (PDF-Datei)

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