Das SHK-Handwerk ist (noch) nicht in der Krise. Die Auftragslage ist in vielen Betrieben solide, die Nachfrage nach energetischen Sanierungen, Badsanierungen und Heizungsmodernisierungen besteht weiterhin. Die Fachkräfte arbeiten engagiert und mit hoher Verantwortung – inmitten einer Zeit, die viele Fragen aufwirft.
Aber es gibt ein Problem: Die Politik. Oder besser gesagt – ihre Inkonsequenz.
Was wir in den letzten Monaten erlebt haben, ist keine klare Linie, sondern ein ständiges Hin und Her. Ein Gesetz wird angekündigt, dann wieder abgeschwächt. Fördermittel werden gestrichen, neu eingeführt, verändert oder so kompliziert gestaltet, dass sie kaum jemand versteht. Für uns als Handwerksbetriebe bedeutet das: Wir müssen die Verunsicherung unserer Kunden auffangen. Und das kostet Zeit, Energie und vor allem Vertrauen.
In der Beratung wollen wir in Richtung Wärmepumpe, Solarthermie oder hybride Systeme gehen. Doch viele Kund*innen entscheiden sich am Ende doch wieder für fossile Heizsysteme. Nicht, weil sie nicht überzeugt wären – sondern weil sie Angst haben. Angst, dass sich die Bedingungen morgen wieder ändern. Dass es keine Förderung mehr gibt. Dass sie auf den Kosten sitzen bleiben. Diese Unsicherheit spüren wir jeden Tag.
Die allgemeine wirtschaftliche Lage verschärft das Problem: Hohe Bauzinsen, gestiegene Lebenshaltungskosten und Materialpreise haben die Investitionsbereitschaft vieler Kunden gebremst. Auch der Förderstopp des Programms 455-B für barrierereduziertes Bauen im Jahr 2024 war ein Rückschlag – obwohl gerade die barrierefreie Badsanierung einen doppelten Nutzen bringen würde: gesellschaftlich notwendig und konjunkturell stimulierend. Derzeit sind in Deutschland nur rund 1,5 % der Wohnungen barrierefrei. Ein echtes Potenzial liegt brach – ausgerechnet in Zeiten, in denen der Wohnungsbau ohnehin stockt.