Die digitale Kluft wächst – und trifft ausgerechnet die Mehrheit der Betriebe
Die Studie zeigt: Die Digitalisierung verläuft im Handwerk entlang der Betriebsgröße. In den letzten fünf Jahren haben 100 Prozent der großen Betriebe (mehr als 50 Mitarbeitende) in die Digitalisierung investiert – bei Kleinstbetrieben mit zwei bis fünf Mitarbeitenden sind es dagegen nur 16 Prozent, bei Betrieben mit sechs bis weniger als zehn Mitarbeitenden 57 Prozent. Gleichzeitig ist das Handwerk überwiegend kleinbetrieblich geprägt: Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) sind 99,6 Prozent der Handwerksunternehmen KMU, darunter 79,7 Prozent Kleinstunternehmen. Zudem sind im Handwerk insgesamt durchschnittlich neun Personen je Handwerksunternehmen tätig. Wenn kleinere Betriebe deutlich seltener investieren, bremst das den digitalen Fortschritt der Branche insgesamt. Das zeigt sich auch in der Praxis: Je nach Aufgabenbereich arbeitet rund ein Drittel bis zur Hälfte der Betriebe weiterhin mit Stift und Zettel (z. B. 30 % Buchhaltung, 42 % Baustellendokumentation, 50 % Lagerverwaltung) – trotz wachsender Anforderungen wie Fachkräftemangel und Bürokratie.