Reverse Charge gilt im Handwerk, wenn du Bauleistungen im B2B‑Kontext erbringst und dein Auftraggeber selbst Bauleistungen ausführt. Dann stellst du eine Rechnung ohne Umsatzsteuer aus und verweist auf § 13b UStG. Auch Leistungen mit Auslandsbezug sowie der Einkauf bestimmter Metalle fallen darunter. Kleinreparaturen bis 500 Euro netto sind ausgenommen.
FAQ: Häufige Fragen & Antworten
Nein, bei Privatpersonen gilt Reverse Charge grundsätzlich nicht. Das Verfahren kommt nur in bestimmten Fällen bei B2B-Aufträgen zum Einsatz, also im Vertragsverhältnis zweier Unternehmen.
Vor allem Bauleistungen im B2B‑Bereich, wenn beide Vertragspartner Bau- oder handwerksnahe Leistungen erbringen. Auch Auslandsleistungen und der Handel mit bestimmten Metallen fallen darunter.
Alle Arbeiten, die direkt am Bauwerk ausgeführt werden – z. B. Installation, Montage, Ausbau oder Sanierung. Entscheidend ist, dass sie fest zum Gebäude gehören und es funktional verändern oder erweitern.
Leistungen ohne direkten Bezug zum Bauwerk (z. B. IT‑Services, Materialverkauf oder kleine Reparatur‑/Wartungsarbeiten bis 500 Euro netto) gelten nicht als Bauleistungen im Sinne des § 13b UStG. Sie können aber trotzdem unter Reverse Charge fallen, wenn ein anderer Tatbestand greift (z. B. Leistungen mit Auslandsbezug oder Metalllieferung).
Kurz gesagt: Nettobetrag statt Umsatzsteuer und der Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers gemäß § 13b UStG“. Alle normalen Rechnungsangaben bleiben bestehen, inklusive Umsatzsteuer-Ident-Nummer (USt‑IdNr.).
Wenn du fälschlicherweise die Umsatzsteuer ausweist, dann schuldest du die ausgewiesene Umsatzsteuer zusätzlich. Das lässt sich nur durch eine Berichtigungsrechnung korrigieren. Wichtig: Erst nach der korrigierten Rechnung kann dein Kunde die falsche Umsatzsteuer wieder aus der Buchhaltung entfernen.