Was ist eine Baulohnabrechnung?
Eine Baulohnabrechnung ist die Lohn- und Gehaltsabrechnung im Baugewerbe. Die Grundrechnung ist dieselbe wie in jeder Branche: Bruttolohn, Sozialversicherung, Lohnsteuer, Nettolohn. Im Bau kommen aber mehrere Regelwerke gleichzeitig dazu, die es in anderen Branchen so nicht gibt. Das macht die Baulohnabrechnung aufwendiger als eine gewöhnliche Lohnabrechnung. Diese Besonderheiten musst du im Bau zusätzlich berücksichtigen:
| Besonderheit | Was dahintersteckt |
|---|---|
| SoKa-Bau | Die gemeinsame Einrichtung der Tarifvertragsparteien des Baugewerbes. Über die Kassen ULAK und ZVK laufen Urlaubsvergütung, Berufsbildung und die zusätzliche Altersversorgung der gewerblichen Arbeitnehmer. Als Arbeitgeber meldest und zahlst du dafür monatlich Beiträge auf die Bruttolohnsumme. |
| Bau-Zuschlag | Auf den Tarifstundenlohn kommt im Bauhauptgewerbe ein Bauzuschlag von 5,9 % (Stand 2026*), zusammengesetzt aus 2,9 % Witterungsabhängigkeit, 2,5 % Einsatzwechsel und 0,5 % Lohnausfallrisiko in der Schlechtwetterzeit. |
| Auslöse & Wegezeit | Für wechselnde und weiter entfernte Baustellen sieht der Bau-Tarifvertrag eigene Leistungen vor: Fahrtkostenerstattung, Wegezeitentschädigung und Verpflegungszuschüsse bzw. eine Auslösung bei auswärtiger Übernachtung. |
| Winter im Bau | In der Schlechtwetterzeit vom 1. Dezember bis 31. März sichern Saison-Kurzarbeitergeld sowie Zuschuss- und Mehraufwands-Wintergeld die Beschäftigung. |
| Lohngruppen | Der Bau-Tarifvertrag staffelt die Löhne in mehreren Lohngruppen und kennt eigene, verbindliche Mindestlöhne, die über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. |
*Beitragssätze und Mindestlöhne werden regelmäßig angepasst, die Mindestlohnsätze meist jährlich. Den aktuellen Stand findest du auf soka-bau.de.