Zum Inhalt springen
Projektmanagement im Handwerk

So managst du deine Projekte im Handwerksbetrieb

Drei Baustellen gleichzeitig, ein volles Postfach und nebenbei die Einführung einer neuen Handwerkersoftware: In Handwerksbetrieben laufen häufig mehrere Projekte parallel – den Überblick über alles zu behalten ist dabei nicht immer leicht. In diesem Artikel erfährst du, welche Methoden des Projektmanagements im Handwerksalltag funktionieren, wie du ein Projekt von der Anfrage bis zur Nachkalkulation strukturiert abwickelst und welche Tools dir dabei Arbeit abnehmen.

Ohne konkreten Plan wird das Projektmanagement schnell unübersichtlich – wir zeigen, wie es strukturiert und erfolgreich läuft!

Was bedeutet Projektmanagement im Handwerk?

Projektmanagement im Handwerk umfasst alles, was nötig ist, um einen Auftrag von der ersten Anfrage bis zur Schlussrechnung zu planen, zu steuern und abzuschließen: Termine, Personal, Material, Kosten und Dokumentation. Um den Begriff genauer zu fassen, hilft zunächst die Frage, was überhaupt ein Projekt ist. Die Normenreihe DIN 69901 „Projektmanagement“ beschreibt ein Projekt als „Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist“. Gemeint sind damit etwa eine feste Zielvorgabe sowie zeitliche, finanzielle und personelle Begrenzungen.

Auch die Internationale Organisation für Normung, kurz ISO, und die International Project Management Association (IPMA) haben eigene Definitionen. Über alle Definitionen hinweg lässt sich ein Projekt auf vier Merkmale herunterbrechen: Es ist ein einmaliges Vorhaben, das zeitlich befristet ist, ein konkretes Ergebnis zum Ziel hat und in seinen Ressourcen begrenzt ist, also bei Budget, Zeit und Arbeitskraft. Projektmanagement umfasst entsprechend die Organisation, Planung und Steuerung eines solchen Vorhabens mit all seinen Bestandteilen.

Im Handwerk kann ein Projekt also ein klassischer Kundenauftrag sein, etwa die Sanierung eines Bads oder die Installation einer PV-Anlage. Genauso zählen interne Vorhaben im eigenen Unternehmen dazu: der Umzug in eine neue Werkstatt, die Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters oder die Einführung einer neuen Software. Solange es ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit festem Ziel und Abschluss ist, kann fast alles ein Projekt sein. Im Folgenden geht es vor allem um Kundenaufträge, die Methoden lassen sich aber genauso auf interne Projekte anwenden.

Projektmanagement: Methoden im Überblick

Ob PRINCE2, PMBOK oder Scrum: Die bekannten Projektmanagement-Methoden stammen meist aus großen Unternehmen, der IT oder aus Großprojekten. Für einen Handwerksbetrieb mit zehn oder zwanzig Leuten sind sie in ihrer reinen Form meist zu aufwendig. Trotzdem lohnt sich der Blick in die Theorie: Nimm dir die Bausteine heraus, die zu deinem Betrieb und deinen Aufträgen passen, statt einen Leitfaden stur abzuarbeiten. Ein Balkenplan für die Kernsanierung, ein Kanban-Board für die vielen kleinen Kundendienstaufträge und eine kurze Auswertung nach jeder Abnahme reichen oft schon, damit du bei jedem Auftrag weißt, wo er steht.

In der folgenden Tabelle findest du gängige Methoden und Werkzeuge des Projektmanagements mit ihren Vorteile und Nachteilen sowie Beispielen für Handwerksprojekte, zu denen sie besonders gut passen. Den einen richtigen Weg zum Projektziel gibt es dabei nicht, in der Praxis kombinierst du meist mehrere Methoden. Wenn dich eine davon anspricht, probier sie beim nächsten passenden Auftrag einfach aus.

MethodeVorteileNachteileGeeignet für
Wasserfall / Phasenmodell
  • Klare Reihenfolge und Zuständigkeiten
  • Gut planbar für Termine und Budget
  • Kunden und Architekten kennen die Logik
  • Unflexibel bei Planänderungen
  • Fehler fallen oft erst spät auf
  • Hoher Planungsaufwand vorab
Große Projekte, z. B. Neubau eines Einfamilienhauses, Kernsanierung eines Altbaus
Gantt-Diagramm (Balkenplan)
  • Abhängigkeiten zwischen Gewerken auf einen Blick
  • Verzögerungen und kritische Termine werden sichtbar
  • Im Bau etablierter Standard
  • Wird bei vielen Vorgängen unübersichtlich
  • Muss bei Änderungen ständig gepflegt werden
  • Zeigt nicht, wer gerade ausgelastet ist
Große bis mittlere Projekte, z. B. Ausbau eines Gewerbeobjekts, Dachsanierung mit Gerüst und mehreren Gewerken
Meilensteinplanung
  • Schnell aufgesetzt
  • Gut für die Abstimmung mit Kunden
  • Fortschritt lässt sich klar messen
  • Wenig Detailtiefe für die Steuerung im Alltag
  • Abhängigkeiten zwischen Arbeitsschritten fehlen
  • Probleme zwischen den Meilensteinen bleiben lange unsichtbar
Mittlere Projekte, z. B. Badsanierung, Heizungstausch
Kanban
  • Sehr einfach, analog wie digital
  • Zeigt Engpässe sofort
  • Ideal bei vielen parallelen Aufträgen
  • Keine Zeitplanung und keine Termine
  • Funktioniert nur, wenn alle das Board pflegen
  • Für komplexe Abhängigkeiten zu grob
Mittlere und kleine Projekte, z. B. parallele Elektroinstallationen, Auftragsübersicht im Malerbetrieb
PDCA-Zyklus
  • Verbessert Abläufe dauerhaft
  • Hilft, wiederkehrende Fehler abzustellen
  • Grundlage von ISO 9001
  • Eher Verbesserungs- als Planungsmethode
  • Bringt nur etwas, wenn man sich Zeit für die Auswertung nimmt
  • Wirkung zeigt sich erst mittelfristig
Mittlere und kleine Projekte, z. B. Auswertung nach Abnahmen, Optimierung von Standardmontagen
Eisenhower-Matrix
  • In wenigen Minuten verstanden
  • Hilft bei Notdienst und Terminchaos
  • Kein Tool nötig
  • Nur Priorisierung, keine Planung
  • „Wichtig“ ist oft subjektiv
  • Ungeeignet für Teamkoordination
Kleine Projekte, z. B. Reparaturanfragen und Notdienst im SHK-Betrieb, Gewährleistungsfälle
5S-Methode
  • Weniger Suchzeiten und vergessenes Material
  • Sofort sichtbare Ergebnisse
  • Verbessert Sicherheit und Ordnung
  • Keine Projektmethode im engeren Sinn
  • Erfordert anfangs Aufräumaufwand
  • Bleibt nur mit Disziplin bestehen
Kleine Projekte und Alltag, z. B. Ordnung im Montagefahrzeug für Kundendienst, Werkstattorganisation in der Tischlerei

Traditionelles vs. agiles Projektmanagement

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen traditionellem und agilem Projektmanagement. Das traditionelle Projektmanagement arbeitet einen vorab festgelegten Plan Schritt für Schritt ab. Es passt zu Projekten, deren Ergebnis von Anfang an feststeht und bei denen während der Umsetzung keine großen Änderungen zu erwarten sind. Damit trifft es auf die meisten Kundenaufträge im Handwerk zu: Wer eine Wärmepumpe einbaut oder eine Fassade streicht, weiß vorher genau, wie das Ergebnis aussehen soll.

Beim agilen Projektmanagement bleibt das Ziel bewusst grob. Das Projekt läuft in kurzen Etappen, die regelmäßig überprüft und angepasst werden. So lässt sich schnell auf neue Umstände reagieren, weshalb agile Methoden vor allem in der Produkt- und Softwareentwicklung verbreitet sind. Werden Elemente aus beiden Ansätzen kombiniert, spricht man von hybridem Projektmanagement. Im Handwerk ist das häufiger der Fall, als man denkt: Bei einer Altbausanierung steht der Gesamtplan fest, doch wenn hinter einer Wand marode Leitungen auftauchen, müssen neue Absprachen mit Kunde und Team getroffen werden.

Manage Projekte mit der passenden Software
Jetzt testen

Die 5 Phasen eines Projekts im Handwerk

Die DIN 69901 gliedert ein Projekt in fünf Phasen: Initialisierung, Definition, Planung, Steuerung und Abschluss. Im Handwerk zählen aber weniger die Begriffe als die Abläufe dahinter. Deshalb haben wir die fünf Phasen auf die typischen Schritte eines Kundenauftrags übertragen und jeder Phase eine Methode aus der Tabelle zugeordnet, die dort besonders gut hilft.

Nicht jede Phase dauert in jedem Projekt gleich lang. Bei einer Badsanierung mit mehreren Gewerken steckt viel Zeit in der Abstimmung vorab, bei einer Reparatur im Kundendienst geht es fast direkt in die Ausführung. Unterm Strich laufen aber die meisten Aufträge so oder so ähnlich ab.

Phase 1: Anfrage, Aufmaß und Angebot

Jedes Projekt beginnt mit einer Anfrage, ob per Telefon, E-Mail oder Kontaktformular. Schon hier entscheidest du, ob du den Auftrag annehmen willst und kannst: Passt er zu deinem Leistungsangebot, hast du im gewünschten Zeitraum Kapazitäten und lohnt er sich wirtschaftlich?

Passt alles, folgt der Termin vor Ort mit Aufmaß. Halte dabei nicht nur Maße fest, sondern alles, was später den Ablauf beeinflusst: Zugang zur Baustelle, Stellplatz für Material und Container, vorhandene Leitungen und besondere Wünsche des Kunden. Eine detaillierte Baustellendokumentation mit Fotos erspart dir hier viele Rückfragen.

Auf dieser Grundlage kalkulierst du das Angebot. Je genauer du den Leistungsumfang beschreibst, desto weniger Diskussionen gibt es später über Nachträge. Steht im Angebot für eine Badsanierung nur „Fliesenarbeiten“, bleibt offen, ob das Entfernen der alten Fliesen dazugehört. Steht dort „Rückbau Wandfliesen inkl. Entsorgung, ca. 24 m²“, wissen beide Seiten Bescheid.

Mit einer Handwerkersoftware legst du schon bei der Anfrage ein Projekt an, in dem Kontaktdaten, Aufmaß, Fotos und Angebot zusammenlaufen. Wird aus dem Angebot ein Auftrag, liegt alles bereits an einem Ort und muss nicht neu erfasst werden.

Methoden-Tipp: Kommen viele Anfragen gleichzeitig rein, hilft die Eisenhower-Matrix beim Sortieren. Der Heizungsausfall bei einer Stammkundin im Januar ist dringend und wichtig, die Anfrage für eine Badplanung im nächsten Frühjahr wichtig, aber nicht dringend. So gehen die eiligen Fälle nicht im Stapel unter und die großen Aufträge bekommen trotzdem die Zeit, die ein gutes Angebot braucht.

Phase 2: Planung und Arbeitsvorbereitung

Ist der Auftrag erteilt, beginnen Projektplanung und Arbeitsvorbereitung. Jetzt klärst du, wer wann auf der Baustelle ist, welches Material bis wann geliefert sein muss und welche anderen Gewerke beteiligt sind. Plane dabei Puffer ein: Lieferverzögerungen, Krankheitsfälle oder schlechtes Wetter kommen vor, und ein Zeitplan ohne Luft ist schon beim ersten Problem nicht mehr zu halten. Checklisten für Material, Werkzeug und Schlüsselübergabe sorgen dafür, dass am ersten Tag auf der Baustelle nichts fehlt.

Für die Einsatzplanung selbst ist eine digitale Plantafel praktisch, die oft sehr ähnlich einem Gantt-Diagramm aufgebaut ist. In HERO planst du darauf Mitarbeitende, Fahrzeuge und Geräte per Drag-and-drop und siehst Urlaube und Auslastung auf einen Blick. So erkennst du früh, ob ein neuer Auftrag noch in die nächsten Wochen passt.

Methoden-Tipp: Sobald mehrere Arbeitsschritte aufeinander aufbauen, lohnt sich ein Gantt-Diagramm, auch Balkenplan genannt. Jeder Arbeitsschritt bekommt einen Balken auf der Zeitachse, und du siehst sofort, was wovon abhängt. Bei einer Badsanierung sieht das zum Beispiel so aus: Rückbau, Rohinstallation von Sanitär und Elektro, Estrich mit Trocknungszeit, Fliesen und zum Schluss die Endmontage. Verschiebt sich die Rohinstallation um zwei Tage, erkennst du direkt, dass du dem Fliesenleger Bescheid geben musst. Für die Kommunikation mit dem Kunden reichen meist ein paar Meilensteine wie „Rohinstallation fertig“ oder „Bad nutzbar“.

Phase 3: Ausführung und Steuerung

Jetzt wird gebaut, montiert und installiert. Als Projektverantwortlicher behältst du in dieser Phase vor allem im Blick, ob alles nach Plan läuft: Reicht das Material, passen die Stunden zur Kalkulation, hält der Zeitplan? Je früher du Abweichungen bemerkst, desto leichter kannst du gegensteuern. Kurze Wege in der Kommunikation zwischen Baustelle und Büro helfen dir dabei.

Dazu gehört eine saubere Dokumentation. Fotos vom Baufortschritt, Arbeitszeiten, verbautes Material und Absprachen mit dem Kunden gehören am besten noch am selben Tag in die Projektakte. Wünscht sich die Kundin zwischendurch einen zusätzlichen Handtuchheizkörper, halte das schriftlich fest und lass es dir bestätigen. Bei Bauverträgen regeln § 650b und § 650c BGB, wie solche Änderungen angeordnet und vergütet werden.

Methoden-Tipp: Für den Überblick über viele parallele Aufträge eignet sich ein Kanban-Board. Im einfachsten Fall ist das eine Tafel in der Werkstatt mit Spalten wie „Material bestellt“, „In Ausführung“, „Wartet auf Abnahme“ und „Abrechnen“. Jeder Auftrag ist eine Karte, die von links nach rechts wandert. In der Besprechung am Montagmorgen sieht das Team so sofort, wo sich Aufträge stauen, zum Beispiel wenn fünf Karten bei „Wartet auf Abnahme“ hängen. Ergänzend lohnt sich die 5S-Methode im Montagefahrzeug: Hat jedes Teil seinen festen Platz, fällt fehlendes Material schon beim Beladen auf und nicht erst auf der Baustelle.

Digital funktioniert das Prinzip genauso, mit einem entscheidenden Vorteil: Auch die Kollegen auf der Baustelle sehen den aktuellen Stand. Erfassen deine Monteur*innen Zeiten, Fotos und Material direkt per App am Projekt, liegt im Büro alles für die Abrechnung bereit, ohne dass abends Stundenzettel abgetippt werden müssen. Die Dokumentation wird noch einfacher, wenn euer Betrieb ein Tool wie HERO Report nutzt, über das Baustellenberichte direkt eingesprochen werden können und dann geordnet und übersichtlich direkt in der Handwerkersoftware im entsprechenden Projekt landen.

Phase 4: Abnahme und Übergabe

Mit der Abnahme nach § 640 BGB erkennt der Kunde dein Werk als im Wesentlichen vertragsgemäß an. Für dich ist sie ein wichtiger Meilenstein, denn mit ihr wird in der Regel deine Vergütung fällig (§ 641 BGB) und die Verjährungsfrist für Mängelansprüche beginnt (§ 634a BGB). Bereite den Termin deshalb gut vor und geh die Leistungen gemeinsam mit dem Kunden vor Ort durch.

Ein Abnahmeprotokoll hält fest, was abgenommen wurde und welche Restarbeiten oder kleineren Mängel noch offen sind, jeweils mit Frist. Unterschreiben beide Seiten direkt vor Ort auf dem Tablet, landet das Protokoll ohne Umweg in der Projektakte. Bei größeren Projekten kannst du außerdem Teilabnahmen vereinbaren, etwa nach jedem Bauabschnitt. Die Meilensteine aus Phase 2 bieten sich dafür an.

Zur Übergabe gehören außerdem Bedienungsanleitungen, Wartungshinweise und eine aufgeräumte Baustelle. Nimm dir die Zeit, dem Kunden zum Beispiel die neue Heizungssteuerung in Ruhe zu erklären, statt nur die Anleitung auf den Küchentisch zu legen. Das erspart dir Rückfragen und bleibt positiv in Erinnerung, wenn es um Folgeaufträge oder Weiterempfehlungen geht.

Phase 5: Abrechnung und Nachbereitung

Nach der Abnahme stellst du die Schlussrechnung, am besten zeitnah. Je schneller die Rechnung beim Kunden ist, desto früher ist das Geld auf deinem Konto. Wurden Stunden, Material und Nachträge schon während des Projekts erfasst, musst du dafür nichts mehr zusammensuchen.

Danach folgt die Nachkalkulation: Du vergleichst die geplanten mit den tatsächlichen Stunden und Materialkosten. Waren für die Fliesenarbeiten 32 Stunden kalkuliert und es wurden 41, lohnt sich ein genauer Blick. Lag es am Untergrund, an der Abstimmung mit dem Elektriker oder war die Kalkulation zu knapp? Die Antworten fließen direkt in dein nächstes Angebot ein.

Und zum Schluss ein Punkt, der in vielen Lehrbüchern fehlt: Feiert den Abschluss! Gerade nach einem großen Projekt wie einem Neubau oder einer langen Sanierung hat sich das ganze Team ein gemeinsames Frühstück oder einen Grillabend verdient.

Methoden-Tipp: Mit dem PDCA-Zyklus wird aus der Nachkalkulation ein fester Lernprozess. Er besteht aus vier Schritten: Plan (planen), Do (umsetzen), Check (überprüfen) und Act (verbessern). Ein Beispiel: Bei den letzten Badsanierungen ging regelmäßig Zeit verloren, weil Kleinmaterial fehlte. Du planst deshalb eine Materialcheckliste für die Arbeitsvorbereitung (Plan) und setzt sie beim nächsten Auftrag ein (Do). Nach der Abnahme prüfst du, ob die Fahrten zum Großhandel weniger geworden sind (Check). Wenn ja, wird die Checkliste fester Bestandteil jedes Projekts (Act).

Manage Projekte mit der passenden Software
Jetzt testen

Tools für dein Projektmanagement

Fängst du gerade erst an, dich mit dem Thema Projektmanagement in deinem Betrieb zu beschäftigen, genügen einfache Werkzeuge. Welche du brauchst, hängt von der Größe deines Betriebs und deiner Projekte ab. Ein Betrieb mit drei Leuten kommt mit einer Pinnwand in der Werkstatt und einem gemeinsamen Kalender gut zurecht. Arbeiten mehrere Teams parallel auf verschiedenen Baustellen, wird es mit Papier und Zuruf schwierig, alle auf dem gleichen Stand zu halten. Nicht erst dann lohnt sich der Schritt zu digitalen Lösungen.

Projekt-Canvas, Kanban-Board & Gantt-Diagramm

Projekt-Canvas: Ein Projekt-Canvas fasst die wichtigsten Eckdaten eines Projekts auf einer einzigen Seite zusammen: Ziel, Leistungsumfang, Beteiligte, Termine, Budget und mögliche Risiken. Für einen normalen Kundenauftrag ist das meist zu viel, für größere Vorhaben ist es eine gute Grundlage. Ein Beispiel: Bevor du im Betrieb eine neue Software einführst, klärst du auf dem Canvas, was sie leisten soll, wer das Projekt verantwortet, bis wann alle Mitarbeitenden geschult sind und welches Budget zur Verfügung steht. Der Tool-Anbieter Miro stellt eine kostenfreie Version einer Projekt-Canvas zur Verfügung.

Kanban-Board: Wie ein Kanban-Board im Projektalltag funktioniert, hast du in Phase 3 gesehen. Analog funktionieren ein Whiteboard und Haftnotizen, diese sind allerdings an einen festen Standort gebunden und auf der Baustelle meist nicht zugänglich. Daher bieten viele Projektmanagement-Tools und Handwerkersoftwares digitale Board-Ansichten an. Ob analog oder digital: Eine Person ist dafür verantwortlich, dass das Board aktuell bleibt, und ihr nutzt es fest in euren Routinen, zum Beispiel in der Besprechung am Montagmorgen. Beim Anbieter Trello kannst du das Kanban-Prinzip kostenfrei ausprobieren.

Gantt-Diagramm: Für die Projektplanung ist ein einfacher Balkenplan schnell angelegt: Arbeitsschritte untereinander, Kalenderwochen nebeneinander, Zellen einfärben. Das funktioniert, solange sich wenig ändert. Bei jeder Verschiebung musst du aber alle abhängigen Zeilen von Hand anpassen. Digitale Planungstools verschieben verknüpfte Schritte automatisch mit. Braucht der Estrich eine Woche länger zum Trocknen, verschieben sich Fliesen und Endmontage im Plan direkt mit. Gantt-Diagramme kannst du einfach mit Microsoft Excel erstellen.

Projektmanagement-Software für Handwerker

Eine Projektmanagement-Software für Handwerker unterscheidet sich von allgemeinen Projekttools vor allem dadurch, dass sie den gesamten Auftrag von der Anfrage über Angebot und Einsatzplanung bis zur Rechnung abbildet. Daten, die du einmal erfasst hast, stehen dir in jedem weiteren Schritt zur Verfügung. Bei der Auswahl solltest du auf diese Funktionen und Eigenschaften achten:

  • Zentrale Projektakte: Kontaktdaten, Aufmaß, Angebote, Fotos, Dokumente und Rechnungen liegen an einem Ort und sind für alle Berechtigten abrufbar.
  • Einsatz- und Ressourcenplanung: Eine Plantafel zeigt, wer wann wo eingeplant ist und wo noch Kapazitäten frei sind.
  • Mobile App für die Baustelle: Dein Team erfasst Arbeitszeiten, Fotos und Material direkt vor Ort, ohne Zettel und ohne Nachtragen im Büro.
  • Status und Aufgaben: Du siehst auf einen Blick, in welcher Phase sich jedes Projekt befindet und welche Aufgaben und Checklisten noch offen sind.
  • Nachkalkulation: Die Software stellt Soll und Ist gegenüber, damit du nach jedem Auftrag weißt, ob er sich gelohnt hat.
  • Schnittstellen: Anbindungen an Großhandel und Buchhaltung, etwa über DATANORM, IDS Connect oder DATEV, ersparen dir doppelte Dateneingaben.
  • Bedienbarkeit: Eine Software hilft nur, wenn dein Team sie im Alltag gern nutzt. Teste deshalb vorher, ob auch die Kollegen auf der Baustelle gut damit zurechtkommen.

In HERO laufen vom ersten Kundenkontakt bis zur Rechnung alle Informationen zu einem Projekt an einem Ort zusammen. Mit der digitalen Plantafel planst du Einsätze und Ressourcen, über die HERO App erfasst dein Team Arbeitszeiten und Fotos direkt auf der Baustelle, und für die Anbindung an Großhandel und Buchhaltung stehen Schnittstellen zur Verfügung wie DATANORM und IDS Connect sowie ein DATEV-Export.

Fazit: So gelingt dein Projektmanagement

Gutes Projektmanagement im Handwerk heißt nicht, ein Lehrbuch eins zu eins umzusetzen. Es heißt, dass du bei jedem Auftrag weißt, wo er steht, was als Nächstes passiert und ob er sich rechnet. Die fünf Phasen von der Anfrage bis zur Nachkalkulation geben dir dafür den Rahmen, die Methoden aus diesem Artikel die passenden Werkzeuge. Fang mit der Methode an, die bei dir am meisten bewirkt, zum Beispiel einem Kanban-Board für die Auftragsübersicht oder einer festen Nachkalkulation nach jedem Projekt. Wenn das im Alltag sitzt, hol die nächste dazu.

Eine Handwerkersoftware hilft dir dabei, alle Informationen zu einem Projekt an einem Ort zu bündeln, die Übersicht zu behalten und dein ganzes Team auf dem gleichen Stand zu halten. Wie das in deinem Betrieb aussehen kann, findest du am besten selbst heraus: Teste HERO kostenlos mit deinen eigenen Projekten und überzeuge dich selbst.

Häufige Fragen zum Projektmanagement im Handwerk

Projektmanagement im Handwerk umfasst die Planung, Steuerung und den Abschluss von Kundenaufträgen und internen Vorhaben. Dazu gehören Kalkulation und Angebot, Einsatz- und Materialplanung, die Steuerung auf der Baustelle, Dokumentation, Abnahme, Abrechnung und Nachkalkulation.


Für Betriebe mit vielen parallelen Aufträgen ist ein Kanban-Board ein guter Einstieg, weil es ohne Vorkenntnisse funktioniert und sofort zeigt, wo sich Aufträge stauen. Bei Projekten mit mehreren Gewerken kommt ein Balkenplan dazu. Wer sich nach jedem Auftrag kurz Zeit für die Auswertung nimmt, verbessert mit dem PDCA-Zyklus nach und nach seine Abläufe.


Für einen kleinen Betrieb mit wenigen gleichzeitigen Projekten können Excel-Listen und ein Whiteboard ausreichen. Je mehr Mitarbeitende, Baustellen und Gewerke dazukommen, desto aufwendiger wird es, alle Listen aktuell zu halten. Digitale Lösungen wie eine Handwerkersoftware bündeln dann Planung, Dokumentation und Abrechnung an einem Ort und ersparen doppelte Eingaben.


Wichtige Funktionen sind eine zentrale Projektakte, eine Einsatzplanung mit Plantafel, eine mobile App für Zeiterfassung und Fotodokumentation, eine Nachkalkulation sowie Schnittstellen zu Großhandel und Buchhaltung. Außerdem sollte die Software für dein Team im Alltag einfach zu bedienen sein.


Starte mit dem Bereich, in dem du am meisten gewinnen kannst, zum Beispiel der Einsatzplanung oder der Nachkalkulation. Führe dort eine Methode ein, besprich sie mit deinem Team und lege fest, wer welche Aufgabe verantwortet. Nach einigen Wochen prüfst du, was funktioniert, und baust darauf auf.


➔
Kostenlose Beratung