Bürojobs als KI-Opfer Nummer eins: Trotzdem zieht es nur jeden Zehnten ins Handwerk
Hannover, 3. August 2026 – Der Fachkräftemangel in Handwerksberufen ist groß. Noch im März dieses Jahres schätzte der Zentralverband des Deutsche Handwerks (ZDH), dass rund 200.000 Stellen offen seien. Jedes Jahr im August rückt mit dem Start des neuen Ausbildungsjahres dann auch der ausbleibende Nachwuchs in den Fokus: tausende Ausbildungsplätze im Handwerk bleiben jährlich unbesetzt – 16.000 waren es laut ZDH in 2025. Vielfach stellt sich die Frage, woran das liegen mag: schlechtes Image, zu wenig Ansehen, falsche Wahrnehmung? HERO Software, Anbieter von cloubasierter Handwerkersoftware, hat 1.000 Deutsche zwischen 16 und 49 Jahren in einer repräsentativen Umfrage zum Image des Bauhandwerks befragt und die Ergebnisse zeigen: Die Wahrnehmung ist erstaunlich positiv. Das Problem liegt woanders.
Das Handwerk gilt als krisen- und zukunftssicher
Mit einem Mittelwert von 4,7 auf einer Skala von 1 bis 6 stimmen die Befragten klar zu: Handwerksberufe sind KI-resistent und zukunftssicher. Das ist der höchste Wert aller abgefragten Attribute. Gleichzeitig sehen 45 Prozent Büro- und Verwaltungsberufe als die durch künstliche Intelligenz am stärksten bedrohte Berufsgruppe. Das Handwerk landet mit nur 11 Prozent auf dem letzten Platz. Die rationale Einschätzung ist eindeutig. Handwerk gilt als sicher, zukunftsfähig und KI-resistent.
Mehr als die Hälfte hat Handwerk in Betracht gezogen – nur jeder Zehnte hat es gemacht
54 Prozent der 16- bis 49-Jährigen haben eine Handwerksausbildung zumindest erwogen. Doch nur 10 Prozent haben sie tatsächlich gemacht oder machen sie gerade. Rund ein Viertel sehen es als eine Option unter mehreren. 19 Prozent haben sich ernsthaft damit beschäftigt und sich letztlich dagegen entschieden. Der Gap von über 40 Prozentpunkten zeigt: Das Handwerk verliert nicht beim ersten Eindruck, sondern irgendwo zwischen Interesse und Entscheidung. Was die Interessierten wiederum für das Handwerk motiviert, ist aufschlussreich: Unter den Befragten, die das Handwerk zumindest in Betracht gezogen haben, steht praktische Arbeit mit sichtbaren Ergebnissen (46 %) auf Platz eins, gefolgt von Jobsicherheit (44 %) und persönlichem Interesse (40 %). KI-Resistenz nennen 29 Prozent explizit als Grund. Ein Wert, der vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.
Der echte Dealbreaker: Körperliche Belastung
Unter den Befragten, für die das Handwerk nicht infrage kommt oder kam, nennen 66 Prozent körperliche Belastung als wichtigsten Ablehnungsgrund. Dabei ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen erstaunlich gering: 65 Prozent der ablehnenden Männer nennen diesen Grund, bei Frauen sind es 67 Prozent. Körperliche Belastung schreckt Männer wie Frauen damit gleichermaßen ab. Imagegründe spielen mit nur 5 Prozent eine marginale Rolle. Ähnliches gilt für die Wahrnehmung von Modernität: Spontan beschreiben nur 15 Prozent der Befragten das Handwerk als „modern und technologiegetrieben“. Fragt man gezielt nach, stimmen 40 Prozent klar zu. Die Modernität ist real, sie wird auf Nachfrage anerkannt, aber sie kommt nicht spontan in den Sinn und bleibt nicht in den Köpfen.
Altersvergleich: Jugendliche sind offener, aber entscheiden sich trotzdem gegen das Handwerk
Unter den 16- bis 24-Jährigen (n=220, Trendaussage) zeigt sich ein ambivalentes Bild. Rund 58 Prozent schließen eine Handwerksausbildung nicht kategorisch aus – ein höherer Wert als in allen anderen Altersgruppen. Gleichzeitig sehen rund 44 Prozent der Jugendlichen Bürojobs als größtes KI-Opfer, nur rund 10 Prozent glauben, das Handwerk sei durch KI bedroht. Jobsicherheit ist für sie der meistgenannte Grund für Interesse am Handwerk. Und trotzdem: Auch in dieser Gruppe bleibt die Lücke zwischen Offenheit und tatsächlicher Entscheidung riesig. Der Aufgeschlossenheit von rund 58 Prozent stehen nur rund 10 Prozent gegenüber, die eine Ausbildung tatsächlich machen oder gemacht haben. Besonders auffällig ist der Bildungseffekt: Unter jungen Abiturienten ist die Ablehnungsrate am höchsten. Das Studium konkurriert nach wie vor direkt mit der Ausbildungsentscheidung. Je höher der Schulabschluss, desto größer der Widerspruch: Man hält das Handwerk für zukunftssicher und entscheidet sich letztlich trotzdem fürs Studium.
Wer das Handwerk von zuhause kennt, wählt es eher
Herkunft und Geschlecht sind die stärksten Treiber von Offenheit. Wer mit einem Elternteil im Handwerk aufgewachsen ist, zeigt eine Offenheit von 69 Prozent – wer keine handwerkliche Familie hat, nur 32 Prozent. Das Handwerk rekrutiert sich stark aus sich selbst heraus. Ähnlich groß ist der Gender-Gap: Männer sind mit 64 Prozent deutlich offener als Frauen mit 44 Prozent. Bei den 16- bis 24-Jährigen ist der Abstand noch größer: rund 70 Prozent bei jungen Männern, rund 46 Prozent bei gleichaltrigen Frauen. Was Frauen konkret bewegen könnte, benennen sie selbst: 29 Prozent wünschen sich mehr weibliche Vorbilder im Handwerk – der größte Unterschied aller abgefragten Attraktivitätsfaktoren.
Über HERO Software
HERO (https://hero-software.de) ist das Betriebssystem fürs Handwerk und bietet wachsenden Handwerks- und Servicebetrieben eine umfassende Software für alle zentralen Prozesse im Betrieb. Von der Kundenanfrage über Angebots- und Projektabwicklung bis hin zu Dokumentation, Rechnungsstellung und Zahlung laufen alle wichtigen Abläufe in einer Software zusammen und sind dank Cloud-Technologie jederzeit auf verschiedenen Endgeräten verfügbar.
Mit Lösungen für durchgängige Betriebsabläufe, Automatisierung, künstliche Intelligenz und digitale Finanzprozesse unterstützt HERO Betriebe dabei, mehr operative Kontrolle zu gewinnen, effizienter zu arbeiten und ihren Betrieb gezielt weiterzuentwickeln. Zum Betriebssystem gehören auch Funktionen wie HERO Copilot zur Automatisierung administrativer Abläufe, HERO Voice als KI-basierter Telefonassistent sowie HERO Wallet für digitale Bezahl- und Finanzprozesse. Bereits mehr als 40.000 Handwerker*innen nutzen HERO, um ihren Betrieb digital zu steuern und weiterzuentwickeln.
HERO richtet sich an wachsende Handwerks- und Servicebetriebe mit 2 bis 50 Mitarbeitenden aus dem Bauhandwerk und angrenzenden Gewerken. Das Unternehmen verfolgt die Vision einer Welt, in der Handwerker auf ihre Betriebsprozesse genauso stolz sind wie auf ihr Handwerk. Gegründet wurde die HERO Software GmbH im Jahr 2020 von Dr. Michael Kessler und Philipp Lyding. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Hannover sowie einen zweiten Standort in Berlin.
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